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Konsum Leipzig Wir testen die Besten - Wir testen die Besten: Teil 2

Silvia Schulz, Reiner Mihr | 20. Februar 2018

Konsum Leipzig Karl-Liebknecht-Straße . Dass die Juroren des Wettbewerbs „Supermarkt des Jahres“ völlig emotionsfrei urteilen, ist ein Gerücht. 2013 beispielsweise wurde der Mut, ein Kleinflächenprojekt voranzutreiben, belohnt. Wir haben jetzt dort nochmals eingekauft.

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Zunächst staunen wir über die gut genutzten Fahrradständer vor dem Geschäft – aber die stammen offensichtlich nicht von Konsum-Kunden. Angesichts der dort abgestellten Fahrräder müsste der Laden eigentlich gut besucht sein. Ist er aber nicht. Die Fahrradständer vor dem Konsum wären ein schöner Werbeträger. Aber sie sind nicht entsprechend gelabelt. Eigentlich schade: Firmenname, Öffnungszeiten, Kontaktdaten – würde prima passen.

Die Schaufenster des kleinen Ladens (nur rund 150 Quadratmeter plus 20 Quadratmeter Lagerfläche) sind abgeklebt. Auf den Mauervorsprüngen der Fassade unterhalb der Schaufenster liegen leere Flachmänner, Zigarettenschachteln, Papierschnipsel und Kippen. Papierkörbe würden die Situation sicher entspannen.

Die Plakatierung ist komplett und ordentlich – nur hat sie teilweise nichts mehr mit der Realität (Werbung für Weinabende finden derzeit gar nicht statt,) zu tun.

Vor dem Markt

Außeneindruck: 46,7% - 1 LP-Punkt

Wir gehen jetzt rein. Wir sehen durch die Eingangstür den untervermieteten Bäcker. Piktogramme rechts neben dem Eingang zeigen Öffnungszeiten, Bezahloptionen und mehr. Das empfinden wir als sehr kundenfreundlich.

Innenbereich
Der Bäcker macht Lust auf Cappuccino. Das gehört nicht zum Test, aber da es sich um eine echte Kleinfläche handelt, haben wir von diesem einzigen Verweilpunkt in der Filiale einen guten Blick hinein. Auf dem einen Bistrotisch fällt uns das schon etwas ältere, ramponierte Pappschild mit der Aufschrift „Kein Packtisch“ auf. Dazu ein Stempel der Bäckerei. Tja, verständlich. Es ist ärgerlich, wenn Kunden einen solchen Tisch mit Einpacken blockieren.

Links an der Wand nach dem Eingang sehen wir den Handzettelständer für die aktuelle Werbung. Leider leer und bleibt leer. Dafür ein Behälter an der Wand für Fremdwerbung. Gut gefüllt. Die Wand selber: etwas schmuddelig. Auch andere sichtbare Wände im Markt könnten mal aufgefrischt werden. Aber vielleicht merkt das der schnelle Kunde gar nicht – nur wir.

Positiv fallen uns die verschiedenen Modelle von Einkaufswagen auf: normale Körbe, Körbe zum Ziehen und normale, kleine Einkaufswagen. Die Orientierung im Markt ist für Kunden, die die Filiale zum ersten Mal besuchen, schwer. Denn Kundenführung ist auf der Kleinfläche wohl nicht so einfach. Wir finden keinen Übersichtsplan am Eingang, auch keine Sortimentsschilder über der Ware.

Über dem eigentlichen Markt sehen wir eine durchaus attraktive Galerie. Hier stehen Stühle und Tische, Werbetafeln mit den verschiedenen deutschen Weinanbaugebieten sind aktiv und hinterleuchtet. Aber ein Verbots-Schild an der Treppe hindert den Zugang. Die Treppe wird als Abstellfläche genutzt. Wir fragen nach. Ach so, früher gab es monatlich Weinabende, wir sind auch nicht die Einzigen, die nachfragen, aber die Weinabende gibt es schon länger nicht mehr. Wir meinen: Die Galerie ist ein attraktiver Platz zum Verweilen. Wir würden Frühstückskaffee anbieten. Gibt es allerdings auf der anderen Straßenseite beim Bäcker - da boomt das Geschäft jedenfalls. Auch ein kleines Bistro am Mittag mit frischen Salaten stellen wir uns vor.

In den Regalen gibt es viele Out-of- Stocks. Und wir vermissen für die Ware in den Regalen ein wenig Ordnung und System. Ob die Kunden hier zu sehr wühlen? Egal, das gehört aufgeräumt. Im Getränkebereich fällt uns der klebrige Fußboden auf. Natürlich passiert so was gerade hier häufig. Und es dauerte auch nicht allzu lange, bis die Stelle gereinigt wurde. Wir wollen unser Leergut loswerden – aber wo? Ach klar, durch die Tür ins Hinterland. Und da ist ja auch das Schild „Leergutannahme“ und ein Mitarbeiter sofort zur Stelle. Wir fragen dann noch nach einer besonderen Saftsorte (zur Verbesserung der Sehkraft), die wir in der Werbung gesehen haben. Gibt es nicht und die Empfehlung lautet, es in der Apotheke nebenan zu versuchen. Das ist wirklich freundlich, aber im Interesse des Unternehmens? Vielleicht sollte er den Kundenwunsch beim nächsten Mal notieren und weitergeben. Dennoch muss gelobt werden: Das Personal ist in der Filiale stets präsent. Bis auf den Mitarbeiter an der Leergutannahme sind alle anderen auch an ihrer Dienstkleidung zu erkennen.