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Hygiene im Handel Innovation bei Hygiene

Wibke Niemeyer | 25. August 2020
Hygiene im Handel: Innovation bei Hygiene
Bildquelle: Wibke Niemeyer

Der Handel hat wegen der Lebensmittelsicherheit hohe Hygieneanforderungen zu beachten. Das Coronavirus verstärkt die Dringlichkeit von Desinfektion. Neben Desinfektionsmittelspendern setzen Märkte innovative Lösungen mit permanenter Oberflächenbeschichtung ein.

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Das Start-up Myhyguard aus dem hessischen Neu-Isenburg denkt das Thema Hygiene ein Stück weiter. Warum nicht den Hygienespender für Information, Entertainment oder Werbung nutzen? Seit April gibt es den Desinfektionsterminal. „Bei der Namensfindung sollten sich die Begriffe Hygiene und Schutz im Namen widerspiegeln, aber wir wollten nicht klinisch klingen“, erklärt Geschäftsführer Christoph Fogel. Das Gerät sei sensorbasiert und dosiere das Desinfektionsmittel kontaktlos. Für den Entertainmentfaktor sorgen Videos und Animationen, die sich über ein integriertes LCD-Display abspielen lassen. „Wenn dort ein Händler-Spot zu sehen ist, erzeugt das Aufmerksamkeit beim Kunden“, sagt Fogel. Auch die individuelle Gestaltung und Platzierung von Logos sei möglich.

Der Edeka-Markt Kipping in Bonn setzt auf doppelten Hygieneschutz. „Dieser Markt ist geschützt durch Bactoattaq.“ Ein Plakat mit diesem Versprechen hängt gut sichtbar im Ladenfenster und Kassenbereich in der Filiale im Ortsteil Friesdorf. Marktleiter Sebastian Kipping hat als erster Markt in Deutschland ein neues Desinfektionsverfahren getestet. Neben dem Einsatz des Spenders Myhyguard mit dem herkömmlichen antibakteriellen Desinfektionsmittel wandte er das physikalische Verfahren an.

„Dahinter verbirgt sich eine permanente und selbstdesinfizierende Oberflächenbeschichtung“, erklärt Christoph Fogel, der das Produkt Bactoattaq des saarländischen Pharmaunternehmens CPS Pharma unter Desinfektion365 vermarktet. Die Flüssigkeit, die auf Feuchttüchern oder in Sprühflaschen verkauft wird, soll ein Jahr lang verhindern, dass sich erneut Erreger auf den behandelten Oberflächen bilden können. Einmal aufgetragen müssen die Flächen nur noch regulär gereinigt werden.

Für die Zeitersparnis und den umfassenden Schutz sorgt eine Schicht aus kleinsten Spitzen. Diese zieht Bakterien, Pilze und spezielle Viren wie magnetisch an und zerstört deren Zellwand. „Eine Virusreduktion um 90 Prozent erfolgt bereits nach einer Stunde, nach insgesamt acht Stunden sind 99,9 Prozent der Erreger auf den behandelten Flächen zerstört“, erklärt Fogel.

„Griffe der Kühlschränke, der Einkaufswagen, den Pfandautomaten – überall dort, wo Berührungspunkte von Menschen sind, haben wir das Mittel gesprüht“, erklärt Sebastian Kipping. Er entschied sich dafür, um sowohl Kosten für Personal zu sparen, das die Einkaufswagen desinfiziert, als auch aus Nachhaltigkeitsgründen, „weil viel Papier und Desinfektionsmittel verbraucht wurden“. Auch seinen Bruder Christian Kipping, der einen Markt in Köln leitet, hat er begeistert.

Überzeugt von den Testberichten war auch Rewe-Kaufmann Sedat Tekin. Er hat das Verfahren Desinfektion365 auf den Griffen der Einkaufswagen in seinem Markt im südhessischen Heusenstamm getestet. „Jeden Einkaufswagen zu desinfizieren ist aufwendig. Wir investieren einmal und erzielen einen Dauereffekt“, sagt er. Nach und nach werde er nun weitere Oberflächen versiegeln.