Autonome Logistik Schwarz-Gruppe testet fahrerlose Lkw für Lidl-Filialen

Lidl testet in Hessen fahrerlose Lkw von Einride. Die Konzernmutter Schwarz hat die Fahrzeuge vorgestellt und nennt Details zu Probebetrieb und weiteren Plänen. Der Handelskonzern will damit dem Mangel an Lkw-Fahrern begegnen. 

Donnerstag, 24. September 2026, 14:13 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Die Lidl-Mutter Schwarz testet autonome Lkw wie diesen – auch wegen des Fahrermangels. Bildquelle: Schwarz-Gruppe

Die Schwarz-Gruppe testet im hessischen Edermünde bei Kassel fahrerlose Lkw für die Belieferung einer Lidl-Filiale. Dabei setzt der Handelskonzern Fahrzeuge des schwedischen Herstellers Einride ein, wie das Unternehmen bei einer Veranstaltung im bayerischen Geisenfeld mitteilte. Mit dem Pilotprojekt will die Schwarz-Gruppe nach eigenen Angaben dem Mangel an Lkw-Fahrern begegnen.

Allerdings bewegt sich der Testbetrieb bislang in einem sehr überschaubaren Rahmen: Die Strecke vom Warenverteilzentrum zur Filiale beträgt lediglich 400 Meter, und das eingesetzte Fahrzeug darf nicht schneller als 25 Stundenkilometer fahren. Für Langstrecken oder Autobahnfahrten ist der Lkw derzeit nicht ausgelegt. Vollständig autonom arbeitet das Fahrzeug zudem noch nicht. Ein Mitarbeiter von Einride begleitet den Lkw und übernimmt das Be- und Entladen der Ware manuell. In Ausnahmesituationen kann dieser Mitarbeiter per Fernsteuerung eingreifen.

 „Ein vielversprechender Baustein in der Logistik“

„Autonome Systeme sind für uns ein vielversprechender Baustein in der Logistik, um Lieferketten noch resilienter aufzustellen und dem akuten Fachkräftemangel aktiv zu begegnen“, sagte Serhan Yildirim von Schwarz Logistic Solutions. Thomas Dangelmayer von Lidl Deutschland betonte, die eigentliche Herausforderung liege nicht in der Streckenlänge, sondern in der Komplexität der Abläufe im Filialalltag – „vom Abbiegen im öffentlichen Straßenverkehr über das Überqueren des Parkplatzes bis zur Fahrt an die Laderampe“.

Als weitere Hürde nannte Dangelmayer den Angaben zufolge die komplexen regulatorischen Anforderungen in Deutschland. Die Schwarz-Gruppe habe sich bewusst für einen Testbetrieb in Deutschland entschieden, erklärte Yildirim. Das deutsche Regulierungsumfeld mit den Vorgaben von TÜV und Kraftfahrt-Bundesamt sei besonders anspruchsvoll. Daraus wolle man eine Grundlage für skalierbare Transportsysteme in ganz Europa schaffen.

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