Ladenbau Runde Sache

Mehr Präsentation auf weniger Fläche – möglich wird dies mit Inseln, Gondeln und geschwungenen Wegeführungen.

Donnerstag, 07. Juli 2011 - Management
Udo Mett
Artikelbild Runde Sache
Bildquelle: Ku00e4mper, Mugrauer

Mit der Arrondierung der Stammsortimente und der Integration dazu passender Gastro- und Serviceangebote bauen der Lebensmittel-Einzelhandel, Bio- und Naturkostläden, Getränkemärkte und Drogerie-Filialisten ihre Kernkompetenzen weiter aus, um sich gegenüber Wettbewerbern deutlicher zu differenzieren und eine Alleinstellung und Profilierung im lokalen Markt zu erreichen. Damit verbunden ist die Erwartung, Zusatzumsätze zu generieren, neue Kunden zu gewinnen und hohe Kundenloyalität zu schaffen. Letztlich steht dahinter aber auch das Ziel, die Flächenproduktivität (Umsatz je qm Verkaufsfläche) zu erhöhen. Denn die Kosten je qm nehmen zu, weil der qualifizierte Handel – dem allgemeinen Verbrauchertrend zur Bevorzugung städtischer Wohnlagen folgend – sich tendenziell in frequenzstarken Innenstadtlagen, City-Centern und Stadtteilzentren konzentriert, wo im Gegensatz zur Grünen Wiese aufgrund höherer Grundstückspreise bzw. höherer Mieten höhere Fläche nkosten anfallen.

Mit diesem Trend steigen die Anforderungen an den modernen Ladenbau. „Die Zahl der individuellen Lösungen wächst dramatisch, und die Systeme müssen deutlich flexibler sein, weil die Händler mehr Präsentation auf weniger Fläche verlangen“, schildert Thomas Krist, Leiter Ladenbau bei Wanzl, die Vorgaben seiner Handelskunden. Nur Inseln und geschwungene Wegeführungen erlauben es nach seiner Ansicht, auch auf kleiner Fläche funktionale Bereiche neu zu definieren und an den Kunden zu kommunizieren. Dieser Aspekt der „intuitiven PoS-Kommunikation“ gelte genauso für die vertikale Warenpräsentation. Wenn zum Beispiel zu Kaffee, Pads und Filtern auch Zucker, Gebäck und Tassen angeboten werden, also in Form einer klassischen Zweitplatzierung, könne nur ein intelligentes und gleichzeitig wertiges Gondelsystem den Flächenverbrauch auf ein Minimum reduzieren und gleichzeitig die nötige Aufmerksamkeit bei den Kunden erzielen, die den Flächenverbrauch rechtf ertige. Besonders hoch sind die Anforderungen an das Ladenbausystem, wenn die Kompetenz in einem Sortiment, das viel fachliches Know-how verlangt, visualisiert werden soll. Das gilt zum Beispiel für die gut sortierte Weinabteilung im Supermarkt oder für bestimmte Dienstleistungen in einem Drogerie-Markt.

Hinzu kommt, dass qualitätsorientierte Kunden nicht in der Regalstraße beraten und bedient werden möchten. Denn je höher das Produkt positioniert ist, umso wichtiger ist die Einrichtung von Rückzugsräumen, in denen Kunden ungestört vom übrigen Ladenbetrieb fachlich beraten werden, um dort z. B. in aller Ruhe Wein verkosten zu können. Gerade im Weinverkauf sind die Anforderungen anspruchsvoller Kunden hoch: Sie erwarten umfassende Auswahl in Breite und Tiefe sowie differenzierte Beratungskompetenz. Gelingt es, sich in beratungsintensiven Produktsegmenten überzeugend und kompetent zu präsentieren, überträgt sich dies auf das Image des gesamten Marktes, und der Markt profiliert sich zur unverwechselbaren Marke.