Beim Schokoladenkonzern Barry Callebaut kommt es überraschend zu einem Chefwechsel. Der frühere Unilver-CEO Hein Schumacher übernimmt das Amt per 26. Januar 2026 bei dem mit sinkenden Absätzen kämpfenden Konzern. Der bisherige Konzernleiter Peter Feld verlässt das Unternehmen nach Abschluss des Transformationsprogramms BC Next Level. Dieses Programm sah unter anderem Einsparungen von 250 Millionen Franken (269 Millionen Euro) vor.
Feld bleibt in der Übergangsphase
Feld stand seit April 2023 an der Spitze des Konzerns und führte das Unternehmen durch eine Phase stark steigender Kakaopreise, volatiler Märkte und geopolitischer Unsicherheiten. Für die Übergabe stehe Feld dem Unternehmen weiterhin zur Verfügung, um insbesondere Wissen aus dem Transformationsprogramm weiterzugeben, hieß es.
Der Verwaltungsrat begründete die Ernennung Schumachers mit dessen langjähriger Erfahrung in der globalen Nahrungsmittelindustrie und seiner ausgewiesenen Erfolgsbilanz beim Steigern des Aktionärswerts. Schumacher war zuletzt von 2023 bis 2025 CEO von Unilever. Er setzte dort einen Wachstumsplan mit Fokus auf margenstarke Kernmarken um. Zuvor führte er während mehrerer Jahren den Molkereikonzern Royal Frieslandcampina. Dort hatte er auch die Funktion des Finanzchefs inne.
Umsatz stieg trotz Volumenrückgangs
Barry Callebaut hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 einen deutlichen Rückgang des Verkaufsvolumens verzeichnet. In der Periode von September bis November 2025 sank die verkaufte Menge um 9,9 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Im Bereich Global Chocolate schrumpfte das Volumen um 6,8 Prozent, im Bereich Global Cocoa sogar um 22,0 Prozent. Insgesamt verkaufte Barry Callebaut 509.401 Tonnen Schokolade.
Der Umsatz stieg trotz des Volumenrückgangs um 6,4 Prozent auf 3,67 Milliarden Franken (3,95 Milliarden Euro). In Lokalwährung hätte das Plus sogar 8,9 Prozent betragen. Der Zuwachs resultierte nach Angaben des Unternehmens aus den höheren Kakaopreisen im Jahresvergleich. Die zuletzt leicht rückläufigen Kakaopreise hätten sich inzwischen auf hohem Niveau eingependelt, berichtete Barry Callebaut. Dies stimme das Unternehmen zuversichtlich für die zweite Jahreshälfte.
Panne in Produktionsstätte belastete
Als Gründe für den Volumenrückgang nannte Barry Callebaut unter anderem die höheren Preise, die Konsumenten vorübergehend zu weniger Käufen bewogen hätten. Zudem habe die strategische Entscheidung, im Bereich Global Cocoa stärker auf profitablere Segmente und Regionen zu setzen, zu einem niedrigeren Absatz beigetragen.
Belastet wurde das Ergebnis auch durch eine Panne in einer der größten Produktionsstätten in Nordamerika. Das Werk im kanadischen Saint-Hyacinthe war im ersten Quartal rund drei Wochen ausgefallen. Ein technischer Defekt an einer Röstmaschine hinterließ den Angaben zufolge deutliche Spuren im Ergebnis.
Barry Callebaut bestätigt Jahresprognose
Mit dem Volumenrückgang von 9,9 Prozent verfehlte Barry Callebaut die Erwartungen von Analysten, die im Konsens mit einem Minus von 8,7 Prozent gerechnet hatten. Beim Umsatz lag der Konzern hingegen deutlich über den Prognosen.
Barry Callebaut bestätigte den Ausblick für das Geschäftsjahr 2025/26 und erwartet eine operative Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte, unterstützt durch sinkende Kakaobohnenpreise. Der Konzern rechnet mit einem mittleren einstelligen prozentualen Volumenrückgang.
Beim wiederkehrenden Gewinn vor Zinsen und Steuern stellt das Unternehmen weiterhin ein Wachstum in Lokalwährungen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Beim wiederkehrenden Gewinn vor Steuern erwartet Barry Callebaut ein zweistelliges Plus, während der Schuldenabbau fortgesetzt werden soll.