87 Prozent der Unternehmen halten es für wahrscheinlich, dass es in Deutschland zu einer ernsthaften Krise in Folge hybrider Angriffe kommt. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.003 Unternehmen in Deutschland mit 10 oder mehr Beschäftigten im Auftrag des Datenverbandes Bitkom.
Bei hybriden Auseinandersetzungen greifen staatliche Akteure, die oft im Verborgenen bleiben, mithilfe von klassischen analogen Mitteln oder Cyberattacken Wirtschaft, Verwaltung oder Infrastrukturen oder weitere Einrichtungen an. Die Angriffe können beispielsweise in Form von Brand- oder Sprengstoffanschlägen erfolgen, werden seit einigen Jahren aber zunehmend durch Cyberattacken oder auch mit Drohnen durchgeführt, wie Mittwoch am Leipziger Flughafen. Dort scheiterte ein geplanter Drohnen-Anschlag. Die Bitkom-Umfrage wurde noch dem gescheiterten Drohnen-Anschlag durchgeführt.
Spur führt immer öfter nach Russland und China
18 Prozent der Unternehmen halten eine ernsthafte Krise in Folge solcher Angriffe für äußerst wahrscheinlich, gut zwei Drittel (69 Prozent) finden es eher wahrscheinlich. Nur 5 Prozent der Unternehmen halten ein solches Szenario für eher unwahrscheinlich, 3 Prozent für äußerst unwahrscheinlich.
„Bei der Diskussion über hybride Angriffe in einer Grauzone zwischen Krieg und Frieden geht es nicht mehr um ein theoretisches Risiko. Deutschland wird digital jeden Tag tausendfach attackiert, dabei führt die Spur immer öfter nach Russland und China und zu staatlichen Geheimdiensten. Aber auch physische Angriffe auf kritische Infrastrukturen, Verwaltung und Unternehmen sind Realität“, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.
Nur jedes dritte Unternehmen sieht Deutschland gut vorbereitet
Weiter sagte Wintergerst: „Wir müssen die Resilienz von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft massiv erhöhen – und zwar so schnell wie möglich. Tech-Unternehmen und Startups können mit innovativen und leistungsfähigen Technologien zur Abwehr hybrider Bedrohungen einen wichtigen Beitrag liefern.“
Drei Viertel (75 Prozent) der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die politischen Spannungen zwischen Russland und der Nato oder den USA und Iran die Gefahr analoger und digitaler Angriffe auf Deutschland erhöhen. Nur ein Drittel (33 Prozent) sieht Deutschland aktuell gut auf Cyberangriffe vorbereitet.
