Ob Koch-Workshop, Online-Seminar, Retter-Tüten auf dem Wochenmarkt, Infostand oder Tellerreste-Messaktion: Während der Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ finden bundesweit eine Woche lang spannende Aktionen statt, die zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln anregen sollen. Hinter der Aktionswoche stehen das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und die Bundesländer. Eingeladen sind alle Bürger; die Teilnahme ist grundsätzlich kostenlos.
Welche Aktion wo stattfindet und ob eine Anmeldung nötig ist, zeigt eine interaktive Deutschlandkarte im Internet. Dort sind in diesem Jahr mehr als 180 Aktionen zu finden. Das Gebiet reicht von Kiel bis Freiburg und von Neuss bis Frankfurt an der Oder, online und vor Ort. Organisiert werden die Aktionen von Landesministerien, Kommunen, Verbraucherzentralen, Vereinen, Schulen, Unternehmen, Betrieben der Außer-Haus-Verpflegung und vielen weiteren Engagierten.
Diesjährige Aktionswoche wirbt für kluge Planung
Das diesjährige Motto der Aktionswoche lautet „Alles auf dem Zettel“ und betont, wie wichtig kluges Planen für die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung im Haushalt ist. Es steht nicht nur für den klassischen Einkaufszettel auf Papier oder die Einkaufsplanung über Apps.
Vielmehr vermittelt es auch, wie wichtig es ist, sich zu Hause regelmäßig einen Überblick über die Vorräte zu verschaffen: Welche Lebensmittel sind bereits da? Was muss verbraucht werden? Was fehlt für die geplanten Mahlzeiten? Wer das weiß, kauft gezielter ein und widersteht eher Spontankäufen, die später vielleicht im Müll landen. „Alles auf dem Zettel“ steht daher für einen bewussten und vorausschauenden Umgang mit Lebensmitteln, vom Einkauf bis zum Verwerten der Reste. „Jeder Einkaufszettel, jeder Blick in den Kühlschrank und jede angeschnittene Paprika, die beim nächsten Kochen mitgedacht wird, rettet Lebensmittel. Mit der Aktionswoche wollen wir zeigen, wie gut eine durchdachte Planung im Alltag wirken kann“, sagt Janina Unger von der Koordinierungsstelle.
Nationale Strategie zur Reduzierung
Jährlich fallen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette rund elf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, rund 60 Prozent davon allein in Privathaushalten. Dazu zählt auch Unvermeidbares wie Obst- und Nussschalen, Kaffeesatz, Käserinde und Eierschalen. Wie Verbraucher vermeidbare Lebensmittelabfälle reduzieren können, zeigt „Zu gut für die Tonne!“ bereits seit 2012.
Mit der „Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ adressiert das BMLEH neben den privaten Haushalten auch die Sektoren Primärproduktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel sowie Außer-Haus-Verpflegung. Ein Pakt gegen Lebensmittelverschwendung mit dem Handel und eine Zielvereinbarung für die Außer-Haus-Verpflegung wurden bereits geschlossen. Die sektorenübergreifende Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und -verlusten (KLAV), die bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) eingerichtet wurde, bietet praxisnahe Informations- und Schulungsangebote besonders für Unternehmen am Anfang der Lebensmittelversorgungskette an und treibt den Dialog an den Schnittstellen zwischen den Sektoren voran.
