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Deutsche Geflügelwirtschaft Putenfleisch wird knapp

Lebensmittel Praxis | 21. August 2012

Jetzt sei der Lebensmittelhandel gefordert, diese „außergewöhnliche, auf äußeren Einflüssen beruhende Situation kurzfristig anzuerkennen und die Abnahmezahlungen entsprechend anzuheben", fordert Thomas Storck, Vorsitzender des Verbands Deutscher Putenerzeuger (VDP): „Bei der augenblicklichen Kostensituation kann kein deutscher Putenhalter auskömmlich wirtschaften, aktuell müssen wir alle ein Minus einkalkulieren."

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Um die eigene Existenz zu sichern, warten die Landwirte ab und setzen die Produktion aus. „Besser eine Nullrunde als ein dickes Minus am Monatsende", so Storck. Der VDP rechnet mit einer deutlichen Angebotsverknappung in den nächsten Monaten, die bis in das Jahr 2013 hineinreichen wird.

Die in den vergangenen Monaten deutlich gestiegenen Futtermittelpreise bringen die deutschen Geflügelbetriebe in Schwierigkeiten. Die Preise für Mischfutter sind aktuell so hoch wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Der Sojapreis liegt um 75 Prozent über dem Vorjahresniveau. Da die Kosten für Futtermittel den überwiegenden Teil der Gesamtkosten bei der Versorgung der Tiere ausmachen, treiben die Preissteigerungen die deutschen Geflügelerzeuger an den Rand des Ruins, so der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft.

„Zu diesen Preisen kann die Geflügelwirtschaft nicht produzieren, es muss ein angemessener Kostenausgleich erfolgen", stützt Leo Graf von Drechsel als Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft die Forderung der Erzeuger. „Es geht hier um nichts anderes als die Existenz alteingesessener, solide wirtschaftender Betriebe, die völlig ohne eigenes Verschulden in eine prekäre Lage gebracht werden."


Die hohen Futtermittelpreise erklären sich aus anhaltenden Dürreperioden und daraus resultierenden Missernten von Soja und Mais vor allem in den USA.