Podcast „Zwei Millionen Geschichten“ – warum sich das 1-Euro-Fleischkäsebrötchen für Globus rechnet

Das Fleischkäsebrötchen ist weit mehr als ein Snack – es ist für Globus Koblenz-Bubenheim ein profitables Geschäftsmodell, ein Symbol für Handwerksqualität und das wichtigste Marketinginstrument.

Freitag, 26. September 2025, 07:00 Uhr
Elena Kuss
Bildquelle: Patrick Schlueter

„Wir verkaufen zwei Millionen Fleischkäsebrötchen im Jahr. Das ist nicht nur eine Zahl, sondern zwei Millionen Geschichten unserer Kunden“, sagt Patrick Schlüter, Geschäftsleiter Globus Koblenz-Bubenheim. Ob Müllabfuhr, Bundeswehr oder Stammkunden aus der Nachbarschaft – das Brötchen für einen Euro gehört für viele Menschen zum Alltag. Neben der klassischen Variante gibt es auch eine Alpenversion mit Speck und Käse, die etwas teurer ist. „Vor 30 Jahren haben wir an den Brötchen sicher mehr verdient als heute. Aber es geht nicht nur um den Preis. Der Erfolg liegt darin, dass wir das Fleischkäsebrötchen täglich frisch in unserer Metzgerei produzieren und immer wieder neue Rezepturen entwickeln“, so Schlüter.

Trotz des niedrigen Preises arbeitet Globus mit den Brötchen profitabel. "Natürlich fragen wir uns intern auch immer wieder, ob sich das Ganze rechnet. Aber ich kann Ihnen versichern, dass sich das Fleischkäsebrötchen für uns lohnt.“ Auch eine zeitweise Preiserhöhung auf 1,20 Euro führte zu keinen nennenswerten Absatzrückgängen.  "Während der Corona-Pandemie haben wir den Preis gesenkt, um zu zeigen: Bei uns kann man noch günstig essen.“

Hinter dem Brötchen steckt für Schlüter eine klare Strategie. „Ich habe hier kein Millionenbudget für Werbung, deshalb ist das Fleischkäsebrötchen ein Marketinginstrument.“ Die Verbindung von Handwerksqualität und günstigen Preisen sei das, was Kunden an Globus schätzten. Transparenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit dem Konzept des „gläsernen Globus“ zeigt der Markt, wie Lebensmittel vor Ort entstehen – von der Metzgerei über die Bäckerei bis zur Konditorei. „Wenn ein Kunde bei uns ein Steak isst und es ihm schmeckt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er sich auch ein Rinderfilet an der Theke kauft.“

Doch Globus Koblenz-Bubenheim versteht sich nicht nur als Ort zum Einkaufen, sondern auch als Treffpunkt. „Unser Ziel ist es, die emotionalste und kreativste Einkaufsstätte in der Region zu sein“, sagt Schlüter. Themenwelten wie Grillzeit oder Weihnachten sorgen für Inspiration, Kindersamstage und Degustationen für Begegnungen. Mitarbeiter mit Spezialqualifikationen – vom Fischsommelier bis zur Käsesommeliere – verleihen dem Standort zusätzliches Profil.

Auch Digitalisierung gehört zum Konzept. Globus war Vorreiter beim „Scan & Go“-Modell, bei dem Kunden ihre Artikel während des Einkaufs selbst scannen. „Das hat sich wirklich ausgezahlt. Wir könnten heute wahrscheinlich mit nur vier konventionellen Kassen auskommen.“ Zudem experimentiert der Markt mit Robotern, die Kunden den Weg weisen oder Angebote präsentieren. „Das wirkt auf den ersten Blick wie ein Marketinggag, ist aber ein betriebswirtschaftlich durchdachtes Projekt. Ab Ende 2025 soll der Roboter in der Lage sein, unsere Artikeldaten zu verarbeiten und Kunden direkt zu den Produkten zu führen.“

Für die Zukunft verfolgt Schlüter eine klare Vision: „Ich will, dass unser Handwerk noch sichtbarer wird. Viele Menschen wissen auch nach elf Jahren nicht, dass wir hier selbst produzieren.“ Globus Koblenz will emotionaler Marktplatz und technologisch fortschrittlicher Supermarkt bleiben – mit dem Fleischkäsebrötchen als Herzstück der Marke.

 

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