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Nachhaltigkeit Wer macht’s besser?

Bettina Röttig | 06. November 2020
Nachhaltigkeit: Wer macht’s besser?
Bildquelle: Santiago Engelhardt

Verbraucher, NGOs, Unternehmer: Viele Kräfte treiben das Engagement für mehr Umweltschutz, bessere Sozial- und Tierwohl-Standards oder Ressourcen-Effizienz in der Ernährungswirtschaft voran.

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Lebensmittelverluste, Plastikverpackungen, CO2-Emissionen und Wasserverbrauch in Landwirtschaft und Nutztierhaltung: Die Herausforderungen von Lebensmittelhandel und -industrie und die Forderungen nach nachhaltigeren Lösungen sind Dauerbrenner in den Medien. Von der Generation Greta bis zu den Best Agern interessieren sich die Bundesbürger zunehmend für das Thema – auch oder erst recht im Corona-Jahr.

Glaubt man Verbraucherstudien, so verleiht auch die aktuelle Pandemie nachhaltigem Konsum einen Schub. 67 Prozent der Verbraucher sehen die Verknappung natürlicher Ressourcen kritischer aufgrund der Corona-Krise, 65 Prozent wollen sich die Folgen ihres Konsums im „New Normal“ bewusster machen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Konsumgüter und Einzelhandel: Wie Nachhaltigkeit die Verbraucherpräferenzen grundlegend verändert“ des Capgemini Research Institute. Weltweit nahmen mehr als 7.500 Verbraucher und 750 Unternehmen aus neun Ländern an der Studie teil.

Offensichtlich wird in Konsumentenbefragungen immer wieder festgestellt, dass transparente Informationen zu nachhaltigeren Angeboten die Nachfrage erhöhen. Handel und Hersteller reagieren und gehen offensiver in die Kommunikation. Produktlabels wie „klimaneutral“ und Kennzeichnungen zu umweltfreundlicheren Verpackungen sind häufiger in den Regalen zu finden. Aktionen zu einzelnen Nachhaltigkeitsthemen oder gar ganze Shop-Konzepte (Penny „Grüner Weg“ in Berlin-Spandau) erklären dem Verbraucher die Dimensionen des Nachhaltigkeitsmanagements.

Auf Herstellerseite sind es vor allem junge Start-ups, die Umwelt- und Ressourcenschutz von Anfang an in ihre DNA eingebaut haben, wie es oft so schön beschrieben wird. Bio ist Standard, Verpackungskonzepte sind grün. Doch auch „erwachsene“ Unternehmen ändern ihren Kurs. Je größer der Tanker oder die Flotte, desto mehr Stellschrauben sind es dann meist auch. So ist das Nachhaltigkeitsmanagement mittlerweile in vielen Unternehmen mannstark besetzt.

Auf wissenschaftlicher Seite sind es Institute wie das Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) der Universität Witten/Herdecke, die durch die Qualifizierung von Mitarbeitern sowie durch einen Zertifizierungsstandard die Food- und Nearfood-Branche voranbringen. Rund 300 Nachhaltigkeits-Manager wurden bisher ausgebildet, mehr als 100 Unternehmensstandorte werden jährlich nach dem ZNU-Standard zertifiziert – Tendenz klar steigend.

Eine Netzwerkstudie hat gezeigt, dass 90 Prozent der ZNU-Partnerunternehmen während der Corona-Pandemie unvermindert ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen angehen (61 Prozent) oder ihr Engagement sogar steigern (29 Prozent). Zudem sind die Unternehmen überzeugt, dass sich zukünftig die politischen Rahmenbedingungen stärker in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln werden, wie beispielsweise durch den Green Deal der EU.