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Warenverkaufskunde Beeren

Michaela Hennecke | 14. Juli 2017

Klein und fein sind sie, vielfältig einsetzbar bereichern sie im Sommer Kuchen, Torten und Getränke. Im Winter bringen sie uns in Form von Sirup oder Marmelade den Geschmack der sonnigen Jahreszeit zurück. Ein Einblick in die Warengruppe Beeren.

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Gesunde Begleiter

Nicht jede Beere ist eine Beere. Dank des internationalen Handels können sie uns durch das Jahr begleiten. Lagerung und Verkauf der kleinen Mimosen benötigen ein besonderes Augenmerk, um Mehrkosten durch Verderb zu reduzieren.

Die Erdbeere ist eine Sammelnussfrucht. Brombeere und Himbeere fallen unter die Sammelsteinfrüchte und die Hagebutte fällt botanisch gesehen sogar unter die Rosengewächse. Echte Beeren bestehen aus einer Ansammlung von Samen, die in ein weiches Fruchtfleisch eingebettet und von einer Fruchthülle umgeben sind. Stachelbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren und Trauben sind also echten Beeren.

Was von uns gemeinhin als Beere bezeichnet wird, ist eigentlich Beerenobst: Arten, die aufgrund ihrer Fruchteigenschaften einer bestimmten Gruppe zugeordnet sind. In diesem Fall verfügen alle über die Eigenschaften: klein, weich und rundlich. Der Zusatz „Obst“ zeigt, dass es sich um mehrjährige Früchte handelt.

Kulturanbau und schonende Ernte
Beerenobst wird in Deutschland vor allem in Kultur angebaut. Die in Reihen angelegten Sträucher werden je nach Sorte, an einem Drahtrahmen, an Spindeln oder als einzelne Sträucher erzogen. Sie werden bis zu zwei Meter hoch. Diese Rahmenbedingungen sorgen für eine leichtere Handhabe für den Landwirt.

Um die Belastung der Früchte zu minimieren, wird das Beerenobst in der Regel von Hand direkt in die Verkaufsschalen geerntet. Die Verkaufsschalen enthalten Einlagen aus dämpfendem und feuchtigkeitsaufnehmendem Material. Sie sollen während der Lagerung Druckstellen und damit das Entstehen von Feuchtigkeit vermeiden.

Nach dem Pflücken von Hand werden von einigen Betrieben auch Pflückdurchgänge mit einem Vollernter durchgeführt. Da diese Ernten jedoch qualitativ weniger hochwertig sind, werden die so geernteten Früchte in der Regel der weiterverarbeitenden Industrie zugeführt.

International gehandelt
Beeren sind aufgrund des internationalen Handels heute das ganze Jahr über erhältlich. Während zum Beispiel Himbeeren von Mai bis Oktober aus heimischem Anbau kommen, importieren wir sie in den Monaten November bis April vor allem aus Mexiko, Spanien, Italien und Portugal. Die langen Transportwege lassen sich durch eine Kühlung bei –0,5 bis 2 Grad C (je nach Sorte) und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90 bis 95 Prozent realisieren. Kulturheidelbeeren dürfen nach der Ernte gegen Schimmelbefall mit Schwefel behandelt werden. Diese Behandlung ist bei einer Höchstkonzentration unter 10 mg SO2 pro Kilogramm Ware nicht kennzeichnungspflichtig. Die Haltbarkeit erhöht sich dadurch je nach Sorte auf mehrere Wochen. Johannisbeeren können auf diesem Weg sogar bis zu einem halben Jahr verkaufsfähig gehalten werden.

Kleine Mimosen
Deutsche Ware wird frisch auf dem Feld direkt in die Verkaufsschalen verpackt. Mit einer geschlossenen Kühlkette vom Feld, über das Distributionslager und die Verkaufsplattform, wird eine optimale Qualität der empfindlichen Beeren gewährleistet. Dies ist nötig, da die meisten Beeren zu den nicht klimakterischen Früchten gehören – sie reifen nach der Ernte nicht nach, sondern verderben.

Für den LEH bedeutet dies einen erhöhten Aufwand in der Distribution. Unverkaufte Ware führt zu erhöhten Abschreibungskosten und dem Problem der Entsorgung. Gleichzeitig muss der Kunde darauf hingewiesen werden, dass Beerenobst bei unterbrochener Kühlkette schnell an Lagerfähigkeit einbüßt. Beim Verbraucher sind die Früchte häufig nur noch wenige Tage genießbar.

Verlängerung der Lagerdauer

Deutsche Beeren sind nicht das ganze Jahr über erhältlich. Durch die Internationalisierung und abgestimmte Lagervarianten ist es jedoch möglich, den Handel hierzulande ganzjährig zu beliefern. Dabei kommt der Kühlung zum einen, den veränderten Atmosphären in der Lagerverpackung zum anderen eine tragende Rolle zu: Das Absenken der Temperatur erhöht in Verbindung mit einer höheren Luftfeuchtigkeit die Lagerdauer. Eine Lagerung in einer Atmosphäre mit einem erhöhten CO2 -Anteil verlängert die Lagerdauer zusätzlich. Eine Behandlung mit Schwefel kann Schimmelbildung vermeiden.