Leser fragen ... Wann Frontcooking und Showbackstuben wirklich rentabel sind

Hintergrund

Leser fragen und Experten antworten. In dieser Ausgabe erklärt Olaf Hohmann, worauf es ankommt, wenn Händler eine erfolgreiche Erlebnisgastronomie bieten möchten.

Montag, 17. November 2025, 07:40 Uhr
Lebensmittel Praxis
Olaf Hohmann ist Mitglied der Geschäftsleitung des EHI Retail Institute sowie Forschungsbereichsleiter Handelsgastronomie. Bildquelle: EHI Retail Instititute GmbH

Klare Relevanz

Erlebnis, Transparenz und Authentizität – das wünschen sich Gäste heute mehr denn je. Genau hier kommt Frontcooking ins Spiel. Richtig umgesetzt, kann es zum echten Publikumsmagneten werden – und passt so zu modernen Gastronomiekonzepten im Handel. Zum einen bieten Frontcooking und Showbackstuben ein hohes Maß an Erlebnis und Interaktion. Klassische Gastronomieformen können das nur schwer leisten. Gäste wollen live dabei sein, wenn ihr Essen entsteht. Das schafft Nähe, Vertrauen und macht Qualität sichtbar: frische Zutaten, saubere Abläufe und echtes Handwerk direkt vor den Augen der Kunden. Mehr Transparenz geht nicht. Das kommt an, gerade in Zeiten von steigendem Qualitäts- und Herkunftsbewusstsein. Zum anderen bieten schnippelnde Köche, brutzelnde Pfannen sowie der Duft von frisch Gebackenem ein sinnliches Erlebnis, das Emotionen weckt und im Gedächtnis der Menschen bleibt. Wer so für Aufmerksamkeit sorgt, hebt sich klar vom Wettbewerb ab. Die Gäste bleiben länger, kommen öfter – und erzählen es natürlich weiter.

Professionell umsetzen

Damit diese Erlebnisgastronomien sinnvoll sind, müssen sie gut geplant sein. Der Standort, das Konzept und die Zielgruppe spielen eine wichtige Rolle. In einem gehobenen Restaurant, in dem Genuss und Atmosphäre im Vordergrund stehen, ist Frontcooking heutzutage fast ein Muss. Hier sind die Gäste bereit, dafür mehr zu bezahlen. Wo Geschwindigkeit und Effizienz wichtiger sind als das Erlebnis, sind Live-Zubereitungen weniger sinnvoll. Auch die baulichen Voraussetzungen und Hygienestandards müssen berücksichtigt werden. So benötigen eine offene Kochstation und eine Showbackstube spezielle Abluftanlagen und ausreichend Platz.

Wirtschaftliche Überlegungen

Frontcooking kostet zwar mehr Technik, mehr Personal, mehr Planung. Aber: Es zahlt sich aus! Denn wer auf Live-Zubereitung setzt, kann nicht nur mit höherem Umsatz und besserer Auslastung rechnen – er schafft auch ein Erlebnis, für das Gäste etwas tiefer in die Tasche greifen. Zudem können Händler so innovative Gerichte vorführen und ihr Markenimage stärken. Mehr noch: Die offene Küche oder Backstube können Händler auch als Bühne für Events, Kochkurse oder Verkostungen nutzen – das erweitert das Angebot und bindet Kunden langfristig. Kurzum: Frontcooking und Showbackstuben sind kein Auslaufmodell. Beides passt zum Wunsch nach Erlebnis, Authentizität und Nachhaltigkeit. Wer die genannten Voraussetzungen beachtet und mit echter Leidenschaft inszeniert, schafft nicht nur ein unverwechselbares Gastronomieerlebnis – sondern legt auch die Basis für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Mehr Informationen finden Sie im EHI-Leitfaden „Gastronomieplanung im Handel“ unter https://www.ehi.org/produkt/ehi-leitfaden-gastronomieplanung-im-handel-2024-pdf.

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