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Handel Trend 2018

Reiner Mihr | 19. Januar 2018

Das vergangene Jahr war ein gutes für den Handel.So schätzen es jedenfalls die Teilnehmer der jährlichen LP-Trendbefragung ein. Auch das Jahr 2018 wirdoptimistisch angegangen, sodass der Indexwert diesmalauf 47 steigt – der beste Wert seit 2010.

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Die Konjunkturprognosen für 2018 können optimistischer kaum sein. Noch bevor das Jahr überhaupt losging, geisterte es durch alle Gazetten: Ökonomen rechnen mit kräftigem Wachstum, die deutsche Wirtschaft stehe unter Dampf, Wirtschaftsinstitute korrigieren ihre Prognosen nach oben. Deutschlandweit gibt es nur zwei Branchen, die etwas pessimistischer sind: der Bankensektor und die Ernährungsindustrie. Letztere beobachtet eine Eintrübung der Stimmung bei ihren Unternehmen. Der harte Konkurrenzkampf und steigende Kosten bereiten den Ernährungsbetrieben Sorgen. Bei einer Umfrage des Deutschen Instituts der Wirtschaft rechneten aber mehr als zwei Drittel von 48 befragten Wirtschaftszweigen für 2018 mit einer Ausweitung der Produktion. Damit gehe der Aufschwung in sein zehntes Jahr in Folge. Und die dynamische Konjunkturentwicklung gewinne immer mehr an Breite, stellen die Forscher fest. Sowohl Dienstleistungssparten als auch klassische Industriezweige erwarten glänzende Geschäfte.

Der neue deutsche Optimismus der anderen Branchen gründet vor allem auf dem unverändert guten Konsumklima. Das dürfte auch die Teilnehmer der diesjährigen Umfrage der Lebensmittel Praxis zu den Erwartungen des Handels zum Geschäftsverlauf 2018 beeinflusst haben. Denn der LP-Branchenindex, der sich aus der Beurteilung des vergangenen und der Erwartung für das kommende Jahr errechnet, ist mit 47 Punkten so hoch wie seit 2010 nicht mehr. Die Anzahl derer im LEH, die für 2018 mit einer Verbesserung der Geschäftssituation rechnen, liegt immerhin bei mehr als 50 Prozent. Die Geschäftslage 2017 beurteilen übrigens deutlich mehr als 60 Prozent besser als im Vorjahr.

DAS große Thema im Lebensmittelhandel bleibt auch 2018 Regionalität, darin eingeschlossen nicht nur die Vermarktung regionaler Produkte, sondern auch die eigene regionale Positionierung und Vermarktung. Ein beherrschendes Thema ist zudem die Digitalisierung im Handel. Die Mehrheit sieht hier eine Gefahr für den stationären Handel. Noch sind diejenigen, die in der Digitalisierung eine Chance sehen, in der Minderheit.

Eine optimistische Sicht auf die kommenden Monate ist gut, die Herausforderungen und drängenden Fragen der Branche bleiben: Wie positioniert sich der Vollsortimenter gegen diskontierende Verkaufsformen? Wie hält der Vollsortimenter den Discounter auf Abstand, wie differenziert er sich? Wie beschafft und hält er das dafür notwendige, gut ausgebildete Personal? Wie können Handel und Hersteller den wachsenden Forderungen der Konsumenten nach mehr Transparenz bei Herstellung und Verkauf von Lebensmitteln Genüge tun?

Das Bedürfnis der Verbraucher, sichere und vertrauenswürdige Nahrungsmittel und Getränke zu sich zu nehmen, die auch noch ethischen und umweltbezogenen Kriterien gerecht werden, wird in jedem Fall weiter wachsen.

Dabei kommt den potenziellen Kunden die neue Vielfalt an Verkaufskanälen entgegen – für die stationären Kaufleute bleibt diese weitere Herausforderung: Wie locke ich die Kunden in genau meinen Laden?