Warenverkaufskunde Kombucha: Prickelnd und probiotisch

Hintergrund

Das fermentierte Erfrischungsgetränk feiert sein Comeback. ­
Ob als gesundheitsbewusster Trend oder kalorienarmer Durstlöscher – Kombucha bereichert zunehmend das Getränkesortiment.

Donnerstag, 05. Juni 2025, 07:40 Uhr
Theresa Kalmer
Kombucha: Prickelnd und exotisch
Die Tee-Ernte: Die Grundzutat für Kombucha sind verschiedene Teekräuter. In der Regel sind dies schwarzer oder grüner Tee. Aber auch andere Sorten wie Pfefferminze oder Hibiskus eignen sich, um Kombucha zu aromatisieren und zusätzliche Geschmacksrichtungen zu erzeugen.
Bildquelle: Lebensmittel Praxis, Adobe Stock

Wie wird aus einem gesüßten Tee ein prickelndes Erfrischungsgetränk? Der Schlüssel liegt in der Fermentation: Hefen und Bakterien wandeln Zucker in organische Säuren wie Essigsäure und Milchsäure, ein wenig Alkohol sowie Kohlensäure um. Das Ergebnis: Kombucha – ein erfrischendes süß-säuerliches Getränk.

Seinen Ursprung hat Kombucha in Ostasien, vermutlich in China oder Japan, wo es bereits 200 v. Chr. als Naturheilmittel geschätzt wurde. Auch heute greifen viele gesundheitsbewusste Verbraucher zum fermentierten Tee, der als probiotisches Getränk für eine gesunde Darmflora sorgen, das Immunsystem stärken und die Verdauung fördern soll. Auch eine antioxidative Wirkung wird ihm nachgesagt. Wissenschaftlich sind diese Effekte jedoch nur begrenzt belegt.

Der Name selbst soll auf eine Legende zurückgehen: Ein koreanischer Wandermönch namens Kombu soll den japanischen Kaiser Inkyo mit dem fermentierten Tee geheilt haben – daher „Kombu“ und „Cha“ (Tee).

Über Russland und das Baltikum fand Kombucha seinen Weg nach Europa, wo es Anfang des 20. Jahrhunderts populär wurde. Der Zweite Weltkrieg und die industrielle Lebensmittelproduktion ließen ihn jedoch zeitweise in Vergessenheit geraten. Heute erlebt Kombucha ein Comeback – als probiotisches Trendgetränk und kalorienarmer Durstlöscher.

Geschmacklich ist Kombucha vielseitig. Das Grundaroma ist süß-säuerlich mit einer feinen Spritzigkeit, die an Cider erinnert. Im Handel finden sich klassische Sorten wie grüner oder schwarzer Tee, fruchtige Varianten mit Mango, Zitrone oder Beeren sowie ausgefallene Kreationen wie Ingwer, Kurkuma oder Hibiskus. Für den bewussten Konsum gibt es auch zuckerreduzierte Sorten.

Vielfältige Positionierung

Händler können von der Vielfalt an Aromen profitieren, die sich für unterschiedliche Zielgruppen eignen – von klassischen Varianten bis hin zu ausgefallenen Kombinationen. So lässt sich das Getränk nicht nur als gesunder Durstlöscher positionieren, sondern auch als Trendprodukt für experimentierfreudige Kunden. Dabei sollten Händler jedoch den Alkoholgehalt im Auge behalten: Überschreitet er 1,2 Volumenprozent, muss dieser laut EU-Recht auf der Verpackung angegeben werden.

Wer trinkt Kombucha?

Kombucha begeistert vor allem gesundheitsbewusste Konsumenten, die natürliche, funktionale Zutaten und weniger Zucker bevorzugen. Besonders urbane Millennials und die Generation Z greifen gerne zu dem fermentierten Erfrischungsgetränk. Auch als alkoholfreie Alternative zu Bier oder Wein wird das Getränk immer beliebter. „In Europa wächst das Interesse spürbar: Wir sehen, dass immer mehr Menschen nach funktionalen Getränken suchen, die mehr können als nur erfrischen“, erklärt Maximilian Seedorf, Gründer von Kombuchery.

Verkaufsförderung: So 
überzeugt Kombucha

Verkostungen sind ein Erfolgsrezept: Da Kombucha für viele Kunden noch erklärungsbedürftig ist, überzeugt der direkte Geschmackstest oft auf Anhieb. Aufmerksamkeitsstarke PoS-Materialien wie Thekendisplays, Aufsteller oder Regalstopper mit anschaulichen Informationen und Probier­aktionen unterstützen den Abverkauf zusätzlich.

Einige Hersteller wie Kombuchery bieten Raw Kombucha an, der ungekühlt haltbar ist. Das ermöglicht eine flexible Platzierung im klassischen Getränkeregal, wo er auch neben Limonaden oder Energydrinks auffallen kann. Zusätzlich wird je nach Marktgröße eine Platzierung im gekühlten To-go-Regal angestrebt, um spontane Impulskäufe zu fördern und die Zielgruppe direkt im Alltag zu erreichen.

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Bild öffnen Die Tee-Ernte: Die Grundzutat für Kombucha sind verschiedene Teekräuter. In der Regel sind dies schwarzer oder grüner Tee. Aber auch andere Sorten wie Pfefferminze oder Hibiskus eignen sich, um Kombucha zu aromatisieren und zusätzliche Geschmacksrichtungen zu erzeugen.
Bild öffnen Die Teezubereitung: Nach dem Aufgießen mit heißem Wasser wird Zucker zugegeben und vollständig aufgelöst. Das ist wichtig für den nächsten Schritt: die Fermentation.
Bild öffnen Die anaerobe Fermentation: 
Ein sogenannter SCOBY (symbiotische Kultur aus Bakterien und Hefen) und eine Starterflüssigkeit werden der Teemischung zugesetzt. Die Kombucha-Kulturen wandeln nun den Zucker in Alkohol und Kohlensäure um.
Bild öffnen Die aerobe Fermentation: Bei der zweiten Fermentation wird der SCOBY entfernt und dem Fermentat Sauerstoff zugesetzt. Natürliche Aromen und Fruchtsäfte können hinzugefügt werden. In dieser Phase wird der Alkohol wieder abgebaut, und es entstehen organische Säuren.
Bild öffnen Wärmebehandlung 
und Abfüllung: Schließlich wird die Gärung durch eine Wärme­behandlung gestoppt. Dies garantiert einen gleich­bleibenden Geschmack, eine stabile Qualität und einen Alkoholgehalt von maximal 0,5 Prozent, da in der Flasche keine Gärung mehr stattfinden kann. Zu guter Letzt wird das fertige Getränk in Flaschen abgefüllt und etikettiert. Damit ist der Kombucha nach etwa sieben bis zehn Tagen verkaufsfertig.