Deutschland hat die USA als größten Abnehmer von brasilianischem Kaffee abgelöst. Im Jahr 2025 importierte Deutschland 5,4 Millionen 60-Kilo-Säcke Kaffee aus Brasilien, wie der brasilianische Verband der Kaffee-Exporteure Cecafé mitteilte. Dies entspricht einem Anteil von 13,5 Prozent an den gesamten Ausfuhren.
Die USA fielen auf den zweiten Platz zurück. Sie importierten 5,3 Millionen Säcke, ein Minus von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Grund für den Einbruch waren Strafzölle in Höhe von 50 Prozent, die US-Präsident Donald Trump zeitweise verhängt hatte. „In den fast vier Monaten, in denen zwischen Anfang August und Ende November hohe Zölle auf alle Kaffeesorten aus Brasilien erhoben wurden, sind unsere Lieferungen in die USA um 55 Prozent eingebrochen“, zitierte der Verband seinen Präsidenten Márcio Ferreira in der Mitteilung. Trump hatte die Zölle auf eine Vielzahl brasilianischer Lebensmittelprodukte als Reaktion auf das Strafverfahren gegen den inzwischen verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro verhängt, mit dem er politisch eng verbunden ist. Angesichts steigender Lebensmittelpreise in den USA nahm Trump die Zölle im November wieder größtenteils zurück.
Brasilien exportierte im vergangenen Jahr insgesamt 40 Millionen Säcke Kaffee, 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Erlöse stiegen dennoch um 24 Prozent auf den Rekordwert von 15,5 Milliarden US-Dollar. Ferreira führte den Rückgang der Exportmengen neben den US-Strafzöllen auf niedrigere Lagerbestände nach Rekordausfuhren im Vorjahr sowie witterungsbedingte Einbußen zurück.
„Unsere monatlichen Durchschnittspreise lagen 2025 höher, und die Produzenten investieren weiter in Technologie, Innovation und Qualität“, zitierte der Verband Ferreira in der Mitteilung. Brasilien exportiere Kaffee in mehr als 120 Länder und decke über ein Drittel des Weltmarktes ab. Nach Deutschland und den USA zählen Italien, Japan und Belgien zu den wichtigsten Abnehmern.