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Regional-Star 2020 Resilienzfaktor Regionalität

Bettina Röttig | 09. August 2020
Regional-Star 2020: Resilienzfaktor Regionalität
Bildquelle: Lebensmittel Praxis

In den vergangenen Monaten haben heimische Produkte für Handel und Verbraucher an Bedeutung gewonnen. Nachhaltige Regional-Konzepte würdigen LP und Internationale Grüne Woche Berlin mit der Auszeichnung „Regional-Star 2021“. Bewerben Sie sich!

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„Ich habe beruflich ja schon so manches erlebt, aber die Anfangszeit der Corona-Krise schlägt alles bisher Erlebte“, sagt Rewe-Kaufmann Marc Strelow. Die starke regionale Ausrichtung seiner Sortimente sowie die lokale Vernetzung habe ihm dabei „sehr geholfen“, die herausfordernde Zeit erfolgreich zu meistern. „Wir hatten dank unserer vielen lokalen Lieferanten wenig Probleme mit der Warenversorgung und konnten Kunden durchgängig auch mit den ,Hamsterkauf‘-Artikeln versorgen“, so Strelow. Lediglich bei Hygienepapieren musste auf Ware aus Osteuropa zurückgegriffen werden.

„Regionale Lieferkreisläufe machen unsere Lebensmittellandschaft stabil und krisenfest. Gleichzeitig bleibt dabei die Vielfalt im Anbau und in der Produktion erhalten“, betont Mathias Kollmann, Geschäftsführer der Bohlsener Mühle. Der Bio-Hersteller aus Niedersachsen mit Fokus auf heimischen Rohstoffen hat schnell reagiert, um die zu Beginn der Corona-Krise sprunghaft um 30 Prozent gestiegene Nachfrage zu erfüllen. „Wir haben die Mitarbeiterdichte in der Produktion entzerrt und konnten gleichzeitig durch Priorisierung unserer beliebtesten Artikel die Produktionsmenge steigern“, sagt Kollmann.

Durch seinen Fokus auf heimische Lieferanten gut aufgestellt sieht sich Edekaner Sven Komp: „Wir setzen schon seit Jahren intensiv auf Regionalität und werden das auch in Zukunft tun. Corona hat uns darin nur bestätigt.“ Großes Vertrauen haben die Kunden insbesondere in die Fleischwaren der Komp-eigenen Metzgerei, so machte das Unternehmen ein sehr gutes Geschäft an den Fleischbedienungstheken.

In Hessen meldet die Eins-A Lebensmittelhandelsgesellschaft eine deutlich steigende Nachfrage nach Fleischprodukten aus der Region. 21,5 Prozent Umsatzplus an den Fleischtheken stehen für das erste Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den Büchern, so Ralf Bier, Geschäftsführer der Eins-A Fachmetzgerei. 99 Prozent des angebotenen Schweinefleisches kommt aus der Heimat. „Wir bauen unser regionalen Sortimente auch in den Bereichen Käse- und Fischtheken weiter aus“, kündigt Bier an.

Auf den Ausbau heimischer Strukturen setzen auch Lebensmittelhersteller. Gerade hat die Rügenwalder Mühle ein Soja-Anbauprojekt in Deutschland angekündigt. Die Bohlsener Mühle bezieht bereits 70 Prozent aller Rohstoffe aus Deutschland, 40 Prozent davon aus einem Umkreis von 200 Kilometern, und will dies steigern. „Für uns ist die Corona-Pandemie mehr als eine Chance“, so Kollmann. Die Krise habe bewiesen, dass es zukünftig nur ökologisch, nachhaltig und überwiegend regional gehe. „Daher sehen wir die Corona-Krise ganz klar als gesellschaftlichen Augenöffner.“

Diese Entwicklung unterstützen die Lebensmittel Praxis und Internationale Grüne Woche Berlin seit einigen Jahren mit der Auszeichnung Regional-Star. Die nächste Runde des Wettbewerbs ist nun gestartet. Bewerben können sich Lebensmittelhändler, -produzenten und Vermarktungsorganisationen.