Interview mit Stephan Paulke, Basic AG Zweigleisige Expansions-Strategie

Der Bio-Fachhandel expandiert kräftig. Basic-Vorstand Stephan Paulke sprach mit der LP über den sich verschärfenden Wettbewerb im Bio-Markt und das neue Basic-Vertriebskonzept für den konventionellen LEH.

Donnerstag, 09. Februar 2012, 23:00 Uhr
Bettina Röttig
Bildquelle: Hangen

Die Standorte, die Sie sich vorgenommen haben, stehen aber auch für den Wettbewerb im Fokus...

Bio ist eben wie angesprochen nach wie vor eine Nische und funktioniert nicht an jedem Standort. Im Grunde bestärkt mich das eigentlich darin, dass ich mit meinen Einschätzungen nicht ganz falsch liegen kann. Zudem sollte man Wettbewerb auch immer sportlich nehmen.

Investieren Sie auch in die bestehenden Standorte?

Ja, selbstverständlich. Wir arbeiten ständig an Weiterentwicklungen unseres Konzeptes. Wachstum auf bestehender Fläche fällt ja nicht vom Himmel. Wir haben 2011 rund 6 Prozent Umsatzwachstum erzielt. Zum einen durch die Gewinnung neuer Stammkunden, auch durch den Dioxin-Skandal. Zum anderen, weil wir unsere Sache gut machen. Das lässt sich an den steigenden Durchschnittsbons unserer Kunden ablesen.

Gerade hier am Stammsitz in München wird der Wettbewerb immer härter. In wieweit entwickelt sich der Verdrängungswettbewerb auch zu einem Kampf um kompetente Mitarbeiter?

Wir mussten in der Vergangenheit die Erfahrung machen, dass uns der Wettbewerb für seine Expansionspläne gerne als Ausbilder kompetenter Fachkräfte heranziehen möchte.


Wie schützen Sie sich davor, dass Ihre Mitarbeiter abgeworben werden?

Wir machen unsere Hausaufgaben. Die Pflege unserer verdienten, guten und qualifizierten Filialteams ist eine Aufgabe, die unsere Führungskräfte sehr ernst nehmen. Dazu gehört nicht nur Geld. Es geht um Anerkennung und sicherlich auch Stolz, bei dem, wofür Basic steht, dabei sein zu können. Das müssen wir aufrechterhalten und jeden Tag dafür arbeiten.

Wie steht es dennoch um monetäre Leistungen? Sie haben ja keine leichten Zeiten hinter sich.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren bei Basic nach 2007 schwierig. Wir arbeiten noch immer kontinuierlich die Hinterlassenschaften dieser Periode ab, daher waren die wirtschaftlichen Möglichkeiten, sich dafür zu revanchieren, eher sehr begrenzt vorhanden. Daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Wir erfreuen uns aber einer großen Solidarität unserer Mitarbeiter. Ich sehe hier nach wie vor die Aufgabe vor uns, uns für die Loyalität, das Engagement und die hervorragenden Leistungen unserer Mitarbeiter weiterhin zu revanchieren und uns des Vertrauens als würdig zu erweisen.

Sie haben im vergangenen Jahr damit begonnen, den konventionellen Lebensmittel-Einzelhandel als zweites Standbein zu erschließen. Erste Depots Ihrer Marke Basic gibt es bereits bei Feneberg und Kaiser’s Tengelmann. Ein erstes Fazit?

Wir sind mit dem Konzept von Anfang an auf großes Interesse und eine große Nachfrage gestoßen. Aktuell gibt es deutschlandweit bereits rund 130 Basic-Depots im LEH. Wir beschränken uns hier auf das Trockensortiment. Auf einem Regal-Modul von 1,25 m Breite werden so rund 80 der insgesamt 350 Artikel unserer Marke Basic angeboten. Für uns besonders interessant zu sehen: größere Depots und damit eine größere Auswahl, also Regal-Module von 2,50 m statt 1,25 m, führen zu einer Steigerung des Gesamtumschlages pro Meter.

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