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Hygiene-Ampel Farbspiele

Susanne Klopsch | 23. September 2011
Hygiene-Ampel: Farbspiele

Bildquelle: fotolia

Nach der Nährstoffampel droht dem Handel nun das Hygiene-Barometer : eine Farbskala soll Prüfergebnisse dokumentieren. Der BVL spricht von einem Pranger.

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In der Gastronomie ist von der Ampel die Rede. Da dieser Begriff in der Branche aber schon negativ besetzt ist, spricht man beim BVL Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels lieber vom Barometer. Doch egal welchen Namen das Konstrukt bekommt, es geht in beiden Fällen um das Gleiche: Eine Farbskala, angebracht an einer gut sichtbaren Stelle, soll dem Konsument zeigen, ob sich der Betreiber des Restaurants oder der Einzelhandelsfiliale an die geltenden Hygiene-Bestimmungen gehalten hat. Ja, Sie haben richtig gelesen. Auch wenn die Einführung der Hygiene-Ampel für die Gastronomie öffentlich breit diskutiert wird: Die Verbraucherschutzminister einigten sich bei ihrem jüngsten Treffen darauf, dass die Farbskala künftig auch gut sichtbar in Bäckereien, Fleischereien und eben in den Filialen des Lebensmittelhandels angebracht werden soll.

Grün stünde dann für die Einhaltung etwa der Normen für Temperaturkontrollen, Gelb für mittlere, Rot für schwere Beanstandungen. Dazu werden nach dem Plan der Minister die drei letzten amtlichen Überprüfungen zusammengefasst. Die Ergebnisse sollen zudem im Internet veröffentlicht werden.

Nach dem jüngsten Beschluss der Verbraucherschutzminister der Bundesländer soll die Hygiene-Ampel für Restaurants schon im nächsten Jahr eingeführt werden. Wann Bäckereien, Fleischereien und der Lebensmittelhandel folgen, ist noch nicht terminiert.

Ein klarer Vorteil für den Lebensmittelhandel, meint man beim BVL. „Dadurch hat der LEH den zeitlichen Vorteil, dass wir erstmal schauen können, wie es bei den anderen läuft“, heißt es aus Berlin.

Dort spricht man aber in jedem Fall von einem gefährlichen Pranger: Noch sei viel zu viel ungeregelt, etwa die Frage der Nachkontrollen, in welchem Turnus sie stattfinden oder ob und wie Rechtsmittel gegen das Barometer eingelegt werden können. Zudem sei für den Besucher der Internetseite nicht erkennbar, wie sich die Punktzahl der Bewertung überhaupt zusammensetzt.

Fragen, deren Klärung auch den Verbraucherschutzministern wichtig ist: Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Verbraucherschutz- und Wirtschaftsministern soll bis Ende Januar 2012 die Differenzen ausräumen. Dabei muss etwa geklärt werden, wie die Kennzeichnung in der Gaststätte letztlich aussehen soll.

Zudem soll es eine Einigung über die Kosten, das Recht auf Nachkontrollen, den Zeitpunkt der Einführung und die Frage nach den Konsequenzen für die Betriebe geben.

Bis die Farbspiele den Handel erreichen, wird es wohl noch etwas dauern. Mitreden über die Ausgestaltung kann er aber schon jetzt.

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Eine neue Farbenlehre droht dem Handel, wenn das Hygiene-Barometer umgesetzt werden soll.