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Fangquoten Mehr Hering, mehr Scholle

Lebensmittel Praxis | 19. Dezember 2011

Erstmals seit Jahren dürfen Nordsee-Fischer wieder mehr Hering und Scholle fangen. Das beschlossen die EU-Minister in Brüssel.

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Deutsche Kutter könnten 140 Prozent mehr Hering einfahren, sagte der deutsche Agrarstaatssekretär Robert Kloos. Damit ist es möglich, dass 2012 insgesamt rund 405.000 t Nordsee-Hering gefischt werden. Die Fangquoten können steigen, weil sich die Bestände im laufenden Jahr erholt haben.

Auch Scholle und Kabeljau dürfen häufiger gefangen werden. Für die Nordsee-Scholle gab es eine Erhöhung von 15 Prozent, ebenso für arktischen Kabeljau vor der Küste Norwegens. Bereits im Oktober waren die Fangmengen für den Hering in der Ostsee zum ersten Mal seit vier Jahren heraufgesetzt worden.

Für zahlreiche andere Fischarten wurden die Fangquoten für die Nordsee und den Nordatlantik aber gekürzt. Einbußen gibt es beispielsweise beim Seelachs in der Nordsee. Hier wurde die Fangquote um 15 Prozent reduziert. Die Fangquoten für den Kabeljau in der Nordsee blieben nahezu auf Vorjahresniveau.

Für Deutschland steht nach Worten Kloos' im kommenden Jahr unter dem Strich aber ein Plus. In den Vorjahren hatte es stets Rückgänge gegeben. „Die Fischereipolitik Deutschlands trägt jetzt Früchte", sagte Kloos. „Vor dem Hintergrund der zurückliegenden Jahre, wo es deutlich schwierigere Verhandlungen waren, wo deutliche Rückgänge zu beschließen waren, können wir heute durchweg zufrieden aus den Verhandlungen gehen."

Die neuen Quoten wurden von der Meerschutz-Organisation Oceana ebenso wie von der Umweltstiftung WWF kritisiert. In Europa gelten fast 90 Prozent der Bestände als überfischt.