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Interview mit Katarina C. Hamma Marktplatz der Welt

Susanne Klopsch | 05. Oktober 2017
Interview mit Katarina C. Hamma: Marktplatz der Welt

Bildquelle: Koelnmesse GmbH (Harald Fleissner, Rüdiger Nehmzow, Thomas Klerx, Hanne Engwald)

Sie ist Chief Operating Officer und Geschäftsführerin der Kölnmesse: Katharina C. Hamma spricht mit der LP über Vorfreude, kleinere Sorgen und die richtige Messevorbereitung.

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Wenn Sie an die Anuga denken, worauf freuen Sie sich am meisten?
Katarina C. Hamma: Auf viele Menschen, die uns besuchen. Wir sind Gastgeber für die ganze Welt.

Worauf freuen Sie sich weniger?
Auf mögliche Sicherheitsthemen. Wir tun sehr viel für die Sicherheit unserer Kunden. Einiges wird man spüren, anderes nicht.

Sie decken als Koelnmesse ja unterschiedlichste Bereiche ab – Ernährung ist ein wichtiges, aber unter vielen. Was sind für Sie die Highlights in ihrem Messegeschehen?
Das eigentliche Highlight ist, dass wir immer wieder unterschiedliche Themen ansprechen und Einblick in verschiedene Branchen bekommen und vermitteln. Das macht uns unabhängiger von möglichen konjunkturellen Schwankungen.


Was bedeutet das umsatzbezogen?
Wir haben unser Portfolio neu sortiert und in fünf Bereiche unterteilt. Ernährung und Ernährungstechnologie, Einrichten (mehr als Möbel), Digitales (Games-Con, Photokina u.a.), Haus und Garten sowie ein Fachbereich, der die Felder Kind, Kunst, Kultur, Erziehung und Medizin abdeckt. Alle fünf Bereiche leisten gleichermaßen ihren finanziellen Beitrag für das Unternehmen.

Was werden die Highlights der Anuga werden?
Noch mehr Internationalität. Wir werden einen neuen Aussteller-Rekord erleben. Unser Team hat phantastisch gearbeitet. Wir haben Indien als Partnerland, das ist sehr spannend. Wir diskutieren die Transformation des Handels, wobei mich persönlich besonders die Reaktionen des Handels auf Amazon Fresh und andere Herausforderungen interessiert. Wir veranstalten erstmals den E-Grocery-Kongress mit spannenden Themen.

 

Ernährung hat gegenwärtig in der Gesellschaft einen Stellenwert wie selten zu vor. Es entstehen neue Trends, Entwicklungen. Wie spiegelt das die Anuga wider?
Wir bieten den Ausstellern die Plattform, damit diese Themen auch wahrgenommen werden. Wir bieten den Raum für Innovationen – auch ungewöhnliche. Das werden wir weiter ausbauen. Essen ist heute quasi eine neue Religion, es entstehen völlig neue Communities. Das spiegelt sich im Ausstellungsspektrum sehr gut wider. Aber wir besetzen auch selber Trendthemen, denken Sie nur an bio, vegan, koscher oder halal.

Es gibt eine ganze Reihe von Ernährungsmessen in Europa und weltweit. Die Anuga beansprucht die Führungsrolle. Wodurch werden Sie diesem Anspruch gerecht?
Größe ist natürlich nicht alles. Sie untermauert nur eine Führungsrolle. Entscheidend ist, dass wir ausgebucht sein werden. Das heißt, die Unternehmen wollen zu uns kommen. Aus der ganzen Welt. Die Kunden sehen uns also in einer führenden Rolle. Und es ist Tatsache: Wir stellen den Weltmarktplatz dar. Sie südamerikanischen Fleischanbieter zum Beispiel kommen nicht wegen des deutschen Marktes, sondern weil sie Einkäufer aus aller Welt hier in Köln erwarten. Unsere weltweiten regionalen Messen stärken dabei die Anuga in Köln.

Die Anuga hat sich verändert. Es gibt Bereiche, die sind – aus meiner Sicht – weniger gut besetzt: Auftritte von den Branchengrößen zum Beispiel gibt es nicht mehr. Woran liegt das?
Messen sind eher etwas für den Mittelstand und kleinere Unternehmen. Die können in der Regel nicht mit viel Geld und Medienpräsenz Innovationen bekannt machen. Das geht bei der Anuga aber sehr gut. Natürlich hätten wir auch einige der Unternehmen gerne, die im Moment nicht ausstellen. Aber die Messe funktioniert trotzdem. Und ich behaupte, die Besucher suchen eher Kontakt zu weniger bekannten Ausstellern. Bestimmte Große und ihre Produkte kennt man.

Es gab in der Ernährungsbranche mal eine Tendenz zu Spezialmessen. Jetzt scheint wieder die große, umfassende Messe angesagt. Was macht Sie sicher, dass das so bleibt?
Beides hat seine Berechtigung. Wir machen das ja auch. Denken Sie an die Veganfach. Das hat auch viel mit Potenzialen in der Zukunft zu tun. Bei neuen Trends sind Spezialmessen sinnvoll.

Wie wichtig ist der deutsche Markt bei all der Internationalität noch für Sie?
Sehr wichtig. Es ist der größte Absatzmarkt, sehr, wirklich sehr interessant für unsere Aussteller. Und der deutsche Markt ist in vielen Themen Vorreiter.

Warum muss ein deutscher Händler zur Anuga kommen?
Hier holt er sich Inspiration und Impulse für zukünftiges Geschäft.

7.200 Anbieter, 100 Länder, 284.000 qm Ausstellungsfläche – geben Sie mir (und unseren Lesern) doch drei Tipps, wie man das einigermaßen schaffen soll?
Bequeme Schuhe vor allem. Dann frühzeitig informieren und den Messebesuch vorbereiten. Da gibt es von uns sehr viele Hilfsangebote und – ganz wichtig – nicht zu viel durcheinander probieren!

Überblick Termin

Samstag, 07. Oktober, bis Mittwoch, 11. Oktober 2017. Achtung! Neue Öffnungszeiten: Für Besucher: täglich von 10 bis 18 Uhr Für Aussteller: täglich von 9 bis 19 Uhr. Eintrittspreise: Von der Tageskarte im Vorverkauf für 34 Euro bis zur Dauerkarte im Kassenverkauf für 97 Euro reicht die Preisspanne. Der Katalog kostet 33 Euro