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Beleuchtung LED-Lösungen auf dem Vormarsch

Sonja Plachetta | 12. Februar 2013

Ein stimmiges Gesamtbeleuchtungskonzept ist die Voraussetzung für Energieeffizienz. Die richtige Wahl fürs eigene Geschäft fällt Händlern oft schwer. Ein neuer Leitfaden des EHI bietet Orientierungshilfe.

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Wenn es um Energieeffizienz geht, investiert der Handel, außer in die Kühlung, vor allem in die Beleuchtung. Um dabei die richtige Wahl zu treffen, ist ein stimmiges Gesamtbeleuchtungskonzept wichtig. „Durch eine effiziente Lichtplanung können sowohl viel Energie als auch Investitionskosten in Lichtlösungen gespart werden“, sagt Stefan Grote von Ansorg. Teil einer effizienten Beleuchtung ist auch die Lichttechnik. „Und hierbei ist die LED-Technik deutlich auf dem Vormarsch“, ist Grotes Beobachtung. Auch bei Oktalite wird die Effizienz von etwa 100 lm/W der LED-Leuchten hervorgehoben. Sie sei somit nahezu vergleichbar mit der Lichtausbeute von Halogen-Metalldampflampen.

Bei Bäro hält man die LED-Technik sogar für „den Mega-Trend im Lebensmittel-Einzelhandel“ – nicht nur wegen der mittleren Lebensdauer der LED von bis zu 50.000 Stunden. Für die effektvolle Wareninszenierung seien auch die guten Farbwiedergabeeigenschaften der LEDs essenziell: „Um das Licht einer ,klassischen’ Lichtquelle an das Farbspektrum der zu beleuchtenden Ware anzupassen, werden Filter und beschichtete Reflektoren verwendet. Dies ist allerdings mit Verlusten in der Lichtleistung verbunden. Da LED bereits in sehr unterschiedlichen Lichtfarben erhältlich sind, kann man bei ihnen in der Regel auf weitere Hilfsmittel verzichten, was der Gesamtperformance der Leuchte zugutekommt.“

Momentan dominieren im Handel laut Ansorg zwar noch die Mischkonzepte, wo konventionelle Lichttechnik und LED-Lösungen parallel existieren, doch inzwischen gibt es auch vollflächige LED-Konzepte. Allerdings testen der EHI-Studie „Energie-Monitor 2012“ zufolge erst 34 Prozent der Unternehmen den flächendeckenden Einsatz von LED in einer oder mehreren Filialen, was vor allem am höheren Anschaffungspreis liege.

Ein Beispiel für ein flächendeckendes LED-Konzept ist der Marktkauf Hesse in Marsberg, der im Juli 2012 sein Lichtkonzept komplett umgestellt hat. „Früher wurden für die reine Grundbeleuchtung 65 KW pro Stunde verbraucht, jetzt sind es inklusive Akzentbeleuchtung 37 KW pro Stunde“, erklärt Michael Schäl, Verkaufsleiter der Steinberg Leuchtmittelwerke GmbH, die den Markt mit den Leuchten ausgestattet hat. Insgesamt falle nur noch ein Energieverbrauch von 12,2 W pro qm an. „Die Ersparnis liegt bei rund 15 Prozent“, rechnet Schäl vor. „So amortisieren sich die in den Anschaffungskosten teureren LEDs schon nach einem halben Jahr.“ Als weitere Vorteile der LEDs nennt er, dass sie wartungsarm seien und weniger Abwärme als herkömmliche Leuchten produzierten. „Das ist wichtig, denn die Händler wollen zunehmend das Licht auf Ware und Regalen haben“, erklärt Schäl. Wegen der Wärmeempfindlichkeit von Schokolade haben sich deshalb die Lichtplaner vo n Bäro beispielsweise bei einem Confiserie-Laden in Bonn für eine LED-Lösung entschieden. Auch Oktolite gab im Kölner Bioladen „Vier Jahreszeiten“ dieser Technologie den Vorzug, weil sie keine Infrarot- und UV-Strahlung abgibt und somit empfindliche Lebensmittel wie Fisch und Fleisch schont.

Letztlich kann nur die richtige Beratung bei der Entscheidung helfen, welches Lichtkonzept für das eigene Geschäft das ideale ist. Doch Ralph Kensmann, Geschäftsführer des Lichtplanungsbüros start.design, warnt: „Nirgendwo werden so viele Unwahrheiten erzählt wie beim Thema LED.“ Der Handel werde überschüttet mit Angeboten von teilweise unseriösen Lichtfirmen.

Abhilfe schafft eine Checkliste, die sich im neuen EHI-Leitfaden „Einsatz von LED im Handel“ findet. Dieser wurde von einer Arbeitsgruppe aus Handel und Industrie, moderiert von Ralph Kensmann, erarbeitet. Die Checkliste ermöglicht es den Händlern, beim Thema Licht mitzureden und die Tricks der Lichtfirmen zu durchschauen. Beispiel Effizienz: Wichtig ist es, sich die elektrische Leistung der Leuchte mit Umgebungs- und Produkttemperatur angeben zu lassen. Oder beim Thema Ausfallrate: Es gilt, nicht nur zu hinterfragen, wie viele Leuchten ganz ausfallen, sondern wie viele wie schnell dunkler werden.

Bildquellen: Bäro, Ansorg, Steinberg, Oktalite