Produktwissen So können Händler Microgreens gezielt für Cross-Selling und Kundenbindung einsetzen

Hintergrund

Auch wenn sie winzig daherkommen, eröffnen Microgreens Händlern neue Möglichkeiten, Kunden für die kreative und gesunde Küche zu gewinnen.

Freitag, 12. September 2025, 07:40 Uhr
Hedda Thielking
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Microgreens benötigen im Gegensatz zu Sprossen Licht zum Wachsen. Bildquelle: Hermann Kräuter
Auch wenn Microgreens viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten, können sie das ausgewachsene Gemüse nicht ersetzen. Die Verzehrmengen sind gering, sie enthalten keine Ballaststoffe und sättigen nicht. Als Topping eignen sie sich aber sehr gut. Bildquelle: Getty Images

Klein, aber fein: Micro­greens sind junge, essbare Pflanzen, die nach dem Keimen in die Höhe schießen, bis sie ihre ersten Blätter – die Keimblätter – zeigen. Ihr Geschmack? Konzentriert, intensiv, oft aromatischer als bei der ausgewachsenen Pflanze. Sie wachsen in Erde oder Substrat und erreichen zur Ernte etwa 5 bis 10 Zentimeter Höhe. Mit ausreichend Licht entwickeln sie kräftige Farben und volles Aroma.

Im Unterschied dazu handelt es sich bei Sprossen um Keimlinge: Sie sprießen ohne Erde und ohne Licht – nur mit Wasser. Nach zwei bis vier Tagen sind sie erntereif. Man genießt sie komplett – samt Wurzeln. Beide liefern eine Extraportion an Vitaminen und Mineralstoffen.

Anbau mit Präzision

Zurück zu den Microgreens: Ihr Anbau beginnt nach Informationen der Firma Herrmann Kräuter mit der Aussaat: Dafür werden die Samen in flache Trays mit Pflanzenerde oder Substrat ausgesät, gegossen und sofort abgedeckt. Diese Dunkelphase dauert drei bis vier Tage. Anschließend deckt man die Trays wieder auf, sodass die kleinen Pflanzen im natürlichen Sonnenlicht oder unter LED-Lampen weiter gedeihen und das satte Grün entwickeln.

Regelmäßiges Feinsprühen hält die Wurzeln feucht. Je nach Sorte schneidet man die kleinen Pflänzchen nach 7 bis 21 Tagen knapp über der Wurzel ab. Herrmann Kräuter verpackt sie in atmungsaktive Kunststoffpackungen. So sind sie fertig für den Handel. Manche Produzenten verkaufen sie in kleinen Schalen mit Erde – auch als Kresse bekannt. Hier schneiden die Kunden ihre Portion zu Hause frisch ab.

Im Handel

Händler platzieren Micro­greens am besten in der Kühltheke bei 4 bis 7 Grad Celsius, idealerweise direkt im Umfeld von Salaten und Kräutern. Das signalisiert Frische und Qualität. Beim täglichen Frische-Check sollten Mitarbeiter welke Ware sofort aussortieren. Zusätzlich kann man Microgreens auch bei veganen und Bio-Produkten präsentieren oder sie mit Salaten, Wraps oder Smoothies im Cross-Selling kombinieren. Rezeptkarten oder QR-Codes wecken Lust auf neue Ideen in der Küche. Mit Probier-Aktionen lassen sich Kunden direkt am Point of Sale überzeugen.

Die kleinen Pflänzchen kommen besonders bei jüngeren Kunden gut an. Die erreichen Händler vor allem über Social Media: Kurze Videos mit Rezeptideen, Tipps und Gesundheitsfakten funktionieren häufig sehr gut.

In der Küche

Verbraucher sollten Microgreens in einer atmungsaktiven Verpackung im Kühlschrank aufbewahren. Sie sollte nicht luftdicht sein. So bleiben sie fünf bis sieben Tage frisch. Wichtig: erst direkt vor dem Verzehr waschen.

Vielseitig genießen

Als Garnitur:  Sie geben Salaten, Suppen und Bowls den letzten Pfiff für Optik und Geschmack. Wichtig: Microgreens für Suppen und Bowls nicht mitkochen!

In Smoothies und Pesto: Brokkoli- und Grünkohl-Microgreens sind perfekt für Smoothies. Zu Pasta schmeckt ein Pesto aus Erbsen und Cashewkernen oder Brokkoli und Walnüssen.

Auf Sandwiches und Burgern: Hier sorgen Microgreens für eine angenehme Frische und einen besonderen Geschmack.

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Bild öffnen Microgreens benötigen im Gegensatz zu Sprossen Licht zum Wachsen. Bildquelle: Hermann Kräuter
Bild öffnen Die Sonnenblumen-Micro­greens sind saftig und knackig und haben eine dezent nussige Note. Sie ergänzen Salate und verleihen ihnen eine erfrischende Textur. Mit ihrem herzhaften Geschmack eigenen sich Sonnenblumen-Microgreens vor allem für Smoothies.
Bild öffnen Brokkoli: Ein leicht kohlartiger Geschmack ist typisch für die Brokkoli-Variante. Ihr Geschmack beruht auf dem sogenannten Sulforaphan, das ist ein sekundärer Pflanzenstoff mit gesundheitsfördernder Wirkung.
Bild öffnen Erbsen gelten als Klassiker in vielen Küchen. Sie schmecken süßlich wie die frische Zuckererbse. Aus ihnen kann man ein leckeres Erbsen-Pesto zubereiten.
Bild öffnen Rotkohl: Wer glaubt, dass diese Microgreens einen weihnachtlichen Touch haben, irrt. Frisch und knackig, macht eine gute Balance zwischen Süße und Säure sie zu einem Allrounder.
Bild öffnen Radieschen Red Vulcano: Die roten Radieschen haben wie ihre ausgewachsenen Gemüseschwestern eine scharf-würzige Note. Schon ein paar Greens geben der Speise den Radieschengeschmack.
Bild öffnen Grünkohl: Diese Variante schmeckt ein bisschen milder und süßlicher als der ausgewachsene Grünkohl. Deshalb sind sie auch bei denjenigen beliebt, die einen intensiven Kohlgeschmack nicht mögen.