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Heimische Gewächse Deutscher Wein Teil 2 - Rheinhessen, Württemberg

Tobias Dünnebacke | 06. Juni 2011

Weinexperten sind sich einig: In Deutschland gibt es Rotweine, die in puncto Geschmack und Qualität gegen die besten Tropfen der Welt bestehen können. Seit den 1980er-Jahren nimmt der Anbau roter Reben in Deutschland stark zu.

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Württemberg ist unter den großen Gebieten das einzige, das mehr Rotwein als Weißwein produziert. Der Anteil liegt hier bei 70 Prozent. Die bekannteste Rebsorte, fast schon ein Synonym für Wein aus dieser Gegend, ist Trollinger. Hinzu kommen Schwarzriesling, Lemberger und Spätburgunder. Schillerwein ist eine aus roten und weißen Trauben hergestellte Weinspezialität, die im Sommer getrunken wird.

Info

  • mit 9,2 Mio. hl Weinproduktion liegt Deutschland auf Platz 9 im internationalen Vergleich
  • der Rotwein-Anteil in Deutschland steigt seit Jahrzehnten.
  • wichtigste Rotwein-Rebe ist mit einem Anteil von über 11 Prozent der Spätburgunder.


Vielversprechender Neuling

Regent ist eine Rebsorte, die noch wenigen Verbrauchern ein Begriff ist, in Zukunft aber stärkere Bedeutung erlangen könnte. Die Neuzüchtung entstand im Institut für Rebenzüchtung auf dem Geilweilerhof bei Siebeldingen in der Südpfalz. Hier gelang im Jahr 1967 eine Kreuzung aus Diana (Silvaner, Müller-Thurgau) und Chambourcin. Das Besondere ist die hohe Widerstandsfähigkeit gegen Pilzbefall und Winterfrost. Durch diese Beschaffenheit kann beim Anbau auf viele chemische Pflanzenschutzmaßnahmen verzichtet werden. Auch die frühe Reife und das überdurchschnittliche Mostgewicht sorgten für ein starkes Interesse bei den Winzern. Mittlerweile findet man Regent in nahezu allen Anbaugebieten. Die moderaten Säurewerte lassen den Ausbau milder und samtiger Rotweine zu.

Qual der Wahl

Früher galt der Korkverschluss als alternativlos, gerade bei Weinkennern. Durch den Naturkork ist ein minimaler Luftaustausch gewährleistet. Dies hilft bei der Reifung qualitativ hochwertiger Weine, die viele Jahre gelagert werden können. Allerdings droht bei diesem Verschluss immer, dass der Wein den Korkgeschmack annimmt und somit ungenießbar wird. Nicht passieren kann dies beim Silikonpfropfen. Der Trend geht aber mittlerweile zum Drehverschluss, der sich von seinem negativen Billig-Image befreien konnte und bei immer mehr Flaschen zu sehen ist. Die Gründe liegen auf der Hand: Es gibt keine Verluste durch Korkschmecker, sie sind günstig und recycelbar.

Schon gewusst?

In diesem Jahr gab es eine sehr warme Frühjahrswitterung. Dies hat dazu geführt, dass in diesem Jahr die Reben in Deutschland etwa 20 Tage früher als im Durchschnitt der vergangenen Jahre blühen. In Baden und Rheinhessen spricht man gar vom frühesten Blütezeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese Entwicklung ist für die Winzer erfreulich, denn durch die lange Reifezeit können die Trauben ihre Aromen besonders ausprägen, was sich positiv auf die Weinqualität auswirkt. Im vergangenen Jahr hatte kühles und feuchtes Wetter zu einem geringeren Fruchtansatz und weniger Erträgen geführt.

Buchtipp:

Service. Die Getränke. 4., völlig überarbeitete Auflage. Trauner Verlag + Buchservice GmbH: Linz

Frage:

  1. Welche ist die am häufigsten angebaute Rotwein-Traube in Deutschland?
  2. Wo befindet sich die profilierte Rotweine-Domäne Assmanshausen?
  3. Nennen Sie drei Vorteile von Drehverschlüssen!

Antwort:

  1. Spätburgunder.
  2. Im Rheingau.
  3. Kein Verlust durch Korkgeschmack, günstig und recycelbar.

Impressum

Die Warenverkaufskunde erscheint regelmäßig als Sonderteil im Magazin Lebensmittel Praxis
Redaktion: Tobias Dünnebacke
Wir danken dem Deutschen Weininstitut für den fachlichen Rat und das zur Verfügung gestellte
Bildmaterial.