Deutschland schnitt nach EU-Angaben etwas besser ab, der Verbrauch lag 2010 bei 64 Einwegtüten pro Kopf. Zudem sollen sich nach dem Beschluss der EU-Minister die Staaten konkrete Ziele setzen, damit die Verbraucher ihre Einkäufe nicht mehr so häufig in Plastiktaschen nach Hause tragen. Nicht betroffen von den EU-Vorgaben sind robuste Mehrfachtüten oder extrem dünne Tüten, die für Obst, Gemüse oder Frischfleisch gebraucht werden. Die Pläne treten 20 Tage nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft, was in den nächsten Tagen erwartet wird. Die Bundesregierung hat noch nicht entschieden, wie sie die Vorgabe umsetzen will. Derzeit spreche "nichts dafür, in Deutschland Abgaben oder gar Verbote zur Reduzierung des Verbrauchs an Plastiktüten einzuführen", sagte eine Sprecherin von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Berlin. Man werde mit Umweltverbänden, Verbraucherschützern, Ländern und der Wirtschaft über das Thema diskutieren. Vom Handel gebe es positive Signale zur Kooperation. Das Umweltbundesamt (UBA) hatte vorgeschlagen, Plastiktüten etwa in Kaufhäusern und Bekleidungsgeschäften nicht mehr umsonst abzugeben. Umweltschützer verweisen darauf, dass in Irland nach Einführung einer Abgabe die Anzahl der Plastiktüten von 328 auf 18 je Bürger und Jahr gesunken sei. Ministerin Hendricks war im Januar bereits eine von 118.000 Menschen unterzeichnete Petition zur Eindämmung des Tütenverbrauchs überreicht worden. Dabei geht es um eine Umweltabgabe auf alle Plastiktüten von 22 Cent. Derzeit werden demnach allein in Berlin 5.000 Tüten innerhalb von zehn Minuten ausgegeben.
EU Verbannt Einweg-Plastiktüten
Um die Zahl der umweltschädlichen Plastik-Einwegtüten zu senken, dürfen die EU-Staaten künftig die Beutel besteuern oder national sogar verbieten. Bis Ende 2025 soll jeder Europäer im Schnitt nur noch 40 Beutel pro Jahr verbrauchen - zuletzt (Stand 2010) waren es noch 176 Einwegtüten.
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