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Baden-Württemberg Die Wiege des Biolandbaus

Tobias Dünnebacke | 16. Januar 2014

Baden-Württemberg bleibt sich treu: Bio, Regionalität und geschützte Produkte bilden auch 2014 die Säulen des Gemeinschaftsmarketings. Mit Verkostungsaktionen im Handel werden den Kunden die Produkte nähergebracht.

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Für Alexander Bonde ist die Sache klar: „Bio und Regional sind mittlerweile zwei Grundpfeiler unserer Land- und Lebensmittelwirtschaft“, so der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg. Gründe dafür seien ein kaufkräftiger Markt vor der Haustüre, familiengeprägte Strukturen in der Landwirtschaft, die klimatischen Bedingungen für Sonderkulturen, die große Bedeutung des Lebensmittelgewerbes innerhalb des Ländles und last but not least ein in der Region verwurzelter Einzelhandel. Kurz: Ein idealer Nährboden für weniger preissensible Nahrungsmittel jenseits der Massenindustrie .

Insgesamt zählt Baden-Württemberg mehr als 3.200 Ökobetriebe. Zwei Drittel davon sind einem Bioverband angeschlossen. Laut Bonde ist es wenig überraschend, dass Baden-Württemberg die Wiege des Biolandbaus ist, schließlich seien die ersten Betriebe bereits vor rund 90 Jahren in die Erzeugung ökologischer Lebensmittel eingestiegen. Und auch das Qualitätszeichen Baden-Württemberg (QZBW) kann bereits auf eine 25 Jahre lange Tradition zurückblicken – das schafft fast kein anderes Qualitätssiegel in der Nahrungsmittelindustrie. Bereits seit 2002 besteht in Baden-Württemberg das zweite wichtige Siegel, das Biozeichen.

„Mit den beiden staatlich getragenen Länderzeichen besteht ein verlässlicher Wegweiser für Verbraucher. Sie gewährleisten die regionale Wertschöpfung vom Rohstoff über die Verarbeitung und stellen ein wichtiges Profilierungs- und Differenzierungskriterium besonders für den Handel dar“, unterstreicht Dr. Alexander Wirsig, Geschäftsführer der MBW Marketinggesellschaft. Die Gesellschaft hat die Aufgabe, den Absatz der baden-württembergischen Agrarprodukte zu fördern und damit die Marktchancen der heimischen Landwirtschaft und der ihr nachgelagerten Bereiche nachhaltig zu stärken. Mit der FBW Fördergemeinschaft für Qualitätsprodukte aus Baden-Württemberg e.V. besteht ein Kooperationsvertrag über gemeinschaftliche Maßnahmen zur Absatzförderung. Letztere bündelt etwa 80 mittelständische Unternehmen.

Zurück zu Bio: Im Sommer 2013 wurde der 100. Zeichennutzer zertifiziert. Nach Verbänden untergliedert haben der Demeter- und der Bioland-Verband derzeit die meisten Zeichennutzer des so genannten Biozeichens Baden-Württemberg (siehe Abb.) Hinzu kommt: Immer mehr Bio-Käufer legen Wert auf Regionalität . In Umfragen gaben etwa 78 Prozent der Verbraucher in Baden-Württemberg an, sie würden beim Kauf von Bioprodukten solche aus der Region bevorzugen.

Die MBW unterstützt das Interesse nach allen Kräften: „Erzeugern und Unternehmen stehen zur Vermarktung von Produkten mit dem Biozeichen Baden-Württemberg alle Instrumente des Gemeinschaftsmarketings zur Verfügung“, so Wirsig. Das Spektrum reicht von produktübergreifender Verkaufsförderung , Gemeinschaftsständen auf Messen, Unterstützung der Unternehmen bei PR- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketingberatung, Qualitätssicherung, einer Vielfalt an Werbemitteln, Schulungen und Fortbildungen. Hierzu gehört auch die Durchführung eines „Öko-Aktionstages“ in Stuttgart.

Auch der Handel kommt nicht zu kurz. Beispielsweise können Verkostungsaktion mit den Botschafterinnen für Agrarprodukte aus der Region durchgeführt werden. Diese sind Mitglieder der Landfrauenverbände und werden von der MBW geschult. Eine Schulung umfasst Bereiche wie Warenkunde, Anbau, Ernährungslehre und Hygiene, aber auch Beratung, Kommunikation und Rhetorik. „Im Auftrag von Erzeugern und Erzeugerorganisationen informieren die Landfrauen über die Qualität baden-württembergischer Bio-Produkte. Beispielsweise im Rahmen von landesweiten Verkostungsaktionen im Naturkosthandel“, so Wirsig.