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Interview Schlüter - Edeka Neues Fleisch-Konzept

Christina Steinheuer | 07. September 2010

Die Edeka Minden-Hannover will mit einem erweiterten Markenfleischprogramm Geld verdienen und Kunden binden. Bedientheke wird zur Fleischfachabteilung

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Mit der Neupositionierung der Fleischtheken auf Fachhandelsniveau streben die Händler bereits für dieses Jahr eine deutlich überproportionale Umsatzsteigerung an. In die Umsetzung der Marketing- und Vertriebsmaßnahmen investiert die Regionalgesellschaft einen zweistelligen Millionenbetrag. Für die Neugestaltung der Bedienungsabteilung stellt die Mindener Zentrale Investitionszuschüsse zur Verfügung. Bauerngut soll als Eigenmarke etabliert und als Qualitätsmarke für die Bedienung positioniert werden, die neue Marke Premios soll als A-Marke im Bereich SB etabliert werden. Den Preiseinstieg deckt bei SB „gut&günstig“ ab.

LP: Wie viel Umsatz macht die Edeka Minden-Hannover mit Fleisch und Wurst im LEH?
Dirk Schlüter: Wir erzielen in diesem Segment ein Umsatzvolumen von mehr als 500 Mio. Euro. Der weit überwiegende Teil davon kommt aus den eigenen Fleischwerken. Das Portfolio wird durch weitere Markenanbieter, Spezialitäten und regionale Lieferanten ergänzt.

Welche und wie viele Produkte werden Sie unter der Marke Bauerngut anbieten, welche und wie viele unter „Premios“?
Unter Bauerngut bieten wir das komplette Fleischsortiment von Kalb, Schwein und Rind an. Bauerngut-Wurst wird es in den handelsüblichen Varianten geben, wobei wir aktuelle Entwicklungen aufgreifen und auch saisonale und regionaltypische Spezialitäten in das Programm aufnehmen. Unter Premios werden ebenso die drei genannten Fleischarten angeboten – insgesamt handeln wir 40 Artikel.

Sie sagen, Fleisch- und Wurstwaren zählen zu Ihren Profilspitzen, können Sie das begründen?
Unsere Kundenbefragungen zeigen, dass unsere Bedientheken für Fleisch und Wurst als ein entscheidendes Kriterium für die Wahl der Einkaufsstätte genannt werden. Unsere eigenen Fleischwerke verschaffen uns in diesem Segment einen Wettbewerbsvorteil, den die Kunden wahrnehmen und honorieren. Lebensmittelsicherheit spielt beim Kauf von Fleisch und Wurst eine herausragende Rolle. Dem trägt Rechnung, dass unser ebenfalls neues Kontrollsystem stufenübergreifend ist und auch Erzeugung und Verarbeitung umfasst.
Um den Charakter einer Fachabteilung zu schaffen, ändern Sie in den Bedienungsabteilungen u.a. das Layout und die Farbgebung.

Welche Marketing- und Vertriebsmaßnahmen stehen noch an?
Die Einführung des Markenfleischprogramms „Bauerngut“ unterstützen wir z.B. durch Großflächenplakate, Flyer, Handzettelwerbung. Selbstverständlich nutzen wir auch unsere Kundenkarte, die DeutschlandCard und Kanäle wie das PoS-Radio. Besonders viel Wert legen wir darauf, dass wir unsere Mitarbeiter für die Markenfleisch-Kampagne begeistern. Sämtliche 6.000 Beschäftigte, die an den Bedientheken Fleisch und Wurst verkaufen, sind zu insgesamt acht Kick-Off-Veranstaltungen eingeladen. Dabei geht es nicht nur um Informationsvermittlung, sondern auch um die emotionale Ansprache. Außerdem stehen separate Schulungsmaßnahmen an. Zudem gibt ein Aktionshandbuch Tipps, Hinweise und Anregungen.

Dirk Schlüter, Sprecher der Geschäftsführung der Edeka Minden-Hannover Stiftung & Co. KG. Marke in der Theke sichtbar gemacht: Bauerngut steht für Bedienung.