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Coppenrath & Wiese Interview Aber bitte mit Sahne!

Susanne Klopsch | 27. Juni 2017

Genussorientiert und Tortenfans: Peter Schmidt, Geschäftsführer bei Coppenrath & Wiese, sowie Marketingleiterin Dorothee Reiering-Böggemann über Expansion, das Markengeschäft, die Aufgaben eines Marktführers und den Harddiscount.

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Herr Schmidt, Sie sind vor rund anderthalb Jahren nach 27 Jahren bei Dr. Oetker zu Coppenrath & Wiese gewechselt: Was hat Sie dazu bewogen, was hat Sie an dieser Aufgabe besonders gereizt?
Peter Schmidt: Dazu bewogen hat mich die Bitte von Herrn Oetker, diese Tätigkeit zu übernehmen. Da konnte ich ja gar nicht Nein sagen (lacht). Was mich aber wirklich gereizt hat, war die Chance, noch einmal etwas Neues zu machen. Die Chance, ein Unternehmen mit einer teilweise ähnlichen, aber teilweise auch ganz unterschiedlichen Kultur und einem anderen Geschäftsmodell kennenzulernen. Das war sehr spannend. Und ist es noch. Ich lerne jeden Tag dazu!

Zur Person

Peter Schmidt arbeitete vor dem Wechsel zu Coppenrath & Wiese 27 Jahre für Dr. Oetker, zuletzt als Hauptabteilungsleiter Internationales Controlling der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG. Als Sortimentsbereichsleiter war er zudem gesamtverantwortlich für den Bereich Frischeprodukte der Nahrungsmittel KG in Deutschland.

Wie sieht Ihre Bilanz aus nach gut anderthalb Jahren? Was funktioniert gut, wo sehen Sie noch Optimierungsbedarf? Wie profitiert das Unternehmen Coppenrath & Wiese?
Mein Fazit ist ganz klar: Die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen funktioniert hervorragend. Wir profitieren sehr stark von der Vertriebsstärke von Dr. Oetker bei der internationalen Expansion. Dr. Oetker gibt uns jedoch einen großen Freiraum. Wir haben unsere Selbstständigkeit weitestgehend bewahrt und arbeiten operativ vollkommen selbstständig. Wir entwickeln unsere Marke im deutschen Markt eigenständig weiter. Das ist durchaus eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen.

Was bedeutet das konkret?
Wir haben im Wesentlichen drei wichtige Pflöcke gesetzt. Entscheidend ist, dass wir mit Coppenrath & Wiese wieder auf einem Wachstumskurs sind. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Daneben werden die Ressourcen für dieses Wachstum geschaffen, das heißt, wir investieren. Zum dritten ziehen wir die Verwaltung an einem Standort, nämlich hier in Mettingen, zusammen. Der Standort in Osnabrück-Atter wird zu einem reinen Logistikstandort um- und ausgebaut. Damit schaffen wir die Ressourcen und verbessern die Kommunikation, um die zunehmende Komplexität der Abläufe durch den Wachstumskurs bewältigen zu können. Ich denke, wir sind jetzt sehr gut aufgestellt.

Wie sieht der Wachstumskurs denn in Zahlen aus?
2016 ist für uns wirklich gut gelaufen. Wir haben zum ersten Mal die Marke von 400 Mio. Euro Nettoumsatz geknackt. Das Wachstum insgesamt liegt bei rund 3 Prozent. Das ist angesichts des Verfalls des britischen Pfundes ein wirklich gutes Ergebnis. Laut Nielsen haben wir im deutschen Markt mit unseren TK-Torten, Kuchen, Desserts und den Brötchen um 5 Prozent zugelegt. Das ist das Vierfache des Marktsegments. Wir haben unsere Marktposition insgesamt gefestigt und in fast allen Bereichen sogar ausgebaut.

Der Tag in Fakten
  • 900.000 Eier werden verarbeitet
  • 3,3 Mio Brötchen werden gefertigt
  • 260.000 Torten verlassen die Produktionslinie
  • 80.000l Sahne werden benötigt
  • 110.000 Desserts verlassen die Bänder

Und wie lief 2017 bisher?
Das Jahr hat unsere Erwartungen erfüllt. Das für uns so wichtige Ostergeschäft ist gut gelaufen. Nach Nielsen haben wir bis April, verglichen mit der Vorjahresperiode, ein Umsatzplus von 3 Prozent erwirtschaftet, während der TK-Backwarenmarkt um 1 Prozent schrumpfte. Wir setzten 7,3 Prozent mehr Packungen ab, gegenüber einem Minus des Gesamtmarktes von 1,8 Prozent. Vor allem unsere Kuchen waren ein Renner: 17,8 Prozent mehr Packungen als im Vorjahreszeitraum wurden im LEH verkauft. Sehr zufrieden sind wir auch mit den Brötchen: gut 9 Prozent mehr Umsatz und Absatz verzeichnet Nielsen. Und nicht zu vergessen die Strudel: Insgesamt wurden 5 Prozent mehr Packungen abgesetzt – gegenüber gut 33 Prozent Plus bei unseren Strudeln.