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Christoph Kraus, Lidl-Geschäftsführer Immobilien, stellte die neue Filialgeneration vor. Die Neckarsulmer nahmen 2008 eine Standardfiliale energetisch unter die Lupe, um genauere Referenzwerte zu erhalten. Gemessen an neuesten Entwicklungen, kommen die Läden recht gierig daher. Demnach fressen allein drei Bereiche den meisten Strom: steckerfertige Truhen (27,2 Prozent), Normalkälte (28,6 Prozent) und Beleuchtung innen (31 Prozent). Gleichzeitig geben die Geräte während des Betriebes auch Wärme ab. Auch sind die Läden schlechter isoliert etc.
Lidl schuf erste Pilotfilialen in Murrhardt, Ansbach und Untergruppenbach, bei denen innovative Technik wie Abwärmenutzung, Fußbodenheizung oder die Belüftung mit freier Abströmung zum Einsatz kam. Nachdem gemeinsam mit den Engineering-Experten von Drees & Sommer jeder Teilbereich der Märkte unter die Lupe genommen und energetisch optimiert wurde, stand das Konzept. Die Läden kommen ohne fossile Brennstoffe aus. Ihr CO2-Ausstoß wurde um rund ein Drittel reduziert und sie verbauchen 10 Prozent weniger Strom. So wird die neue Filialgeneration zu 100 Prozent durch die Nutzung der Abwärme aus den Kühlregalen beheizt.
Eine Integralanlage erzeugt den gesamten Wärme- und Kältebedarf. Lidl setzt zudem ausschließlich natürliche Kältemittel ein. Weitere Energiesparpotenziale entstehen durch den Einsatz von Fußbodenheizungen anstelle von Umluftheizgeräten. Eine verbesserte Lüftung reduziert den Aufwand für die maschinelle Lüftung zudem um mehr als 75 Prozent. Bei der Beleuchtung kommen Röhrenlampen mit Reflektor zum Einsatz. Der Einsatz sei so gerechnet, heißt es, dass die Mehrkosten schnell wieder drin seien und auch bei den großen Posten die Amortisationszeit unter vier Jahren läge. Um solche Projekte in gemieteten Standorten realisieren zu können, sei Lidl auch bereit, im Einzelfall auf den Betreiber des Objektes zuzugehen.
„Als verantwortungsbewusstes Unternehmen ist es grundsätzlich unser Bestreben, die sozialen und ökologischen Belange in Einklang zu bringen, um das in uns gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen“, holt eine Lidl-Sprecherin etwas weit aus. „'Nachhaltigkeit' hat für Lidl seit vielen Jahren einen bedeutenden Stellenwert, welcher in unseren Engagements innerhalb und außerhalb unseres Kerngeschäfts sichtbar wird. Fest verankert in allen Kerngeschäftsprozessen des Unternehmens, wird diese Verantwortung durch das eigenständige Ressort Gesellschaft & Umwelt verantwortlich getragen.“ Zunächst läuft die neue Filialgeneration ausschließlich in Deutschland. Die Begründung: „Eine internationale Applikation ist auf Grund der unterschiedlichen Prüf- und Genehmigungsverfahren der jeweiligen staatlichen Behörden derzeit noch nicht absehbar.“ Bestehende Filialen sind nur schwer umzurüsten, weil ein wesentlicher Teil der Technik auf einer Fußbodenheizung basiert. Eine solche ist nachträglich nicht einbaubar. „Aber auch hier arbeiten wir an neuen Nachhaltigkeitskonzepten“, meint die Sprecherin.
„Erneuerbare Energien in großem Stil nutzen.“ Prof. Michael Cesarz, Metro Group Asset Management
Klimafreundlich: Künftig sollen die Lidl-Filialen ohne fossile Brennstoffe auskommen.
{tab=Neuer Wettbewerb}
Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.) hat einen neuen Wettbewerb „umweltfreundliche Handelsimmobilien“ ins Leben gerufen. Gesucht werden Handelsimmobilien, mit einem nachhaltigen Gebäudekonzept. Hintergrund: Gebäude sind laut World Business Council for Sustainable Development bereits für 40 Prozent des weltweiten Primärenergieverbrauchs verantwortlich. Mit dem Wettbewerb will B.A.U.M. für eine verstärkte
Beachtung von Umweltkriterien beim Bau von Supermärkten, Einkaufszentren, Schauhäusern und anderen Handels- und Logistikimmobilien werben und vorbildliche Projekte auszeichnen.
Die Ausschreibung richtet sich an „Bauherren, Investoren, Architekten und andere am Bau von Handelsimmobilien Beteiligte“. Unter Handelsimmobilien laufen „Zweckbauten, die von Unternehmen oder Privatpersonen des Einzelhandels zum Verkauf und zur Präsentation von Waren genutzt werden.“ Für das Gebäude sind folgende Funktionsbereiche gesetzt: Verkaufsbereich, Lager und Kommissionierung sowie Büro- oder Sozialräume. Es warten Preisgelder von 10.000 Euro. Die LEBENSMITTEL PRAXIS ist als Medienpartner mit an Bord und wirkt in der Jury mit.
Jetzt bewerben unter: www.gebaeudewettbewerb.de.· Einsendeschluss ist der 31. Mai 2010.
