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Interview mit Jan Bredack Veganz

Alexander Krone | 01. Februar 2018

Nach seinem Strategiewechsel ist Veganz profitabel. Die Erweiterung des Sortiments und der Roll-out im In- und Ausland sollen für dynamisches Wachstum sorgen

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Sie bauen Ihre drei verbliebenen Veganz-Märkte in Berlin vom Vollsortimenter zum Flagship-Store um. Was verändert sich?
Wie bereits bei der Ankündigung unserer teilweisen Umstrukturierung gesagt, liegt unser Hauptaugenmerk darauf, unser Veganz-Markenportfolio weiter auszubauen und verfügbarer zu machen. Inzwischen sind wir bereits bei 170 Produkten angekommen. Mit Blick auf den Umbau unserer Filialen zu Flagship-Stores haben wir unser Sortiment bereits auf rund 2.000 Artikel reduziert und fokussieren uns nur noch auf Food. Das neue Restaurant- bzw. Bistro-Konzept wird momentan noch überarbeitet und in Kürze in einem neuen Set-Up eingeführt.

Das vergangene Jahr war geprägt durch Ihren Strategiewechsel hin zum Markenartikler geprägt. Wie haben Sie das Geschäftsjahr 2017 insgesamt abgeschlossen?
Unterm Strich waren wir sehr erfolgreich und haben es geschafft, endlich profitabel zu werden. Den positiven Jahresabschluss haben wir durch unseren Konsolidierungskurs erreicht. Dass wir uns der Verlustbringer, sprich der Retail-Filialen außerhalb Berlins, entledigt haben, bedeutet natürlich, dass uns rund 10 Mio. Euro Umsatz aus dem Bereich verloren gingen. Dafür konnten wir im Markengeschäft aber ein Umsatzwachstum von 30 Prozent verzeichnen. Wir konnten viele Themen (z.B. mit Edeka) regeln und haben uns für die anstehenden Herausforderungen gut positioniert.

Wie sieht die Kooperation mit Edeka nun aus?
Am Anfang hatten wir im Großhandel keine Erfahrungen und so sind viele Fehler entstanden, die insbesondere Edeka zum Start ertragen musste. Mit der Unterstützung von Edeka haben wir unsere Supply-Chain aufgebaut und sind nunmehr in der Logistik sehr gut aufgestellt. Für die zunächst gemeinsam gegründete Firma hatten sich beide Seiten aber Ziele gesetzt, die wir so nicht erfüllen konnten. Um die Geschäftsbeziehung nicht nachhaltig zu belasten, haben wir diese Firma aufgelöst, Edeka ist nunmehr ein wichtiger Kunde.


Was planen Sie für 2018?
Wir rechnen mit einem Umsatzplus von 9 Mio. Euro im Vergleich zu 2017.

Soll das Wachstum vor allem aus dem In- oder Ausland kommen?
Beides. Wir werden im Inland die Präsenz in den Regalen weiter ausbauen. In Deutschland sind wir aber im Grunde bei allen stationären Händlern der Drogeriefachmärkte, Lebensmitteleinzelhandels, sowie bei den großen Online-Lebensmittellieferdiensten wie Amazon oder zukünftig Rewe digital gelistet. Wir werden unsere Kooperation mit Edeka wiederbeleben und weiter stärken und haben den Plan, in diesem Bereich kurzfristig auch mit Rewe durchzustarten. International werden wir weitere Länder erschließen – wie bisher über langfristige Kooperationen. Hierüber erwarten wir das stärkste Wachstum. Im Frühjahr starten wir mit Carrefour in Frankreich, in UK mit zwei Partnern, mit Spar International erfolgt der Roll-out in elf Ländern, und im zweiten Halbjahr kommt Skandinavien.

In wie vielen Outlets wird die Marke Veganz dann gelistet sein?
In ca. 12.000 bis 14.000 Outlets.