Ponnath-Manager Olsen im Interview „Handelsmarken sind Wachstumstreiber bei Plant-Based“

Hintergrund

Die Ponnath-Gruppe sucht nach Kooperationspartnern für den Plant-Based-Bereich, um gemeinsam die Themen Geschmack, Konsistenz und letztlich Verbraucherrelevanz weiterzuentwickeln.

Donnerstag, 23. Oktober 2025, 07:40 Uhr
Jens Hertling
Renè Olsen ist als Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing in der Ponnath-Gruppe tätig. Das Unternehmen plant, in Zukunft verstärkt Kooperationen im Plant-B-Bereich einzugehen. Bildquelle: Ponnath

Ponnath ist seit 2014 im Veggie-Bereich tätig. Wie schätzen Sie den Markt aktuell ein?

Das Wachstum in diesem Bereich hat sich verlangsamt. Da wir im veganen Bereich jedoch sehr breit aufgestellt sind, sind wir gut positioniert.

Welche Wachstumsraten erzielen Sie im Plant-Based-Bereich?

Derzeit liegt unser Wachstum in diesem Bereich zwischen 5 und 10 Prozent. Dies hängt jedoch stark vom jeweiligen Segment im veganen Bereich ab. Aktuell erzielen unsere fleischfreien Produkte etwa 25 Prozent unseres Gesamtumsatzes.

Sie sind auch im Private-Label-Geschäft tätig. Wie sieht es bei den Eigenmarken aus?

Derzeit sind Handelsmarken der Wachstumstreiber bei Plant-Based. Unser Marktanteil ist bei den Eigenmarken aktuell höher als bei unserer Marke Vantastic.

Wie denken Sie über die Zukunft für Hersteller von Eigenmarken?

Die Hersteller von Eigenmarken sind gut aufgestellt und können ihren erfolgreichen Kurs fortsetzen. Markenherstellern fällt dies hingegen schwerer. Ich gehe davon aus, dass es zu einer Konsolidierung unter den Marken kommen wird.

Vor welchen Herausforderungen stehen die Hersteller im pflanzlichen Bereich?

In der Vergangenheit konnten die Hersteller beeindruckende Wachstumsraten verzeichnen. Aktuell sind diese jedoch nicht mehr in gleicher Form am Markt zu finden. Der Anteil vegan lebender Menschen bleibt weitgehend stabil. Wachstumspotenziale ergeben sich daher vor allem durch eine höhere Konsumentenreichweite – insbesondere mit Produkten, die in puncto Zutatenqualität, Nährwerte und Geschmack überzeugen. Entscheidend ist es, vor allem die Flexitarier für pflanzliche Alternativen zu begeistern.

Welche Rolle spielen Start-ups in diesem Zusammenhang?

Im Gegensatz zu klassischen Fleisch- und Wurstwaren, bei denen die Produkte und Geschmacksrichtungen seit Jahrzehnten etabliert sind, ist der Markt für pflanzliche Produkte noch stark von einer Start-up-Mentalität und kontinuierlicher Weiterentwicklung geprägt.

Nach welchen Konzepten sucht die Ponnath-Gruppe?

Die Zusammenarbeit mit unserem Partner Kerry ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie wir die Relevanz unserer Produkte für Verbraucher gezielt steigern. Unser Unternehmen konzen­triert sich zunehmend auf den veganen Bereich und arbeitet dabei eng mit anderen Unternehmen zusammen. Diese Kooperationen sind wichtig, da wir nicht alle Herausforderungen allein bewältigen können. Durch Joint Ventures und Partnerschaften können wir gemeinsam an Themen wie Geschmack, Konsistenz und letztlich der Verbraucherrelevanz arbeiten. Kerry ist einer unserer Partner, mit dem wir in verschiedenen Produktkategorien zusammenarbeiten, um genau das zu erreichen, was die Verbraucher letztlich im Regal kaufen möchten.

Können Sie die Kooperation näher erläutern?

Kerry ist ein irisches Unternehmen, das mit seiner Expertise ein wichtiger Partner für uns ist. Das Unternehmen ist aus denselben Gründen in diesen Bereich eingestiegen wie wir: Es sieht Marktmöglichkeiten und Potenzial in der Proteintransformation. Kerry verfügt über besondere Kompetenzen in den Bereichen Konsistenz, Geschmack und Marktforschung. Wir hingegen sind stark in Produktion, Distribution und Vermarktung. Diese Kooperation ist ein Beispiel dafür, wie sich unsere jeweiligen Kompetenzen ergänzen und wir gemeinsam den Markt erobern. Diese Dynamik ermöglicht es, die Stärken der Partner optimal zu entfalten und zum gemeinsamen Erfolg zu führen.

Was genau ist das Besondere daran?

Das Ergebnis dieser Partnerschaft ist die Verbindung von Kerrys Know-how in Marktanalysen und Trendforschung mit unserer Produktionskompetenz. Gemeinsam entwickeln wir innovative Produkte, die durch Qualität, Geschmack und Marktverständnis überzeugen. Diese Synergie – gestützt auf unsere Erfahrung – macht unsere Zusammenarbeit besonders stark.

Wie sehen Sie die weitere Zukunft?

Ich wünsche mir mehr solcher Projekte, denn ich bin überzeugt, dass wir damit vorankommen. Wir alle haben ein gemeinsames Interesse daran, den pflanzlichen Bereich weiterzuentwickeln. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist entscheidend, um wirklich etwas zu bewegen und positive Entwicklungen voranzutreiben. Wir sehen es als unsere Verantwortung, diese Rolle aktiv zu übernehmen. Natürlich gibt es Produkte, die wir eigenständig entwickelt haben. Es gibt jedoch auch viele Bereiche, in denen wir erkennen müssen, dass wir alleine nicht weiterkommen. Hier ist es wichtig, sich mit anderen zusammenzutun, um einen positiven Spiraleffekt in Richtung der Verbraucher zu erzielen.

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