Social Media Dream-Team?

Handzettel und digitale Angebote erreichen völlig unterschiedliche Zielgruppen. Das zeigt eine Studie von Facebook und GfK.

Freitag, 27. November 2020 in Management
Elena Kuss
Artikelbild Dream-Team?
Bildquelle: Facebook

Funktioniert der Handzettel oder digitale Werbung besser?
Die Studie zeigt, dass 75 Prozent der auf Facebook und Instagram erreichten Personen nicht über Print-Angebote erreicht wurden. Diese sehr hohe aufeinander aufbauende Reichweite bestätigt sich auch andersherum: 90 Prozent der von Print erreichten Personen hatten weder einen Facebook- noch einen Instagram-Kontakt. Print-Flyer und Facebook-Angebotskommunikation ergänzen sich also optimal, um die Gesamtreichweite zu steigern. Außerdem erreichen Händler auf Facebook und Instagram andere Zielgruppen, die sie mit Handzetteln nicht erreichen würden: 76 Prozent der durch Facebook und Instagram erreichten Personen waren im Alter von 14 bis 44 Jahre, während 55 Prozent der erreichten Leser von Handzetteln 45 Jahre oder älter waren. Während 42 Prozent der erreichten Nutzer von Facebook und Instagram Abitur oder einen höheren Schulabschluss hatten, sind es bei Handzetteln 31 Prozent.

Ist Social Media also eine Ergänzung zum Handzettel?
Ja, auch um Zielgruppen zu erreichen, die mit klassischen Print-Flyern nicht mehr erreicht werden können. Eine weitere GfK-Studie läuft bereits bei einigen Händlern: Diese soll die Abverkaufswirkung von Facebook und Instagram im Vergleich zu Flyern zeigen.

Händler mögen den Handzettel nicht besonders. Die Erstellung ist teuer und aufwendig. Die Studie zeigt jedoch auch, dass soziale Medien kein Ersatz sind, richtig?
Die klassische Angebotskommunikation ist eines der zentralen und auch wichtigsten Themen im Handel. Sie funktioniert – aber nicht mehr so gut, und das liegt daran, dass wir auch hier eine sehr starke Veränderung des Mediennutzungsverhaltens sehen.

Was genau verändert sich?
Speziell junge Zielgruppen, die nach wie vor ihren Einkauf im LEH tätigen, erreiche ich immer schwieriger oder auch gar nicht mehr. Hier macht es Sinn, digitale Formate zu ergänzen – wie wir auch im Rahmen unserer Studie gesehen haben. Dies bietet zum einen neue Chancen der Personalisierung und der Messbarkeit, zum anderen bedeutet es auch eine deutliche Reduzierung der Kosten und Leadtimes und eine Verbesserung der Effizienz.

Die Studie geht bis März 2020. Wie würde das Ergebnis jetzt aussehen?
Dazu müsste man die Studie wiederholen – es ist allerdings davon auszugehen, dass die Ergebnisse noch besser ausfallen würden, da gerade in diesem Jahr immer mehr Personen online und auf sozialen Medien unterwegs sind.

Mit welchen Inhalten können die selbstständigen Händler die Facebook-Nutzer in die Läden locken?
Für ein gutes Marketing, das die Bedürfnisse ihrer Kunden antizipiert, sind drei Punkte wichtig: Als Erstes benötigen Händler guten und authentischen Content, dazu zählen auch kreative Werbeanzeigen. Diese funktionieren mobil anders als auf anderen Geräten. Mobile-first-Ads – also Anzeigen, die speziell für Mobilgeräte kreiert wurden – spiegeln wider, wie Nutzer Inhalte auf Mobilgeräten konsumieren: hundertfach am Tag, schnell und ohne Ton. Mein nächster Tipp für Händler ist, dass sie ihre Kunden während der gesamten Customer Journey begleiten. Wichtig ist dabei, dass es keine Friktionen gibt, die zu einer Unterbrechung oder gar einem Abbruch der Customer Journey führen könnten. Als Drittes empfehle ich eine Automatisierung der Prozesse durch maschinelles Lernen. Das spart sowohl Zeit als auch Arbeit. Und zum Schluss noch ein ganz grundsätzlich wichtiger Tipp für jedes Unternehmen: testen, testen, testen! Nur so findet man heraus, was funktioniert und was nicht und wo noch Potenzial für Optimierungen vorhanden ist.