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Bier Alkoholfrei verschönert die Bilanzen

Lebensmittel Praxis | 23. Januar 2013

„Der sinkende Pro-Kopf-Verbrauch wird sich nicht ändern. Das heißt, so lange wir wachsen, verlieren unsere Wettbewerber“, sagt Uwe Riehs Geschäftsführer Marketing bei Krombacher, nicht ohne eine gewisse Genugtuung bei der Vorstellung der Zahlen für 2012.

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Trotzdem: Pils ist, dem Markttrend folgend, auch bei Krombacher rückläufig (4,39 Mio. hl, –0,8 Prozent). Inwieweit neben den veränderten Konsumgewohnheiten auch die Auslistung bei Kaufland dabei eine Rolle spielte, wollte Vertriebsdirektor Stephan Maubach nicht konkret beantworten („Wir haben immer das Ziel, nachhaltig mit allen guten Händlern zusammenzuarbeiten und Kaufland gehört dazu.“). Fest steht aber, dass es die alkoholfreien Varianten wie Krombacher Alkoholfrei (313.000 hl, + 9,1 Prozent) sowie die AfG-Sparte mit den drei Kernmarken Schweppes, Orangina und Dr. Pepper (insgesamt 838.000 hl, + 2,2 Prozent) waren, welche die Bilanz der Kreuztaler verschönerten. Die erfolgsverwöhnte Brauerei (mal abgesehen von Sparkling Tea und CAB) will auch im laufenden Jahr weiter Gas geben und kündigte den Launch von vier Neuheiten an: Weizen Zitrone, Weizen Zitrone Alkoholfrei, Radler Alkoholfrei Apfel, Fassbrause Apfel sowie Schweppes Fruity Lemon.

Die Warsteiner-Brauerei, deren Senior-Chef Alfred Cramer im November gestorben ist, konnte sich mit einem Wachstum bei der Marke Warsteiner von 0,5 Prozent ebenfalls positiv entwickeln. Auch hier waren die Segmente Radler und Alkoholfrei deutliche Treiber. Der konsolidierte Umsatz der Warsteiner Gruppe lag im Geschäftsjahr 2012 bei 530 Mio. Euro – eine Steigerung um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nächste Mission von Catharina Cramer, geschäftsführende Gesellschafterin der Gruppe: Wachstum mit dem neuen, doppelt gehopften Warsteiner Herb.

Mit einem Ausstoßplus von 3,6 Prozent auf 2,79 Mio. hl hat auch die Privatbrauerei C. & A. Veltins über Marktniveau abgeschlossen und damit im zweiten Jahr in Folge soviel Bier gebraut, wie nie zuvor. Wachstumsbringer waren unter anderem der Newcomer Veltins Fassbrause, der während der neunmonatigen Markteinführung 60.500 hl zum Gesamtergebnis beisteuerte. Ein größeres Thema wird bei Veltins die bereits angekündigte Preiserhöhung sein. Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber sieht die Brauer- Szene in einem mehrdimensionalen Dilemma. Der Kostendruck steige unaufhaltsam, während bei kontinuierlich schrumpfendem Ausstoß sich vielerorts der Ertragsdruck überproportional stark zuspitze.