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Warenverkaufskunde Snackgemüse

Heidrun Mittler | 12. Dezember 2014

Gemüse im Mini-Format eignet sich als kleiner Snack zwischendurch, der die schlanke Linie nicht belastet. Ein Überblick über Anbau und Verwendung.

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Immer mehr Verbraucher kaufen Snackgemüse. Das kleine, knackige Gemüse vereint alle Aspekte, die eine schnelle und moderne Zwischenmahlzeit haben muss: Es ist praktisch, lecker und hat viele gesunde Nährstoffe. Der steigende Absatz des Minigemüses sorgt im Lebensmittelhandel für Schwung in der Obst- und Gemüse-Abteilung. Die derzeit wichtigsten Produkte werden im Folgenden besprochen, es handelt sich um Tomaten, Paprika, Gurken und Radieschen.

Snackgemüse gibt es erst seit etwa zehn Jahren. Inzwischen hat es sich bereits einen festen Platz in den Auslagen der Abteilungen gesichert. Ein Grund: Konsumenten legen zwar Wert auf eine gesunde Ernährung, doch gleichzeitig fehlt ihnen oft die Zeit, zu kochen. Daher steigt die Nachfrage nach gesunden Lebensmitteln, die man zwischendurch, ohne Vorbereitung essen kann, zum Beispiel im Auto, am Schreibtisch, in der Schule oder auf dem Sportplatz. Snackgemüse kann außerhalb der Kühlung aufbewahrt werden und bleibt lange frisch und lecker. Ein klarer Vorteil gegenüber vorgeschnittenem, verpacktem Gemüse wie Karotten, Radieschen und Sellerie.

Entscheidend ist, dass der Verbraucher die Produkte roh verzehren kann, die Gemüse also nicht vorher gekocht werden müssen. Eine weitere Anforderung: Beliebt ist (von Radieschen einmal abgesehen) ein milder, süßer Geschmack. Dann kann Snackgemüse als vitaminreiche Alternative zu Süßigkeiten dienen. Wer es herzhaft mag, greift wahrscheinlich eher zu leicht-scharfen Radieschen und reduziert den Konsum von salzigen Kartoffelchips und Knabbergebäck.


Das niederländische Marktforschungsinstitut TNS Nipo hat die Konsumgewohnheiten beim Snackgemüse unter die Lupe genommen. Ein wichtiges Ergebnis: Die Snacks sind etwas für den ganzen Tag, zum Frühstück, unterwegs oder abends auf dem Party-Buffet. Besonders beliebt sind sie am Nachmittag, um den Hunger und die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken. Auch wenn sich der Verbraucher beim Snacken nach wie vor auch manchmal etwas vermeintlich Ungesundes wie Chips, Wurst oder Schokolade gönnt, gewinnt die Snack-Ergänzung durch Minigemüse an Bedeutung und sorgt, zum Beispiel beim Fernsehabend, für ein gutes Gefühl. Zur Zielgruppe zählen laut TNS Nipo Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Eltern mit Kindern kaufen Snackgemüse, weil es gesund ist. Sie wollen laut Studie ein Vorbild für ihre Kinder sein. Bei Eltern mit Kindern stehen Snackgemüse geplant auf dem Einkaufszettel. Bei kinderlosen Erwachsenen dagegen sind Kauf und Verzehr von Snackgemüse spontan. S ie essen es „to go“ – im Auto oder in der Stadt.

Ein Blick auf den Anbau: Dabeikonzentrieren wir uns hier auf die Fruchtgemüse (Tomaten, Paprika, Gurken), die meist unter der Regie niederländischer Gärtner in Gewächshäusern angebaut werden.

Der Unterglasanbau bietet Vorteile. So herrschen dort ein gutes Wachstumsklima und optimale Bedingungen, um ein sicheres und hochwertiges Produkt zu erzeugen. Schädlinge werden mittels biologischem Pflanzenschutz und dem „Schädling-Nützling-Prinzip“ bekämpft: So fressen z. B. Marienkäfer Läuse und Schlupfwespen die Weiße Fliege. Die Nutzung von Regenwasser und das Recycling von Dünger sind ebenfalls eine gängige Praxis beim Gewächshaus-Anbau in Holland. Zudem wenden die Gärtner dort das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung an, bei dem aus Gas Wärme und Strom gewonnen wird. Das CO2, das dabei entsteht, benötigen die Pflanzen für die Photosynthese. Den überschüssigen Strom speisen die Gärtner häufig in das allgemeine Stromnetz ein.

Darüber hinaus nutzen immer mehr Gärtner Geothermie. Dabei wird warmes Wasser mit einer Temperatur von 75 Grad Celsius aus dem Inneren der Erde gewonnen, für die Beheizung der Gewächshäuser genutzt und anschließend in abgekühltem Zustand wieder in den Boden geleitet. Da die Erdwärme das ganze Jahr über genutzt werden kann, nimmt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutlich ab – Snackgemüse aus dem Unterglasanbau wird zum nachhaltigen Produkt.

Holländische Snacktomaten sind mittlerweile ganzjährig verfügbar. Grund dafür ist, dass sich die Anbaufläche in beleuchteten Gewächshäusern in den Niederlanden in den vergangenen Jahren stark vergrößert hat. So werden beispielsweise rund 360 Hektar der niederländischen Tomaten-Gewächshäuser künstlich beleuchtet. Diese Fläche entspricht knapp 800 Fußballfeldern. Die Vorteile des beleuchteten Gewächshaus-Anbaus liegen dabei auf der Hand: Eine Abhängigkeit von Wetter und Temperaturen wird vermieden, Qualitätsverluste oder Ernteausfälle bleiben aus. Dem Lebensmitteleinzelhandel kann so das ganze Jahr lang eine gleichbleibend hohe Qualität geliefert werden.

Verkaufsaktionen wecken Probierlust: Wie auch in anderen Warengruppenkann man den Absatz von Snackgemüse deutlich steigern, wenn man eine verkaufsfördernde Aktion im Geschäft oder in der Abteilung durchführt. Verkostungen machen den Verbraucher aufmerksam und überzeugen „direkt am Gaumen“. Einige Anbieter unterstützen kreative Maßnahmen am Point of Sale, indem sie Promotion-Packungen gestalten. Ein Beispiel: eine Verpackung speziell für Kinder, um bei ihnen die Lust auf Snackgemüse zu wecken. Zweitplatzierungen im Kassenbereich können Maßnahmen im Geschäft unterstützen und für einen zusätzlichen Umsatzschub sorgen. Da die Ware nicht kühlbedürftig ist, ist eine Präsentation unkompliziert machbar.