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Fleischersatzprodukte Fleisch-Begriffe sollen bleiben

Lebensmittel Praxis | 15. August 2017
Fleischersatzprodukte: Fleisch-Begriffe sollen bleiben

Bildquelle: Carsten Hoppen

Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (DLMBK) hat einen Leitsatz zur Benennung vegetarischer und veganer Produkte entworfen, der besagt, dass Fleischalternativen auf der Produktverpackung weiterhin als „veganes Schnitzel“ und „vegetarische Bratwurst“ bezeichnet werden dürfen.

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Damit ist der zuständige Fachausschuss der DLMBK nicht auf die Forderungen von Ernährungsminister Christian Schmidt, dem Deutschen Bauernverband sowie dem Deutschen Fleischerverband eingegangen, die dafür plädiert haben, „Fleischbegriffe“ grundsätzlich zu verbieten.

Bevor der Leitsatz endgültig Eingang in das Lebensmittelbuch findet, wird er in einem Abstimmungsprozess Verbänden zur Diskussion gestellt. Dieser Prozess hat nun begonnen.

„Die Entscheidung für die Zulässigkeit von Begriffen wie ,veganes Schnitzel‘ und ,vegetarische Bratwurst‘ ist im Sinne aller, die informativ und attraktiv gekennzeichnete vegetarisch-vegane Produkte kaufen wollen. Vegane und vegetarische Alternativprodukte mit Begriffen zu kennzeichnen, die auch für Lebensmittel mit tierischen Zutaten verwendet werden, ist sinnvoll, da dadurch viele Eigenschaften eines Produktes auf einen Blick erfassbar sind", kommentiert Till Strecker, Leitung Politik beim Vegetarierbund Deutschland (Vebu).

Der Vebu kritisiert jedoch, dass Begriffe, die z. B. bestimmte Fleischteilstücke oder Tiere beschreiben (Filet, Schinken, Hühnchen, Rind etc.), künftig nicht verwendet werden dürfen und spezielle Bezeichnungen wie "Salami" nach Meinung der Kommission nur über Umwege wie "vegane Tofu-Wurst nach Salami-Art" zulässig sein sollen. "Die Logik, die dem zugrunde liegt, ist nicht erkennbar", so Strecker.