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Kühlung Alles öko

| 21. Oktober 2011

Bei Neueinrichtungen oder Modernisierungen im Kühl- und Tiefkühlbereich kommen vermehrt klimafreundliche CO2-Anlagen zum Einsatz.

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Bärbel Hoffmann und Karlfried Konrad haben sich bei der Wahl der Kälteanlage für den Kühl- und Tiefkühlbereich ihres vor zwei Jahren neu eröffneten 1.700 qm großen Edeka aktiv Marktes im saarländischen Sulzbach für ein System des Herstellers Epta entschieden und investierten für das komplette Kühlsystem 420.000 Euro. Epta Deutschland vereint unter einem Dach u. a. die Hersteller-Marken Bonnet Névé, Costan, BKT, Euro’Cryor und George Barker und lieferte hieraus für den Sulzbacher Edeka Markt das komplette Kühlmöbelsystem, das sich aus 40 m Tiefkühlmöbel (vier Module mit je 10 m) und 34 m Kühlregale für den Mopro-Bereich zusammensetzt.

Wesentlicher Bestandteil der zentralen Kühlanlage bei Edeka in Sulzbach ist der Ecoline Kolbenverdichter des Komponentenlieferanten Bitzer. „Mit den in dieser Kälteanlage verbauten und optimal auf diese Anwendung zugeschnittenen Verdichtern betreibt Edeka ein hervorragendes System in Bezug auf Energie-Effizienz und Umweltfreundlichkeit, das damit erhebliche Vorteile gegenüber den herkömmlichen Systemen bietet“, betont Richard Bork, Produktmanager bei Bitzer.

Die Hybridlösung (Kaskade) umfasst den Einsatz von Ecoline Kolbenverdichtern für die Normalkühlung sowie Kompressoren für subkritische CO2 -Anwendungen in der Tiefkühlung. Ecoline Verdichter sind für das Kältemittel R134a optimiert und ideal für den Betrieb von Hybridsystemen geeignet. In Kombination mit Kompressoren für das Kältemittel CO2 entsteht laut Hersteller ein System, dessen Leistung im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen mit dem Kühlmittel R404A deutlich höher ist. „Die Komponenten der Anlage sind optimal aufeinander abgestimmt. Dank der Vielzahl einzelner Maßnahmen – hierzu gehören der Wechsel des Kältemittels hin zu CO2 und R134a, die optimierten und der drehzahlgeregelte Verdichter – können wir mit diesem Hybrid-System außerdem den so genannten ökologischen Fußabdruck (TEWI) im Vergleich zu herkömmlichen Kälteanlagen um bis zu einem Drittel verbessern“, erläutert Bork. Hinzu komme, dass die beiden Kältemittel ein geringes Treibhauspotenzial aufweisen und die Leckage-Rate (Kühlmittel-Emission) der Anlage aufgrund der niedrigen Drucklagen bei R134a geringer sei. Ein weiterer ökologischer Aspekt: Die Abwärme der Kälteanlage wird im Markt für die Erzeugung von Warmwasser sowie zum Heizen verwendet. „Für die Kälteanlage eines Supermarktes dieser Größenordnung setzen wir das Hybrid-System mit einer Kälteleistung von 18 kW in der Tiefkühlung und 52 kW in der Normalkühlung ein“, sagt Joachim Dallinger, Leiter des Produktmanagements bei Epta Deutschland. Für Epta gehört die Anlage in Sulzbach zu den ersten Hybrid-Lösungen, in denen optimierte Ecoline-Verdichter verwendet wurden.

Epta Deutschland hat auch für den Tengelmann Klimamarkt in Mülheim/Ruhr die Kühlmöbel (Kühlregale, Bedienungstheken, Tiefkühlinseln) und Kälteanlage geliefert und installiert. Im Gegensatz zur Anlage bei Edeka in Sulzbach handelt es sich bei Tengelmann um eine technisch wesentlich aufwendigere transkritische CO2-Anlage, an die sowohl die Normal- als auch die Tiefkühlung angeschlossen sind. Alle Kühlmöbel arbeiten hiernach mit direkter CO2-Verdampfung.

Zudem sind die Kühlmöbel in den Kopfblenden und Etageren sowie die Kühlinseln an den Handläufen mit Strom sparender LED-Beleuchtung ausgestattet, die zudem keine Wärme entwickelt. Die gesamte Technik sollte die Vorgaben nach minimalem CO2-Ausstoß und maximaler Energieersparnis erfüllen. Tengelmann verweist auf eine Energieersparnis seines Klimamarkt-Gesamtkonzeptes gegenüber herkömmlichen Märkten von rund 50 Prozent.

Sofern es sich um Neuinvestitionen handelt, werden neue Kälteanlagen aus Bundesmitteln mit 25 Prozent subventioniert, wenn es sich ausschließlich um emissionsfreie Systeme handelt, die z. B. mit CO2 betrieben werden. Weitere Förderungsbedingung ist, dass das Unternehmen einen Jahresstromverbrauch von bisher mindestens 100.000 kW hat. Die Förderung wird jedoch jedem Unternehmen, somit also auch einem Filialisten, nur einmal gewährt. Hiernach kann aber z. B. jeder selbstständige Edeka- oder Rewe-Kaufmann in den Genuss der Förderung kommen.

Kältemittelvergleich

Beim Vergleich der Kältemittel spielt das direkte Treibhauspotenzial (GWP) immer eine große Rolle.

R404A: Das konventionelle Kältemittel hat aufgrund relativ hoher Emissionswerte einen GWP von 3.780 und kommt in der Normal- und in der Tiefkühlung zum Einsatz.

R134a: Die Alternative zum Kältemittel R404A mit einem deutlich niedrigeren GWP von 1.300 hat thermodynamisch bessere Eigenschaften und findet primär in der Normalkühlung Anwendung.

CO2 : Kältemittel ohne Treibhauspotenzial (GWP=1), das in Kombination mit R134a in Hybridsystemen oder in transkritischen Anlagen zum Einsatz kommt.