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Warenverkaufskunde Kokosprodukte

Hedda Thielking | 05. Oktober 2017

Kokosprodukte liegen derzeit im Trend. Wir zeigen auf, welche Produkte hauptsächlich im Handel erhältlich sind, worauf bei der Vermarktung zu achten ist, und wie man sie genießen kann.

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Auf die Palme gehen

Für die Herstellung von Kokosprodukten können nicht nur die Kokosnüsse, sondern auch der Kokosblütennektar verwendet werden. Für die Ernte müssen die Kleinbauern schon mal auf die Palme gehen.

Kokosraspeln und Kokosmilch bietet der Handel schon seit Jahrzehnten an. In letzter Zeit sind weitere interessante Kokosprodukte auf den Markt gekommen. Dazu gehören vor allem Kokosblütenzucker und -sirup, Kokosmehl, -öl, -mus, -chips und -wasser. Wer seinen Kunden diese trendigen Produkte nicht vorenthalten möchte, sollte zumindest ein Grundsortiment im Regal haben.

Um die Kunden mit diesen exotischen Lebensmitteln vertraut zu machen, sollten Händler auch Informationen, Verwendungstipps und Rezeptvorschläge parat haben. Für all das kann diese Warenverkaufskunde hilfreich sein.


Anbau in den Tropen
Ohne Kokospalmen gäbe es weder Nüsse noch Kokosblütennektar. Das sind die beiden Rohstoffe für die Herstellung von Kokos-Lebensmitteln. Die Palmen wachsen rund um den Tropengürtel in Asien, Afrika, Südamerika und dem Südpazifik, wo eine mittlere Jahrestemperatur von 27 Grad C herrscht. Zu den Hauptanbauländern zählen Indonesien, die Philippinen, Indien, Brasilien und Sri Lanka. Neben Plantagenanbau gibt es natürlich gewachsene Palmenmischwälder. Hier wachsen zwischen den Kokospalmen Bananen und andere tropische Pflanzen. Da die Kokospalme mehrmals im Jahr Blüten ausbildet, können auch mehrmals im Jahr Kokosblütennektar und Kokosnüsse geerntet werden. Diese Arbeit übernehmen meistens Kleinbauern.

Für die Ernte der Nüsse klettern die Bauern entweder auf Palmen und schneiden die Früchte mit einem Messer ab, oder sie ernten die Nüsse vom Boden aus. Dafür benötigen sie sehr lange Stangen oder aneinander gebundene Bambusstöcke, an deren Ende ein Messer oder eine Sichel befestigt ist. Beide Methoden erfordern viel Kraft und Geschick. Von einer Palme können die Kleinbauern durchschnittlich 50 bis 100 Nüsse im Jahr ernten. Für die weitere Verarbeitung der Kokosnüsse muss zunächst die äußere lederartige Schicht der Kokosnuss entfernt werden, die meist grünlich (je nach Reifegrad und Sorte auch rötlich oder gelblich) gefärbt ist.

Heller Samenkern
Zum Vorschein kommt der Samenkern mit seiner faserigen Hülle, die direkt nach der Ernte hell ist. Im Lebensmittel-Einzelhandel kennen wir Kokosnüsse mit einer braunen faserigen Hülle. Das liegt daran, dass sich die faserige Hülle während der Lagerung dunkel färbt.

Um den Kokosblütennektar zu ernten, klettert der Kleinbauer die Kokospalme hinauf, schneidet den Blütenstand vorsichtig an, so dass der Nektar in ein Gefäß hineintropfen kann.

Wie Kokosnüsse und Nektar zu unterschiedlichen Produkten weiterverarbeitet werden, das ist auf den folgenden Seiten dieser Warenverkaufskunde beschrieben.

Vorzug für Bio und Fairtrade
Händler, die sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben haben, sollten diesen Aspekt auch bei der Sortimentsgestaltung von Kokosprodukten berücksichtigen. So unterstützen manche Hersteller nachhaltige Projekte in Anbauregionen, wo vor allem Kleinbauern ihren Lebensunterhalt mit dem Anbau von Kokospalmen und der Ernte von Nüssen und Nektar bestreiten müssen. Häufig handelt es sich dabei um Produkte aus Bio-Anbau und/oder Fairtrade-Produkte.

Möchte ein Hersteller sein Kokosprodukt mit dem Bio-Siegel der EG-Öko-Verordnung kennzeichnen, müssen die Produkte und deren Herkunft diesen Anforderungen entsprechen. Bio-Kokosnüsse dürfen beispielsweise nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, und auf den Bio-Plantagen findet man eine Mischkultur vor. Das bedeutet, dass zwischen den Kokospalmen Bananen und andere tropische Pflanzen wachsen. Die Bauern werden geschult, worauf beim Anbau zu achten ist, sodass die Pflanzen, der Boden und die Umwelt geschont werden und das natürliche Gleichgewicht erhalten bleibt. Zudem müssen die Hersteller mit den europäischen Kontrollstellen eng zusammenarbeiten. Anbau, Herstellung, Transport und Vertrieb werden genau überprüft.

Handelt es sich um fair gehandelte Produkte, berücksichtigen die Hersteller soziale, ökonomische und ökologische Faktoren: Die Kleinbauern profitieren in der Regel von einer fairen Entlohnung und guten Arbeitsbedingungen. Des Weiteren bieten solche Projekte u. a. Zugang zu Bildung, Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Wichtig zu wissen: Fair gehandelte Produkte erfüllen nicht immer gleichzeitig die Anforderungen der EG-Öko-Verordnung und umgekehrt.

Händler und Kunden sollten berücksichtigen, dass Kokosprodukte zwar sehr weite Transportwege hinter sich haben. Wer auf qualitativ hochwertige Produkte aus nachhaltiger Produktion setzt, wo Bio und Fairtrade zusammenkommen, kann dazu beitragen, den Kleinbauern in den Ursprungsländern ihre Zukunft zu sichern.

Kokosprodukte in Bio-Qualität erkennt man z. B. an dem EU-Bio-Logo (Euro-Blatt). Fair gehandelte Kokosprodukte können z. B. mit dem Logo von Gepa, FairTSA oder Transfair gekennzeichnet sein. Manche Hersteller haben auch eigene Fairtrade-Projekte mit eigenen Anforderungen, die nicht zwingend denen von Gepa, Transfair oder anderen Fairtrade-Organisationen entsprechen müssen.