Energiemanagement:Rettet die Erde

Bildquelle: Aldi Süd

Energiemanagement Rettet die Erde

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Intelligentes und effektives Energiemanagement ist für den Handel längst Gebot der Stunde. Die Maßnahmen reichen von simplen Kosten-Checks bis zu aufwendigen Millioneninvestitionen. Eine Übersicht.

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Wie schonen Märkte Ressourcen und sparen Energie ein? Wie lassen sich bestehende Märkte energetisch sanieren? Und wie können neue Märkte noch umweltfreundlicher gebaut werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich alle Handelsunternehmen. Die Ziele: Energie und Kosten einsparen, die Klimaschutzziele Deutschlands erreichen, Kundenanforderungen erfüllen und attraktive Märkte schaffen.

Edeka Südwest und ihr Vorreiter
Vorreiter für das hohe Nachhaltigkeitsengagement bei der Edeka Südwest war Bäcker- und Konditormeister Winfried Schmitz mit seinen drei Edeka-Märkten in Daleiden und Bleialf. 2009 baute er an letzterem Standort Deutschlands ersten energieautarken und CO2-neutralen Supermarkt, in den er 2,2 Mio. Euro investierte. Die Edeka Südwest unterstützte Schmitz, seit er 1999 mit der ersten Planung begonnen hatte. Die Märkte in Daleiden und Waxweiler wurden zusätzlich von 2010 bis 2012 energetisch saniert.

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Der Energiekongress (29./39, November, Radisson Blu Hotel, Köln) des EHI Retail Institute wird neue Energiemanage- mentund Klimaschutzsysteme vorstellen.

Geothermie nutzen heute beide Märkte: Abwärme aus der Bäckerei in Daleiden und aus den Kühlmaschinen mit Wärmetauschern wird dabei durch acht je 100 m beziehungsweise fünf 300 m tief gebohrte Rohre ins Erdreich gepumpt und dort für den späteren Gebrauch zwischengespeichert. „Mit dieser Energie können wir sogar mehrere Wohnhäuser mitversorgen“, sagt Schmitz. Geheizt wird in seinen Märkten ferner effizient über den Fußboden; spezielle Lichtröhren sparen bei gleicher Helligkeit etwa zwei Drittel des herkömmlichen Verbrauchs — und alle Kühlregale haben standardmäßig Türen. Außerdem sind auf den Dächern der Märkte Fotovoltaik-Anlagen installiert, die zusätzlich Strom erzeugen. Und um gerade im Winter den Energieverbrauch zusätzlich zu senken, hat Schmitz seine Märkte mit Luftschleusen ausgestattet, die die Wärme in den Geschäften halten. Weit mehr als 8 Mio. Euro hat der Kaufmann mit seiner Familie inzwischen in seine Märkte investiert. 250.000 Euro Energiekosten sowie 321 t CO2 spart er pro Jahr ein: „Davon können 150 Autos ein Jahr lang 2,2 Mio. km fahren.“

Globus: neues Energiekonzept
Für sein Energiekonzept hat sich Globus drei Ziele gesteckt: Den Energieverbrauch um 20 Prozent zu senken, eine eigene Energieerzeugung aufzubauen und beides in ein Konzept zu integrieren, das sich zumindest in Teilen auf alle SB-Warenhäuser in Deutschland übertragen lässt. Anlass war der Neubau des Globus SB-Warenhauses in Koblenz Bubenheim.

Basis für das Energiemanagement ist einerseits die Messtechnik, andererseits die Datenanalyse und -auswertung. Zur Messung des Stromverbrauchs setzte Globus Messwandlerzähler (M-Buszähler) und Geräte mit Schnittstelle-Null-Impuls (S0) ein und nutzte Daten eines älteren Betriebsdatenerfassungssystems. Hinzu kamen weitere Messgeräte für Gas, Wärmemengen und Wasser für die Verkaufsflächen sowie die im Markt befindlichen Metzgereien und Bäckereien. Für die Analyse wurde die Energiemanagement-Software Econ 3 von Econ Solutions eingesetzt.

Als größte Stromverbraucher identifizierte Globus die Gewerbekälte mit Tiefkühlgeräten, Kühltruhen und Kühlregalen der Normalkühlung. An zweiter Stelle stand die Beleuchtung mit einem Anteil von mehr als einem Viertel am Gesamtstromverbrauch, gefolgt von Heizung/Lüftung. So war die Schließung aller Kühlmöbel eine der ersten und wichtigsten Maßnahmen. Dadurch sank der Energieverbrauch der Kühlregale. Zudem nutzt Globus die Abwärme der Kälteanlagen: Bis zu 200 Prozent der hier eingespeisten elektrischen Energie wird als Wärme wiederverwendet und deckt so fast die Hälfte des Gesamtwärmebedarfs am Standort. Um den Energiebedarf bei der Beleuchtung zu reduzieren, installierte das Unternehmen u. a. energieeffiziente LED-Leuchten mit automatischer Beleuchtungssteuerung. Welchen Effekt welche Maßnahme erzielte, das konnte Globus mithilfe der Energiemanagement-Software sofort detailliert beziffern.