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Interview mit Markus Buntz Mit neuer Kraft

Dieter Druck | 20. Februar 2018

Der tief greifende Umbau bei Bünting ist beendet. Das ostfriesische Handelsunternehmen geht auf „eigenen Füßen“ die Zukunft an. Die Konzepte für die Combi- und Famila-Standorte werden ausgerollt. Für beide sollen auch eigene Online-Shops installiert werden.

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Bünting is back! Nach mehreren Jahren in der Verlustzone, wurde unter Vorstandschef Markus Buntz bereits 2016 das operative Ergebnis der Unternehmensgruppe wieder ins Positive gedreht. Im laufenden Jahr will das Handelsunternehmen in Leer wieder einen Gewinn in der Gesamtbilanz ausweisen. Die Weichen für eine nachhaltige Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit sind gestellt, sagt Vorstand Markus Buntz.

Was war aus Ihrer Sicht der entscheidende Schritt in den vergangenen zwei Jahren?
Markus Buntz: Der entscheidende Punkt bei der Neuausrichtung war die Konzentration auf den Lebensmittel-Einzelhandel, verbunden mit der Trennung von nicht zukunftsfähigen Unternehmenssparten. In dieser Hinsicht haben wir alles richtig gemacht. Im Zentrum der Neuausrichtung steht die Mobilisierung des Kerngeschäfts mit unseren Kunden und den daraus resultierenden Umsatzzuwächsen. Ebenso wirken die auf Effizienzverbesserung, weitere Potenzialausschöpfung und Kostenoptimierung ausgerichteten Maßnahmen im Unternehmen und in den Märkten.

Wo steht Bünting aktuell?
Die Neuausrichtung ist kontrolliert und planmäßig abgelaufen. Nach weitgehender Konsolidierung befinden wir uns wieder in einer Investitions- und Expansionsphase. Das operative Ergebnis haben wir bereits im Jahr 2016 um 20 Millionen Euro verbessert und damit wieder ins Positive gedreht. Für 2018 erwarten wir in der Bilanz unterm Strich wieder schwarze Zahlen.


Wie hoch sind die Investitionen für die Neuausrichtung?
Wir sprechen hier über jährlich zweistellige Millionenbeträge, die in die Modernisierung und den Neubau von Standorten fließen werden.

Wie ist die Abgabe von zehn Standorten an Edeka zu deuten?
Der Wechsel dieser Märkte beruht auf Einzelstandortentscheidungen. Die zehn Märkte sind überwiegend angemietete, ehemalige Jibi- und Minipreis-Standorte, die für uns wirtschaftlich nicht sinnvoll waren und die am Rande unseres Vertriebsgebietes lagen. Gleichzeitig sind wir auch wieder an neuen Standorten dran.

Zum Unternehmen

Die Bünting-Unternehmensgruppe hat als mittelständisches Handelsunternehmen ihren Sitz seit mehr als 200 Jahren in Leer (Ostfriesland). Mit mehr als 14.000 Mitarbeitern und rund 800 Auszubildenden ist sie einer der größten Arbeitgeber und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Nordwesten Deutschlands. Zur Unternehmensgruppe gehören das Bünting Teehandelshaus sowie die Vertriebsgesellschaften J. Bünting Coloniale, Famila, Combi und Jibi mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Kernregionen der Vertriebsaktivitäten liegen zwischen der Nordseeküste und dem Münsterland, sie reichen von der holländischen Grenze im Westen bis nach Ostwestfalen. Durch das Großhandelsgeschäft sowie durch das E-Commerce- Geschäft ist man auf nationaler Ebene tätig. Außerdem vereinen sich unter dem Dach der Unternehmensgruppe die Bünting E-Commerce GmbH & Co. KG für das bundesweite Online- Geschäft, die Bünting Großhandel und Service GmbH & Co. KG als Partner im Großhandel sowie mehrere Dienstleistungsgesellschaften. Die Bünting Großhandel und Service GmbH & Co. KG beliefert nicht nur Großabnehmer aus dem Lebensmitteleinzel- und Großhandel, sie entwickelt auch Standortkonzepte für selbstständige Einzelhändler, die unter den Namen Markant, Nah & Frisch und Ihre Kette betrieben werden.

Hamburg war auch mal ein Expansionsziel für Combi. Liebäugeln Sie immer noch damit?
Hamburg ist keine festgeschriebene Expansionsrichtung und hat aktuell keine besondere Präferenz.

Was passiert im laufenden Jahr bei Bünting?
Aktuell hat der 2017 begonnene Rollout der neuen Combi- und Famila-Konzepte Vorrang. 40 Standorte haben wir seitdem umgestellt. Bei insgesamt rund 200 Combi- und 20 Famila-Märkten haben wir aber auch noch Einiges vor uns. Aber ich denke, dass wir im Laufe 2019 mit der Umstellung auf die neue Marktgeneration durch sind.

Welches sind die Kernelemente des erneuerten Konzepts bei den Combi-Standorten?
Ein wesentlicher Punkt ist die Zusammenführung der Ultrafrische am PoS, die Molkereiprodukte, Chilled Food, Fleisch sowie Obst- und Gemüse einbezieht. Gleichzeitig wurden die Sortimente überarbeitet und angepasst. Wir wollen den Kunden auf der Fläche nicht mit einer Riesenauswahl erschlagen, sondern ihm durch eine gewisse Vorauswahl eine Orientierung geben.