Inhaltsübersicht
Man kann also sagen: Kleinere Verpackungen sind nicht nachhaltig?
Die Umweltbelastung wird dadurch nicht reduziert.
Können kleinere Verpackungen denn zumindest, wie Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner glaubt, die Lebensmittelverschwendung in Deutschland reduzieren?
Dazu müssten die Verbraucher ihr Verhalten ändern. Sie bestimmen, was weggeworfen wird. Sie kaufen immer das Produkt mit dem längsten Mindesthaltbarkeitsdatum, auch wenn sie schon wissen, dass sie es in den nächsten Tagen essen werden. Und vor allem im Aktionsgeschäft ist immer wieder zu erkennen, dass viele Kunden nach wie vor Großpackungen kaufen – wohl wissend, dass sie ein Drittel wegwerfen – und eben nicht an die Theke gehen, wo sie kleinere Mengen bekommen könnten.
Worauf müssen Händler achten, um profitabel zu arbeiten?
Wichtig ist, die Rückläufe gering zu halten, also nicht mehr Ware zu verpacken als man verkaufen kann. Sonst ist die Kalkulation hinfällig. Denn dann hat der Händler nicht nur einen hohen Kostenaufwand für die Verpackung, sondern muss die Ware anschließend auch noch vernichten. Bei SB-Artikeln sollte man nicht zwei verschiedene MHD in der Regalierung haben, weil die Kunden wie gesagt immer das Produkt mit dem längsten MHD kaufen. Neuere Ware sollte man deshalb länger im Lager lassen, selbst wenn sie in der Regalierung noch hinter die ältere Ware passen würde. Wenn man dennoch zu hohe Abschriften hat, muss man entweder den Artikel auslisten oder mit der Industrie sprechen, ob man die Verpackungseinheit im Kolli verkleinern kann.
Welche Möglichkeiten gibt es, die Kosten zu reduzieren?
Je teurer die Rohstoffe werden, desto mehr setzen sich die Unternehmen mit den Verpackungsstärken auseinander. Es wird versucht, in den Produktionsbetrieben die Stärke der Folien und in den Filialen die Papierstärke zu verringern. Auch bei den SB-Verpackungen ist das ein Thema. Ein Nachteil kann entstehen, wenn auch an der Umverpackung im Karton gespart wird. Wenn auf einer Palette die Ware sechs, sieben Kollis hoch gestapelt ist, kann es passieren, dass die unteren Kollis instabil werden.
Ist der Verbraucher gegenüber „grünen“ Verpackungen sensibilisiert?
Jeder, der zuhause eine gelbe Tonne hat und sieht, wie der Müll darin wächst, müsste normalerweise ein Bewusstsein dafür entwickeln. Bei den Händlern gibt es dieses Bewusstsein unter dem Aspekt des Kostendrucks, dass es aber diesbezüglich Druck seitens der Kunden gibt, kann ich so nicht bestätigen.
Hans-Theo Hennes ist bei Kaiser's Tengelmann zuständig für die Frischabteilungen.
Seit 2004 hat Hennes zusätzlich auch die Funktion des Geschäftsführers von Birkenhof inne.