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Strategie Energie-Management bei Aldi - einfach effizient

Markus Oess | 08. September 2010

Wenn Aldi Neuerungen einführt, dann gilt Dreierlei: Sie müssen sich in der Praxis bewährt haben, nennenswerte Vorteile bieten und bezahlbar bleiben. Das gilt auch für das Energie-Management in den Filialen, wie ein Rundgang durch einen modernen Aldi-Markt, exklusiv für die LEBENSMITTEL PRAXIS, zeigt. Das Konzept wurde bereits ausgezeichnet.

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Nein, betont eine Aldi-Sprecherin, beim exklusiven Rundgang durch die Filiale, einen Pilotmarkt gebe es nicht. „Einfach, konsequent und verantwortlich“, nennt sie den Arbeitsansatz des Branchenprimus. Das Unternehmensleitsatz spiegelt sich auch im Energie-Management wider, für das der Discounter vom EHI Retail Institute, Köln, ausgezeichnet wurde. Ziel ist, neben dem ganzheitlichen Ansatz der Betrachtung aller Elemente in einer Filiale (z.B. Beleuchtung, Kühlung, Energiegewinnung), die bestmögliche Umsetzung in den Märkten. Der Standort in Kriftel (Baujahr 2008) entspricht dem aktuellen Technologie-Standard. „Eine Stabsstelle für Energie-Management gibt es nicht. Das Thema wird dezentral durch einen Arbeitskreis bearbeitet.

Zudem kommen wenigstens vier Mal im Jahr Regional-Geschäftsführer zusammen, um gemeinsam das künftige Vorgehen abzusprechen, Projekte zu entwickeln etc.“, erklärt der Chef der Regionalgesellschaft Mörfelden. Jeder von ihnen kümmert sich um Spezialthemen für Aldi Süd gesamt. „Aldi versteht sich als Innovationstreiber. Wir gehen mit unseren Geschäftspartnern kooperativ um, diskutieren ihre Vorschläge und werden auch selbst aktiv“, ergänzt die Sprecherin und verweist auf eigene technologische Patente wie z. B. bei der Beleuchtung.

Gierige Kältetechnik

Den größten Batzen macht die Kältetechnik aus. Sie ist der hungrigste Energiefresser und herkömmliche Kältemittel (R404A) zählen bekanntlich zu den hochwirksamen Treibhausgasen. Aldi Süd wird alle neuen Filialen mit dem natürlichen Kältemittel CO2 ausstatten. Hierzu schloss der Discounter mit der Carrier Kältetechnik Deutschland GmbH einen Vertrag zur Lieferung einer umweltschonenden Technologie ab. Seit 2006 fährt Aldi Süd bereits Tests in 25 Filialen, davon mit 20 Anlagen von Carrier. Gut 20 bis 25 Prozent teurer, heißt es in der Branche, sind diese Anlagen als der Standard. „Die Anlage ist nicht spürbar effizienter als herkömmliche, aber wir vermeiden dank besserer Eigenschaften von CO2 nennenswerte Treibhauseffekte bei Leckagen“, sagt die Sprecherin.
Dem LEH macht generell das Leckage-Problem zu schaffen. Alle Läden müssen Art und Menge nachgefüllter und rückgewonnener Treibhausgase (flourierte Treibhausgase, so genannte F-Gase) dokumentieren. In aller Regel geschieht das mittels handschriftlich geführtem Logbuch.


Aldi erledigt das mit moderner IT und Handy-Applikationen und setzt die aufgespielten Daten zur effizienten Leckage-Kontrolle ein. Das System (Mobilec), vom Bundesumweltministerium ausgezeichnet, hat Aldi mit den Beratern von Tebeg (Würzburg) initiiert. Seit der Einführung Anfang 2009 hat Aldi Mobilec in rund 4.500 Kälte-und Klima-Anlagen der knapp 1.750 Filialen installiert. Auch Wärmerückgewinnung mit Kälteverbundanlagen sowie optimierte Lüftungs- und Raumkühlungskonzept gehören zum guten Ton. Ein in eine neu konzipierte raumlufttechnische Anlage integrierter Wärmetauscher und der Einbau eines Wärmetauschers in einen Zuluftkanal reduzierten den Verbrauch der Heizenergie über die digitale Steuerung um 30 bis 50 Prozent. Zusätzlich wird seit 2007 in den Standorten ein Lüftungs- und Raumlüftungskonzept mit zentraler Raumkühlungsanlage und Verdampfer in der Lüftungsanlage umgesetzt. Einsparpotenzial: 60 Prozent des Energiebedarfs der Lüftung.