Kreativ-Cup - Ausbilder des Jahres Kreative Projekte

Ausbildung kann richtig spannend sein, wie die Projekte der Kreativ-Cup-Preisträger zeigen.

Donnerstag, 04. November 2010, 23:00 Uhr
Heidrun Mittler
Bildquelle: Ku00e4mper

Das ist neu: Erstmals hat die Jury des „Ausbilder des Jahres" in diesem Jahr Einzelprojekte ausgezeichnet.
Es handelt sich um Projekte, durch die die Ausbildung junger Menschen im Lebensmittelhandel verbessert wird. Das hört sich erst einmal nüchtern an – aber die Ideen unserer drei Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie spannend solche Projekte sein können. Nicht nur das: Sie wirken lange nach. Wie die Beispiele zeigen, beeinflussen sie nicht nur die beteiligten Azubis nachhaltig, sondern stoßen auch bei den Kunden auf positive Resonanz. Das wiederum verbessert das Image des Unternehmens in der Öffentlichkeit. Eine Situation also, bei der alle Beteiligten profitieren.
Die Jury des Wettbewerbs (hier sind fast alle Handelsunternehmen vertreten) freut sich auf Ihre Einsendung im nächsten Jahr. Ein Tipp: Dokumentieren Sie ab sofort Ihre Aktivitäten (siehe Checkliste!), dann fällt die Bewerbung 2011 nicht schwer. Der Fragebogen 2010 kann zur Orientierung dienen, eine aktualisierte Version stellen wir ins Internet, wenn der Wettbewerb im April 2011 in seine nächste Runde geht.

{tab=Checkliste}

Was muss ich beachten, wenn ich mich beim Branchenwettbewerb
„Ausbilder des Jahres" bewerben will?

  1. Fragebogen downloaden: www.lebensmittelpraxis.de/veranstaltungen oder zuschicken lassen (E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.)
  2. Entscheidung treffen: Bewerbe ich mich für den „Ausbilder des Jahres" (Fragebogen beantworten) oder nur mit einem einzelnen Projekt (für den Kreativ-Cup)?
  3. Ab sofort sammeln: Aktionen und Veranstaltungen der Azubis fotografieren, Zeitungsausschnitte archivieren, Reaktionen der Kunden aufschreiben. Dann ist es relativ einfach, im nächsten Jahr die Bewerbung zu erstellen.
  4. Einsendeschluss 2011: 13. Mai 2011!

Erfahrungsfeld Bauernhof

Claudia Klebach betreibt einen Rewe-Markt in Mengerskirchen, einem kleinen Ort im Westerwald. Die selbstständige Kauffrau hat schon im Jahr 2004 die allererste Ausbilder des Jahres-Trophäe in der Kategorie „selbstständiger Einzelhandel"
gewonnen. Sie verfolgt in ihrer Arbeit einen ganzheitlichen Ansatz, davon profitieren auch ihre Auszubildenden.

Claudia Klebach hat das Projekt „Erfahrungsfeld Bauernhof" mit initiiert. Ziel ist es, Kunden mit allen Arbeiten auf dem Bauernhof vertraut zu machen. Man will zeigen, wie die Naturprodukte erzeugt werden, und damit eine emotionale Bindung zu Lebensmitteln aus der Region zu erzeugen. Das Projekt spricht Menschen ab dem Kindergarten-Alter an, zudem nehmen viele Schulklassen an den Führungen teil.

Langfristig geht es um gesunde Ernährung, den Umgang mit dem eigenen Körper und Ressourcen-Schonung. Das Rewe-Team veranstaltet selbst Führungen auf Bauernhöfen, schon im ersten Jahr nahmen mehr als 500 Personen teil. Positiver Nebeneffekt: Die Umsätze von LandMarkt-Produkten (Produkte von regionalen Erzeugern) stiegen bei Rewe Klebach um das Dreifache.


Du bist Architekt Deines Lebens!

Hans-Peter Wehrmann, Inhaber von Edeka Wehrmann, betreibt zwei E-neukauf-Märkte und drei E-Center rund um Herford. Der Kaufmann ermöglicht es seinen Azubis, an einem Seminar teilzunehmen, das an einem Ort der Stille stattfindet: im Kloster Ohrbeck, Georgsmarienhütte. Dabei sollen die Teilnehmer unter fachkundiger Leitung über ihr eigenes „Ich" nachdenken, die eigenen Werte erkennen und stärken und sich klar machen, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Zum Einsatz kommen Methoden wie Meditation oder Theaterspielen. Außerdem geht es um Zeitmanagement; aber auch religiöse und ethische Inhalte wie Glauben und Dankbarkeit, zum Beispiel gegenüber den Eltern.

Das dreitägige Seminar geht weit über eine übliche Schulung im Handel hinaus. Es bezieht sich ausschließlich auf die Stärkung der eigenen Person, nicht auf Lern-Inhalte. Peter Wehrmann bietet das Seminar alle zweieinhalb Jahre an, sodass jeder Auszubildende zweimal während seiner Lehrzeit teilnehmen kann. Er sagt, dass die Selbstreflexion bei den Jugendlichen nachhaltig wirkt. Viele Teilnehmer berichten ihm, „dass sie dadurch Halt und Richtung im Leben bekommen haben".


Engagement für Behinderte

Martin Behrendt arbeitet als Hausleiter bei Kaufland in Annaberg-Buchholz, er bildet fünf Azubis aus. Diese haben eine Patenschaft übernommen für behinderte Kinder und Erwachsene, die im Lebenshilfewerk Annaberg e.V. betreut werden. Dabei haben sich die jungen Kaufländer zum Ziel gesetzt, eine Sinnesstraße zu bauen (Materialien wie Holz, Kiesel, Sand etc, über die man barfuß läuft), das kostet rund 5.000 Euro.

In selbst organisierten Verkaufsprojekten haben sie das benötigte Geld aufgebracht: Kaffee und Kuchen verkauft, ein Grillfest mit Spielen organisiert und Fischbrötchen angeboten. Dabei wurden einige Behinderte mit in die Arbeit eingebunden, z.B. beim Basteln der Dekoration oder dem Kuchen-Verkauf.

Der Bau der Sinnesstraße wurde dann von einem örtlichen Anbieter übernommen. Diese steht den Bewohnern der Einrichtung nun dauerhaft zur Verfügung.

Diese Aktion stärkt nachhaltig das soziale Bewusstsein der jungen Menschen und sorgt zudem für ein positives Image des Unternehmens. Die Patenschaft wurde übrigens zwischenzeitlich von den ausgelernten auf nachfolgende Azubis übertragen.

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PREISTRÄGER 2010: Mit dem Kreativ-Cup wurden Wilhelm Bischoff), (links, Geschäftsführer Edeka Wehrmann), Claudia Klebach und Martin Behrendt

ausgezeichnet.

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