Das Edeka Frischecenter Wagner in Coburg setzt auf Nachhaltigkeit, Frische und Regionalität, um seinen Kunden ein besonderes Erlebnis zu bieten. Und es setzt auf hochwertige Kleidung: Schon 2018 hat sich Kaufmann Jörg Wagner für die Einführung einer neuen und individuellen Berufsbekleidung entschieden. Wie einige andere Unternehmen kauft der Händler nicht von der Stange, sondern lässt sein Arbeitsoutfit selbst entwerfen. „Die Kleidung ist von hoher Qualität und passt zum Ladendesign. Optisch geht es mit hellem Hemd, schwarzer Weste und Hose in Richtung Kaffeehaus“, sagt Wagner. Die Reaktion der Kunden gebe ihm recht: Design und Konzept passten offensichtlich, so Wagner. Neben der optimalen Passform spielt auch die Materialqualität eine große Rolle. Hochwertige Stoffe haben zudem den Vorteil, dass sie pflegeleicht sind. Sie seien langlebig und vor allem bequem, berichtet Wagner.
„Der Gesamtauftritt aller Mitarbeiter trägt zum Einkaufserlebnis bei“, sagt Claudia Willig, Vertriebsleiterin Nord beim Anbieter Mewa. Als einen aktuellen Trend bei der Berufsbekleidung bezeichnet der Dienstleister bequeme Schnitte, die dadurch eine gute Beweglichkeit des Verkaufspersonals ermöglichen – mit Details also, die bewusst für mehr Komfort entwickelt wurden. Dazu gehören laut Hersteller Latzschürzen mit elastischen Bändern im Nackenbereich oder Bistrojacken mit Lüftungsschlitzen im Rückenbereich. So umfasst die neue Linie „Mewa Pure“ Modelle wie Bistrojacken, Westen, Schürzen sowie Blusen, Hemden und Hosen in einer großen Farbvielfalt. Die Schnitte sind modern und schlicht und lassen sich nach den Angaben des Herstellers daher gut miteinander kombinieren.
„Kostenoptimierte und dennoch sehr individuelle Berufskleidung ist bei unseren Kunden gefragt“, sagt Tanja Thaller, Marketingmitarbeiterin bei der Deutschen Berufskleider-Leasing, die nur Mietkleidung anbietet. Die Kollektionen des Unternehmens, so Thaller, böten Lösungen, die auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeiter eingehen – und dennoch den CI-Charakter des Unternehmens wahrten. Dies ist auch der Fall bei sogenannten Mix-&-Match-Konzepten: „Die eine mag halt lieber einen Latzrock, der andere eine Bistroschürze. Die Auswahl ist ein wichtiges Kriterium.“ Als Lösung bietet der Anbieter beispielsweise preiswerte Basiskollektionen wie das Modell „Concept“ für den Lebensmittelhandel an, die dann einfach mit Premium-Kollektionen wie „Denim Craft“ oder „Focus“ gemischt werden können. Dabei geht der Trend zu hochwertigen und langlebigen Materialien. Die Schnitte reichen von figurbetont bis leger. „Hinzu kommt eine breite Farbpalette – im Lebensmittelhandel allerdings eher gedeckte Töne als schrille Farben –, damit die Händler einzelne Bereiche im Geschäft optisch hervorheben können“, sagt Thaller.
Fremde Kleidung mag nicht jeder
Die Frage, ob Kleidung gemietet oder gekauft wird, hat Felix Pebler, Marktleiter bei Rewe Pebler in Nassau, längst für sich entschieden. Der Händler hat sich vor Kurzem dazu entschlossen, moderne und einheitliche Arbeitskleidung zu kaufen. Bei der kurzfristigen Einstellung neuer Mitarbeiter ist Pebler mit einer eigenen Berufsbekleidung wesentlich flexibler. Auch das Wohlbefinden der Mitarbeiter sei bei der Frage, ob ein Händler Kleidung lease oder kaufe, entscheidend. Der Gedanke, fremde Kleidung zu tragen, sei für manche Mitarbeiter unangenehm. Auch der Geruch von fremdem Waschmittel könne irritieren. Manche Arbeitnehmer reagierten auch empfindlich auf Reinigungsmittel, die bei der industriellen Reinigung verwendet werden.
Die Geschäftsführung des Globus-Marktes in Halle legt ebenfalls Wert auf eine einheitliche und moderne Kleidung, wie Marktleiter René Klauer versichert. Nicht nur das Aussehen, sondern auch die Passform der Kleidung sei wichtig. „Wer bequem gekleidet ist, kommt gerne zur Arbeit“, sagt der Marktleiter. Er setzt – außer an den Theken und in den Produktionsabteilungen – auf den Kauf von Berufskleidung.
Drei Unternehmen, drei unterschiedliche Konzepte, aber eines verbindet sie: „Standardberufskleidung passt nicht mehr in ein attraktives Ladenkonzept“, sagt Marius Paul, CEO des Anbieters Dresscue.
