Unangemeldet Klein, modern, aber mit Lücken im Regal – so schlägt sich Rewe Pollner in Schwabing

Hintergrund

Hier zeigt die LP die ganze Vielfalt des Lebensmittelhandels: Ein Zufallsgenerator wählt für jede Ausgabe einen Markt aus – den die Redaktion anschließend inkognito besucht. Diesmal: Rewe Carmen Pollner in München

Mittwoch, 19. August 2026, 07:40 Uhr
Jens Hertling
 Der Rewe von Carmen Pollner in München-Schwabing überzeugt durch die effiziente Nutzung der begrenzten Fläche. Bildquelle: Jens Hertling

Der Rewe-Markt der selbstständigen Kauffrau Carmen Pollner liegt im Münchner Stadtteil Schwabing-West. Aufgrund der gestiegenen Mietpreise, wie sie beispielsweise Daten von Immobilienscout24 zeigen, lebt in diesem Viertel überwiegend eine gut situierte Mittelschicht. Carmen Pollner übernahm den Markt 2016 und ging damit als selbstständige Kauffrau an den Start. In der näheren Umgebung befinden sich mehrere Hotels sowie ein Studentenwohnheim, die zu Fuß erreichbar sind.

Stimmung 

Der Rewe-Markt richtet sich besonders an Kunden, die ihren Einkauf schnell und unkompliziert erledigen möchten. Auf rund 500 Quadratmetern bietet die Filiale Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs an. Dank ihrer zentralen Lage ist sie gut erreichbar. Eine nahe gelegene Straßenbahnhaltestelle und ein Parkhaus ermöglichen eine bequeme Anreise. Auch am frühen Abend gegen 17 Uhr herrschte während des Besuchs reger Betrieb. Vor allem zahlreiche jüngere Kunden nutzten den Markt für kleinere Einkäufe nach Feierabend. Trotz des hohen Kundenaufkommens wirkte die Filiale insgesamt gut strukturiert. Größere Regallücken trübten jedoch den Gesamteindruck. Das Personal war bemüht, fehlende Waren zeitnah nachzufüllen.

Sortiment 

Beim Markt steht der schnelle Einkauf klar im Mittelpunkt. Gegenüber befindet sich die Bäckerei und Konditorei Ziegler; bei der Eröffnung im Jahr 2016 betrieb Pollner dort außerdem ein eigenes Bistro. Auf der kleinen Verkaufsfläche zählt jeder Meter. Holz und Naturstein harmonieren farblich miteinander und verleihen dem Markt eine warme, moderne Atmosphäre. Direkt am Eingang empfängt eine Obst- und Gemüseabteilung die Kundschaft, deren auf­fällige Fahrraddekoration den Frischecharakter unterstreicht.

Trotz der begrenzten Fläche soll der Markt alles bieten, was für den täglichen Bedarf und den schnellen Einkauf benötigt wird. Eine trendbewusste Auswahl an Säften ergänzt das Sortiment und verleiht ihm einen zeitgemäßen Akzent. Vegetarische und vegane Lebensmittel sind ebenfalls in großer Vielfalt vertreten und werden in modernen Kühlregalen präsentiert. Energiesparende Kühltechnik unterstützt das zeitgemäße Konzept. Weniger überzeugend zeigte sich der Markt während des Besuchs bei der Warenverfügbarkeit: Vor allem im Bereich der Backwaren und im Kühlregal für Molkereiprodukte fielen größere Lücken auf. Diese Engpässe schmälerten den ansonsten positiven Eindruck eines guten, vielseitigen Nahversorgers.

Sauberkeit 

Der Markt nutzt seine begrenzte Fläche effizient und erfreut sich offenbar großer Beliebtheit. Verbesserungspotenzial besteht jedoch bei der Sauberkeit: An der Backtheke lagen Papiertüten auf dem Boden, zudem wurden vereinzelt Waren auf dem Boden gelagert. Auch die zahlreichen Fehlbestände beeinträchtigten den Gesamteindruck.