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Warenverkaufskunde Eier

Hedda Thielking | 06. Juli 2018
Warenverkaufskunde: Eier

Bildquelle: Getty Images

Frischeprodukte sind für jeden Händler das Aushängeschild. Dazu gehören auch Eier. Empfindlich wie sie sind, müssen sie buchstäblich wie rohe Eier behandelt werden. Mehr noch: Transparenz ist gefragt. Zum Glück gibt es den Erzeugercode auf dem Ei.

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Eiercode knacken

Beim Kauf von frischen Hühnereiern schauen die meisten Kunden genau hin: Woher und aus welcher Haltungsform kommen die Eier? Der Code auf dem Ei informiert – zwar verschlüsselt, aber leicht zu knacken.

Ob als Frühstücksei, Rührei oder Osterei , ob zum Backen oder Kochen, die Verbraucher in Deutschland essen gerne Hühnereier. Das erkennt man auch an dem steigenden Pro-Kopf-Verbrauch. Verzehrten sie im Jahr 2013 noch 218 Stück (einschließlich solcher in verarbeiteter Form), sind es im Jahr 2016 schon 235. Dass die Herkunft und Haltungsform beim Eierkauf eine immer wichtigere Rolle spielen, ist nicht neu. Gut beraten sind deshalb diejenigen Händler, die möglichst regionale Eier anbieten. Wer seinen Kunden die Herkunft dieser Lebensmittel veranschaulichen kann, umso besser.

Haltungsformen
Die Verbraucher können hierzulande zwischen Eiern aus Kleingruppen-, Boden-, Freiland- sowie aus ökologischer Haltung wählen:

Kleingruppenhaltung
Sie ersetzt in Deutschland die konventionelle Käfighaltung, die hier seit dem Jahr 2010 und in der gesamten EU seit 2012 verboten ist. In der Kleingruppenhaltung leben 20 bis maximal 60 Legehennen in einem Käfig. Pro Henne, die weniger als 2 kg wiegt, ist eine Fläche von 890 cm² vorgesehen, für schwerere Hennen 990 cm². Im Stall dürfen drei Ebenen mit Kleingruppen angeordnet sein. Jeder Käfig ist mit einer Futterrinne, Tränkenippeln, einem abgedunkelten Nest zur Eiablage, Sitzstangen für erhöhtes Ruhen sowie einer Einstreufläche zum Scharren und Picken ausgestattet. Auch wenn die Kleingruppenhaltung in Deutschland etwas tierfreundlicher ist als die EU-weit erlaubten „ausgestalteten Käfige“ ist sie nur noch bis Ende 2025 zulässig! Manche Händler haben diese Eier schon seit einigen Jahren nicht mehr im Sortiment.

Bodenhaltung
Die Legehennen leben in einem geschlossenen Stall, in dem sie sich tagsüber frei bewegen können. Der Betrieb darf bis zu 9 Hennen pro m² nutzbarer Stallfläche halten. Befinden sich in dem Stall mehrere Ebenen mit Laufflächen und erhöhten Sitzstangen – bis zu vier Ebenen sind erlaubt – liegt der maximale Tierbestand bei 18 Hennen pro m² Stallgrundfläche. Pro Gruppe dürfen es aber nicht mehr als 6.000 Tiere sein. Auch hier stehen den Hennen Nester und Sitzstangen, Futtertröge und Tränken zur Verfügung. Mindestens ein Drittel der Gesamtfläche muss mit einem Einstreubereich zum Beispiel mit Sand ausgestattet sein. Dieser befindet sich häufig in einem Kaltscharrraum direkt neben dem Stall. Bis zu zwei Drittel der nutzbaren Stallfläche besteht aus Kunststoff-Gitterrosten mit darunterliegenden Kotgruben beziehungsweise Entsorgungsbändern. So kommen die Hennen und Eier möglichst wenig mit ihren Ausscheidungen in Kontakt.

Freilandhaltung
Hier können sich die Legehennen im Stall (wie bei Bodenhaltung) aufhalten und sie haben tagsüber Auslauf ins Freie. Für jede Henne sind 4 m² Auslauffläche vorgesehen. Zudem sollte die Fläche größtenteils bewachsen sein. Bei einem Radius von 150 bis 350 m um den Stall müssen im Auslauf Unterstände vorhanden sein.

Ökologische Haltung
Bio-Eier stammen aus einer Freilandhaltung, die zusätzlich die Mindestanforderungen der EU Öko-Verordnung erfüllen müssen. Demnach dürfen pro m² nutzbarer Stallfläche höchstens 6 (statt 9) Hennen und pro Stall nicht mehr als 3.000 (statt 6.000) Legehennen gehalten werden. Die höchstzulässige Anzahl von 230 Legehennen je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche darf nicht überschritten werden. Im Stall stehen jeder Legehenne 18 cm Sitzstange zu. Frischluft und Tageslicht sind hier ebenfalls vorgeschrieben. Jede Henne muss wie in der Freilandhaltung mindestens 4 m² Auslauffläche haben. Das Futter stammt ausschließlich aus ökologischem Anbau, möglichst aus dem eigenen Betrieb. Wenn die Hennen krank sind, kommen bevorzugt Naturheilmittel und homöopathische Mittel zum Einsatz. Bio-Eier der Bio-Verbände (z. B. Demeter, Bioland) stellen zum Teil noch strengere Anforderungen an Haltung und Futtermittel als die EU Öko-Verordnung vorsieht.