Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln in Deutschland ist im zweiten Quartal erneut gestiegen. Zwischen April und Juli setzte der Einzelhandel mit Bio-Produkten 4,75 Milliarden Euro um – ein Plus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) mitteilte. Im gesamten ersten Halbjahr lag der Umsatz den Angaben zufolge bei mehr als 9,6 Milliarden Euro.
Das Wachstum ist laut dem Verband nicht um die Preissteigerungen im Lebensmitteleinzelhandel bereinigt, übersteige diese aber deutlich. „Bio-Lebensmittel stehen auch in Krisenzeiten ganz oben auf der Einkaufsliste der Deutschen: Da gehören sie auch hin“, erklärte BÖLW-Chefin Tina Andres.
Besonders stark profitierten dem Verband zufolge die Drogeriemärkte wie dm oder Rossmann. Diese hätten ihr Bio-Sortiment in den vergangenen Jahren erheblich ausgeweitet, etwa bei Snacks, veganen Produkten, Babykost oder Tee. Die Umsätze mit Bio-Produkten stiegen bei den Drogeriemärkten um fast 20 Prozent. Ihr Anteil am gesamten Bio-Lebensmittelhandel liegt nach Angaben des BÖLW allerdings erst bei rund 12,5 Prozent.
Rewe und Edeka wachsen mit Bio-Eigenmarken, Fachhandel stagniert
Die Vollsortimenter wie Rewe oder Edeka verzeichneten bei Bio-Produkten ein Umsatzwachstum von 5 Prozent im zweiten Quartal. Der Ausbau der Bio-Eigenmarken habe sich hier ausgezahlt, teilte der Verband mit. Im Bio-Fachhandel stagnierte die Nachfrage hingegen bei einem Umsatz von 0,82 Milliarden Euro. „Neben der insgesamt verhaltenen Konsumstimmung dürfte sich darin zunehmend auch der Strukturwandel im Markt widerspiegeln“, begründete der BÖLW die Entwicklung. Die Verbraucher kaufen Bio-Lebensmittel demnach immer häufiger in herkömmlichen Supermärkten oder Drogerien statt im spezialisierten Fachhandel.
Die Daten erhob der Verband nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft, unter anderem auf Basis von Zahlen der Marktforschungsinstitute Yougov und NIQ Nielsen.
