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Warenverkaufskunde Bio-Wein

Tobias Dünnebacke | 07. Oktober 2013

Bio-Wein entwächst langsam aber sicher dem Nischendasein. Für den aktuellen Jahrgang gilt zudem eine neue Kennzeichnungsregelung.

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Pilzkrankheiten wie der Falsche Mehltau und der Echte Mehltau zählen zu den größten Feinden im Öko-Weinbau. Sie können eine ganze Ernte vernichten. Sogenannte interspezifische Rebsorten können aufgrund erfolgreicher Züchtungen gegenüber schädlichen Rebkrankheiten weitgehend resistent überleben.

Generell müssen Öko-Winzer ihre Reben besonders sorgfältig pflegen. Dazu gehört eine schonende mechanische Bodenbearbeitung. Gedüngt wird nur mit organischem und leicht löslichem Dünger, damit Boden und Grundwasser geschont werden. Auch der fachmännische Rebschnitt macht die Reben widerstandsfähiger gegen Pilzerkrankungen. Sehr wichtig ist zudem eine artenreiche Begrünung der Rebflächen. Viele verschiedene Pflanzen sorgen nicht nur für einen fruchtbaren Boden, sondern sie locken auch zahlreiche Insekten an, die wiederum für die Bestäubung wichtig sind. Es gilt, die Nützlinge zu fördern, damit sie die Schädlinge auf natürliche Weise in Schach halten. Die EG-Öko-Verordnung lässt außerdem bestimmte Pflanzenstärkungsmittel wie Gesteinsmehle und Silikate zu. All diese Maßnahmen sollen die Reben stärken, damit im Weinberg möglichst erst keine Krankheiten und kein Schädlingsbefall auftreten. Doch ganz ohne Schwefel und Kupfer kommt man selbst im ökologischen Weinbau nicht aus. Gegen den Echten und Falschen Mehltau dürfen auch Öko-Winzer Kupfer bzw. Schwefelpräparate in bestimmten Höchstmengen einsetzen. Schädliche Insekten bekämpfen Öko-Winzer mit natürlichen Wirkstoffen. Den Traubenwickler verwirrt man zum Beispiel mit Pheromonen. Das sind Duftstoffe weiblicher Tiere, die auf eine Rebfläche ausgebracht werden. Sie verwirren die männlichen Tiere, da sie die Weibchen nicht finden. So wird eine Fortpflanzung verhindert. Auch im konventionellen Weinbau hat sich der Einsatz der Pheromone bewährt.

Bio-Wein ist in der Regel etwas teurer als ein entsprechender Wein aus konventionellem Anbau. Das hat mehrere Gründe: Bei diesem Wein ist das Risiko für Ernteverluste schließlich höher. Besteht ein hoher Infektionsdruck durch pilzliche Krankheiten, leidet die Qualität der Trauben und die Ernte fällt geringer aus. Außerdem ist die Erzeugung von Bio-Trauben aufwändiger, weil der Boden mechanisch bearbeitet wird und das Einbringen organischer Dünger einen höheren Aufwand verursacht.

Im Handel platziert man Bio-Wein am besten bei den anderen Weinen und sortiert nach Anbaugebieten. Eine separate Präsentation ist nur bei breiten Bio-Sortimenten sinnvoll. Wer Bio-Wein kauft, ist in der Regel anspruchsvoll: Gute Beratung ist hier sehr wichtig. Den Absatz können Händler zudem mit Flaschenanhängern oder Auslobung im Handzettel ankurbeln. Empfehlenswert sind Aktionswochen mit anderen Bio-Lebensmitteln, die die Verbraucher gerne zum Wein genießen. Dazu gehören Käse, Fleisch, Spargel und Brot.