Edeka Gaimersheim Appetit auf mehr - Ladenreportage Edeka Gaimersheim: Teil 2

Die Kunden sollen im neuen Flaggschiff der Edeka Südbayern in Gaimersheim zum Verweilen animiert werden. Dann steigt nicht nur der Bon, sondern auch der Andrang in Bistro und Restaurant, so das Kalkül von Vorstandssprecher Claus Hollinger.

Donnerstag, 02. Juni 2016 - Ladenreportagen
Sonja Plachetta
Artikelbild Appetit auf mehr - Ladenreportage Edeka Gaimersheim: Teil 2
Bildquelle: Stefan Geisenfelder

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Ins Auge fällt zudem, dass es im ganzen Markt keine rechten Winkel und keine Säulen gibt. „So wirkt er luftig und locker“, findet Hollinger. Das liegt auch an der Raumhöhe von 5,65 m und daran, dass es keine Deckenhänger gibt und die Stromkabel der LED-Panel so filigran sind, dass man sie kaum sieht. Die Holzoptik, etwa an der Backstation oder der Weinabteilung, die Wände aus echten Pflanzen in der Obst- und Gemüseabteilung sowie in der Koch-Bar oder die Lichtkonstruktion über den Kassen ziehen ebenfalls die Aufmerksamkeit auf sich. „Sie können mehrmals durch den Markt gehen und entdecken immer etwas Neues. Genau das wollen wir“, erklärt Hollinger. 13 Mio. Euro hat die Edeka Südbayern in ihr neues Flaggschiff investiert.

Fünf Erlebniswelten hat das Planungsteam definiert, damit die Kunden länger im Laden verweilen. Dazu zählen außer der Bistro-/Backshop-Kombination der Backstube Wünsche und der Koch-Bar die 300 qm große Obst- und Gemüseabteilung mit vielen regionalen Artikeln, die Weinabteilung mit Verkostungsecke, Weinkühlschrank, Humidor sowie Extra-Regalen für hochwertige Tropfen, Piccolo-Flaschen sowie alkoholfreie Weine und Sektsorten und natürlich die 22 m langen Frischetheken inklusive Dry-aged-Reifeschrank und Käseschauschrank. Rund 250 Käsespezialitäten werden an der Theke angeboten, bei Fisch sind es gut 80 Artikel, bei Fleisch und Wurst können die Kunden zwischen 650 Produkten wählen. Der Fokus liegt hier auf regionalem Fleisch wie dem Altmühltaler Lamm und hochwertigen Sorten, etwa Wagyu-Rind.

Wer es eilig hat, findet SB-Wurst und Fertiggerichte in verglasten Kühlregalen. Interessant: Obwohl Energieeffizienz der Edeka Südbayern beim Bau wichtig war (z. B. Betonkernaktivierung und LED-Beleuchtung), sind die Kühlregale für Molkereiprodukte offen. „Die Kontaktfrequenz bei Mopro ist so hoch, dass wir uns gegen eine Verglasung entschieden haben“, erklärt Hollinger.

Auch fürs Bezahlen bietet das E-Center Alternativen für schnelle Kunden. Wer nicht an einer der sechs mit Cash Management ausgestatteten bedienten Kassen anstehen will, kann an drei Express-Self-Check-out-Terminals bis zu 10 Artikel oder an zwei Selbstbedienkassen mit Kassenband den gesamten Einkauf selbst scannen.

Offensichtlich hat die Edeka Südbayern mit dem Markt, mit dem sie einen zweistelligen Millionen-Jahresumsatz plant, den Geschmack der Menschen getroffen. „Unsere Erwartungen sind deutlich übertroffen worden“, sagt Hollinger. „Die Kunden nehmen den Standort sehr gut an.“ Und Marktleiter Franz Käs ergänzt: „Wir haben etwa 11.000 Kunden pro Woche. Manche bleiben schon zwei bis drei Stunden.“ So, wie es nach Wunsch der Geschäftsführung sein soll.

Zahlen die Zählen
  • Verkaufsfläche: 3.000 qm
  • Artikel: 35.000
  • Kunden pro Woche: 11.000
  • Mitarbeiter: 60 Köpfe

Essen aus der Box
Mit der Abholbox vor dem Markt will die Edeka Südbayern erste Erfahrungen im Online- Handel sammeln. Registrierte Kunden können unter www.edeka-sb.de zwischen 15.000 Artikeln wählen. Thekenware ist nicht darunter. Fleisch, Wurst und Käse werden nur in SB angeboten. Bestellt werden muss mindestens drei Stunden vor der gewünschten Abholzeit.Es stehen drei Zeitfenster zur Verfügung (10 bis 14 Uhr, 15 bis 19 Uhr, 20 bis 9Uhr). Liegt der Bestellwert unter 20 Euro, wird eine Abholgebühr von 3 Euro erhoben. Darüber ist der Service kostenlos. Die Ware wird im Markt kommissioniert. Die Mitarbeiter, wie die stellvertretende Marktleiterin Nina Schieferbein, platzieren die Tüten in der E-Box. Es gibt verschiedene Boxen für Trockensortiment, gekühlte und TK-Ware. Nachdem der Kunde seine Bestellung bezahlt hat, bekommt er eine Abholnummer und einen QR-Code. Die E-Box erkennt daran, wo die Ware sich befindet, und die richtigen Boxen springen auf. Für Edeka-Südbayern-Chef Claus Hollinger ist die Abholbox eine zusätzliche Dienstleistung, z. B. für die 5.000 bis 6.000 Beschäftigten im angrenzenden Gewerbegebiet. Für ihn ist vorstellbar, solche Boxen zur Nahversorgung auch einzeln in Orten zu installieren, in denen es keinen Supermarkt mehr gibt.