Warenverkaufskunde Eier - WVK Eier: Teil 3

Frischeprodukte sind für jeden Händler das Aushängeschild. Dazu gehören auch Eier. Empfindlich wie sie sind, müssen sie buchstäblich wie rohe Eier behandelt werden. Mehr noch: Transparenz ist gefragt. Zum Glück gibt es den Erzeugercode auf dem Ei.

Freitag, 06. Juli 2018 - Warenkunden
Hedda Thielking
Artikelbild Eier - WVK Eier: Teil 3
Bildquelle: Getty Images

Bei Lose-Verkäufen sind Güteklasse, Gewichtsklasse, Haltungsform, die Erläuterung des Erzeugercodes und das MHD anzugeben.

Jeder Verbraucher isst hierzulande durchschnittlich 235 Eier im Jahr.

Gut 63 Prozent der Hennen werden in Bodenhaltung (links) gehalten, 17 Prozent in Freilandhaltung (rechts) sowie jeweils rund 10 Prozent in Kleingruppen- und Öko-Haltung. Quelle: EMA nach DESTATIS; KAT.

Tipps für den Handel
Eier zählen zu den empfindlichen Frischwaren, die appetitlich und hygienisch angeboten werden müssen. Man platziert sie am besten in geeigneten Verkaufsmöbeln im Umfeld von anderen Frischprodukten wie Fleisch, Molkereiprodukten, Tiefkühlkost oder Backwaren (nicht beim Fisch) und hält sie von intensiv riechenden Produkten (Waschmittel, Gewürze etc.) fern. Jede Sorte/Gewichtsklasse sollte ihren festen Stammplatz haben. Da Frische bei Eiern groß geschrieben wird, muss ein verantwortlicher Mitarbeiter einige Stichtage im Blick haben (s. o). Verbraucher sollten Eier nach dem Kauf im Kühlschrank aufbewahren, um das Bakterienwachstum zu verringern und die Haltbarkeit dadurch zu verlängern. Die Kühlkette darf nicht mehr unterbrochen werden. Nach Ablauf des MHD kann man das Ei noch einige Tage bedenkenlos verzehren, wenn man es bei mindestens 70 Grad Celsius durcherhitzt bzw. zum Backen verwendet.

Farbenfroh durchs Jahr

Bunte Eier haben sich längst zum Ganzjahresartikel entwickelt. Doch wie siehtes hier mit dem Herkunftsnachweis aus ?

In ihren schillernden Farben sprechen Bunte Eier viele Kunden an. Das Kochen und Färben übernehmen zertifizierte Betriebe, die von unabhängigen Kontrollinstituten ständig überwacht werden. Zum Färben werden nur Eier von Junghennen bis zur 40. Lebenswoche verwendet, da die Eier dieser Hennen besonders stabile Schalen besitzen. Die Eier müssen erst ein paar Tage ruhen, so dass Luft zwischen die Schale und die Schalenmembran dringt und sich das Ei somit leichter schälen lässt. Dann geht es los: Auf einem Rollband werden die Eier zunächst acht Minuten lang von heißen Wasserdampf umgeben und dann weitere acht Minuten gekocht. Zum Färben verwenden die Betriebe lebensmittelzugelassene Farbe. Das im Eierschalenlack enthaltene Naturharz Schellack sorgt dafür, dass die Produkte schön glänzen und keine Farbe auf das Eiweiß gelangt. Passiert das doch einmal, kann der Verbraucher das Ei trotzdem bedenkenlos essen. Vom Produktionstag an sind bunte Exemplare bei intakter Schale ungekühlt mindestens 28 Tage haltbar.

Eine staatliche Kennzeichnungspflicht mit dem Code, der über die Haltungsform und Herkunft bis zum Stall informiert, gibt es für die gefärbten Produkte nicht. KAT-zertifizierte Bunte Eier garantieren immerhin, dass sie aus Boden-, Freiland- oder ökologischer Haltung in Deutschland stammen und nicht aus Kleingruppen- oder Käfighaltung. Und noch etwas: Die Angabe des MHD ist auf Kleinpackungen verpflichtend, bei losen Bunten Eiern aber nicht. Hier muss der Händler ein Auge darauf haben, damit keine alte Ware verkauft wird. Eier mit defekter Schale sollte man aus dem Verkauf nehmen, da sie dann nicht mehr so lange haltbar sind.

Bunte Eier: Tipps für die Kunden
  • Gekochte Eier lassen sich leichter abpellen, wenn man sie am stumpfen Ende öffnet.
  • Ist zwischen Dotter und Eiweiß ein dunkler Rand erkennbar, ist diese Färbung rein optisch relevant. Die Eier wurden entweder lange gekocht bzw.nicht schnell genug abgekühlt. Qualität und Geschmack bleiben unverändert.
  • Wenn sich das Ei schlecht pellen lässt, ist es wahrscheinlich sehr frisch gefärbt worden. Normalerweise werden Eier vor dem Kochen und Färben einige Tage gelagert.
Wissen Checken

Wer aufmerksam gelesen hat, kann die folgenden Fragen beantworten.

{tab=Fragen}

  1. Was bedeutet die „1” als erste Ziffer des Erzeugercodes auf dem Ei?
  2. Von welchem Tag an müssen die Eier aus dem Verkauf genommen werden?
  3. Wie lange sind Bunte Eier mindestens haltbar?

{tab=Antworten}

  1. Die 1 steht für Freilandhaltung..
  2. Nach Ablauf von 21 Tagen nach dem Legen (MHD minus 7 Tage).
  3. 28 Tage nach der Produktion.

Die Warenverkaufskunde erscheint regelmäßig als Sonderteil im Magazin Lebensmittel Praxis. Wir danken dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG) für den fachlichen Rat sowie das zur Verfügung gestellte Bildmaterial.

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