Sauber halten
Müsli, Kaffeebohnen oder Nudeln selbst abfüllen, statt sie fertig verpackt zu verkaufen: Einige Händler setzen auf Unverpackt-Stationen. Damit wollen sie Einwegverpackungen vermeiden und Abfall reduzieren. Zudem können Kunden genau die Menge kaufen, die sie benötigen. Im Supermarkt stehen dafür meist geeignete Mehrwegbehälter bereit. Je nach System können auch eigene Behälter mitgebracht werden. Damit die Lebensmittelsicherheit an den Unverpackt-Stationen gewährleistet bleibt, setzt der Handel auf Hygienekonzepte. Die DIN-Norm „Lebensmittelhygiene – Selbstbedienungseinrichtungen für unverpackte Lebensmittel – Hygieneanforderungen“ gibt dafür einen entsprechenden Rahmen vor.
Gute Hygienepraxis beachten
Im Markt sollte geschultes Personal die Hygieneanforderungen kennen. Beim Befüllen gilt: Die Hände müssen sauber sein, und ein direkter Kontakt mit dem Lebensmittel ist zu vermeiden. Um die Abfüllstation hygienisch einwandfrei zu halten, kontrolliert das Personal die Station regelmäßig, entfernt sichtbare Verschmutzungen und dokumentiert die Maßnahmen. So lässt sich verhindern, dass sich Keime ausbreiten.
Beim Nachfüllen von Haferflocken, Bohnen und anderer loser Ware prüfen die Mitarbeiter außerdem, ob Hinweise auf Insekten- oder anderen Schädlingsbefall erkennbar sind. Bestätigt sich der Verdacht, muss der Händler das betroffene Lebensmittel aus dem Verkauf nehmen. Auch dürfen Allergene, wie sie etwa in Nüssen vorkommen, nicht von einem Produkt auf ein anderes übertragen werden. Unsachgemäß genutzte Dosierhilfen können solche Rückstände übertragen.
Die Stationen sollten zudem so konstruiert sein, dass Kunden die Lebensmittelkontaktflächen nicht berühren können. Ist beispielsweise die Abfüllmechanik verstopft, darf nur das Verkaufspersonal Zugang zur Mechanik erhalten, um die Störung zu beheben.
Kunden einbeziehen
Auch die Kunden tragen Verantwortung. Mitgebrachte Behälter sollten sauber und trocken sein. Beim Abfüllen dürfen Käufer die Lebensmittel weder mit den Händen berühren noch mit Gegenständen verunreinigen. Selbst erklärende Stationen und verständliche Hinweise unterstützen eine hygienische Bedienung.
Zu Hause sollten Kunden die Lebensmittel gut verschlossen, kühl, dunkel und trocken lagern sowie bei längerer Aufbewahrung auf Schädlingsbefall und Verderb achten. Das Mindesthaltbarkeitsdatum an der Unverpackt-Station dient dabei als Orientierung. Trockene Lebensmittel können bei geeigneter Lagerung länger haltbar sein.
Fazit: Hygienegerechte Technik, geschultes Personal, klare Kontrollprozesse und verständliche Kundeninformationen sichern den hygienischen Betrieb.
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