Unangemeldet Ku’damm-Glanz aber lange Schlangen – so präsentiert sich Alnatura in Berlin

Hintergrund

Hier zeigt die LP die ganze Vielfalt des Lebensmittelhandels: Ein Zufallsgenerator wählt für jede Ausgabe einen Markt aus – den die Redaktion anschließend inkognito besucht. Diesmal: der Alnatura-Markt in Berlin.

Donnerstag, 25. September 2025, 07:40 Uhr
Jens Hertling
Der Alnatura-Markt lädt bei gutem Wetter zum Kaffee im Freien ein. Bildquelle: Hertling

Berlin wird oft als „Hauptstadt der Biomärkte“ bezeichnet, denn im Vergleich zu anderen deutschen Städten gibt es hier eine sehr hohe Dichte an Bioläden und Bio-Supermärkten. Seit Jahren schießen sie dort wie Pilze aus dem Boden. Marktführer in der Hauptstadtregion ist weiterhin die Bio Company mit 58 Filialen, dicht gefolgt von Denn’s Biomarkt mit 54 Filialen. Den dritten Platz belegen die Alnatura-Märkte mit 21 Filialen. Der Zufallsgenerator hat dieses Mal den Alnatura-Markt in der Giesebrechtstraße in Berlin ausgewählt. Er liegt nur einen Steinwurf vom feinen Ku’damm entfernt. Wie im Lebensmitteleinzelhandel sind auch im Bio-Fachhandel Freud und Leid nah beieinander. Dieser Alnatura-Markt in Charlottenburg lässt sich jedoch weder dem einen noch dem anderen zuordnen.

Stimmung 

Obwohl es kurz vor dem Berufsverkehr an einem Donnerstag ist, sind nur drei Kunden anwesend. Sie erledigen keine Wocheneinkäufe, sondern kaufen nur das Nötigste. Vier in Firmenkleidung gehüllte Mitarbeiterinnen sind damit beschäftigt, die Regale mit Waren zu füllen. An der rechten Wand reihen sich Glastüren aneinander. Dahinter sind Molkereiprodukte, Sojadrinks und Fleischersatzprodukte zu sehen. Aufgrund der vielen Out-of-Stocks haben die vier Verkäuferinnen reichlich zu tun. Es herrscht eine entspannte und lockere Atmosphäre. Die Verkäuferinnen sind gut gelaunt und beantworten gerne Fragen zum Sortiment. Dafür muss an der Kasse etwas mehr Wartezeit eingeplant werden, da die Kassiererin ihren Kolleginnen beim Einräumen hilft.

Sortiment 

Laut Homepage bietet dieser Alnatura-Markt über 6.000 Bio-Produkte, eine Bäckerei-Theke, Naturkosmetik, frische Smoothies und vieles mehr. Das Sortiment ist ordentlich, der Markt kann jedoch nicht alle Wünsche wie ein Vollsortimenter erfüllen. Besonders groß ist die Auswahl an Kosmetik und frischen Säften. Ein Merkmal, das Alnatura von anderen Märkten unterscheidet, ist, dass rund 1.400 der Artikel von der hauseigenen Marke stammen. Im Regal stehen fast überall Verpackungen mit dem hauseigenen Alnatura-Siegel neben bekannten Bio-Marken. Direkt hinter dem Eingang befindet sich die O+G-Abteilung. Der Großteil des Bio-Obst- und -Gemüseangebots ist unverpackt erhältlich, und zahlreiche Produkte werden in Pfandgläsern verkauft. Neben dem Obst befindet sich die Backtheke. Neben Bio-Backwaren kann man hier auch Bio-Käse kaufen. Die Auswahl an Broten, Brötchen und Süßgebäck war zu dieser Zeit allerdings sehr begrenzt. Das Highlight dieser Filiale ist eine integrierte Café-Bar mit Sitzmöglichkeiten an den Fenstern. Allerdings war die Auswahl an Snacks zu dieser Zeit sehr klein. Draußen gibt es an vier Tischen Plätze, um einen Snack neben einem Kaffee zu genießen.

Sauberkeit 

Der Markt in der Giesebrechtstraße scheint etwas älter zu sein. Die Fliesen hatten Flecken. In den Gängen standen Wagen und sogar Hubwagen, aus denen die Verkäuferinnen Waren verräumten. Es wirkte alles ein wenig improvisiert. 

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